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Weser-Pegel überschreitet Vier-Meter-Marke / Fähren stellen Betrieb ein

Diemeltalsperre läuft über

WESERBERGLAND. Wie sich die Zeiten ändern – fünf Monate ist es her, da wurde die Weser zum Flüsschen, der Pegel bei Wehrbergen fiel auf 45 Zentimeter. Derzeit schwillt der Fluss an, die Talsperren sind bis an den Rand gefüllt. Die Diemeltalsperre läuft nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) bereits seit Freitag über.

veröffentlicht am 18.03.2019 um 16:38 Uhr

Überflutet – der Fußweg am Alten Fährloch bei Fuhlen, unweit der Weserbrücke, musste gesperrt werden. Foto: DANA
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Sommer 2018: Die Wassermengen, die seinerzeit aus den Talsperren (Diemel und Eder) abgegeben wurden, waren kaum der Rede wert. Mit dem Wasser der Edertalsperre konnte die Weser nicht mehr gestützt werden, denn: Auch in dem künstlich aufgestauten See herrschte im Oktober vergangenen Jahres Ebbe. Derzeit schwillt der Fluss an, steigen die Pegel wieder, sind die Talsperren bis an den Rand gefüllt.

Die Diemeltalsperre läuft nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) bereits seit Freitag über. Ihr Füllungsgrad betrug am Montag 100,9 Prozent. Soweit wird es bei der Edertalsperre (Füllungsgrad: 98,3 Prozent) nicht kommen, weil nach Angaben von Bau-Ingenieur Jiri Cemus vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Hannoversch Münden im Moment genau so viel Wasser abgelassen wird, wie zuläuft.

Am Montagmittag hatte der Weser-Pegel bei Wehrbergen allerdings schon die Vier-Meter-Marke überschritten. Tendenz: steigend. Während in Hameln lediglich Weserauen überflutet sind, stehen in Bodenwerder bereits Teile der Promenade unter Wasser. Der Abstand zwischen Fluss und Häusern ist aber noch relativ groß.

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In Bodenwerder sind Teile der Promenade überflutet. Den Häusern droht aber bislang keine Gefahr. Foto: WFX

Die Fähre Großenwieden stellte am Montag ihren Betrieb ein – „aufgrund der aktuellen Hochwassersituation“, wie die Landkreisbehörde mitteilte. Auch die Fähre in Grohnde wird nach Angaben des 1. Gemeinderates (Emmerthal) Elmar Günzel in dieser Woche nicht fahren – „bis auf Weiteres“.

Auch für die Stadtwerke Hameln, die auf dem Werder und an der Pfortmühle drei Wasserkraftwerke betreiben, hätte der derzeit hohe Wasserpegel Konsequenzen. „Würden unsere drei Anlagen nicht bereits aufgrund von Revisions- und Reparaturarbeiten stillstehen, hätten wir die Turbinen jetzt abschalten müssen“, sagt Natalie Schäfer von den Stadtwerken. Für den Betrieb der Wasserkraftanlagen sei nämlich ein Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterwasser von mindestens 1,20 Meter notwendig. Diese Fallhöhe ist derzeit nicht mehr gegeben.

Für die Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Hameln ist ein Vier-Meter-Pegel nichts Außergewöhnliches. Während die Wasserbauer mit dem Schwimmgreifer „Bodenwerder“ unterhalb von Hameln Untiefen beseitigen oder von Bord des Baggerschiffes ufernahe Büsche zurückschneiden, halten sie dieser Tage allerdings „scharf Ausschau“ nach Treibgut, denn: Von der Flut mitgerissene Baumstämme stellen gefährliche Schifffahrtshindernisse dar. „Wenn ein größeres Treibgut-Stück gesichtet wird, entfernen wir es sofort“, sagt der Leiter der WSA-Außenstelle Hameln Michael Bruns.

„Wir sind aber nicht auf der Suche nach Treibgut.“ Am Dienstag findet allerdings eine Streckenkontrollfahrt statt. Der Schlepper „Werra“ muss ohnehin die Werft in Minden ansteuern.

Beim Schifffahrtsamt in Hannoversch Münden spricht man im Übrigen noch nicht von einem Weser-Hochwasser, sondern von einem „komfortablen Wasserstand“. Der HSW, also der höchste schiffbare Wasserstand, liegt in Hameln bei 4,65 Meter. Diese Marke wird nach Angaben von Gewässerkundler Cemus diesmal nicht erreicht.

„Am Dienstag werden wir in Hameln einen maximalen Pegel von 4,30 Meter bis 4,40 Meter haben. Danach fällt die Weser wieder. Den Wetterprognosen zufolge bleibt es ein, zwei Wochen trocken. Dadurch entspannt sich die Lage.“ Genug Zeit für das WSA, in den Talsperren Hochwasserschutzräume, also Platz für neues Regenwasser, zu schaffen.



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