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Die Volkshochschule auf der Suche nach Bildungswilligen

Von Hans-Joachim Weiß

Hameln-Pyrmont.  Die VHS Hameln-Pyrmont ist für die hiesige Region ausgewählt worden, die Bildungsberatung modellhaft zu entwickeln. Und dafür fließt Geld, angesichts leerer öffentlicher Kassen sogar viel Geld, denn das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt mit 185 000 Euro allein für die heimische VHS.

veröffentlicht am 08.11.2009 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:21 Uhr

VHS
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Von Hans-Joachim Weiß

Hameln-Pyrmont. Was dahintersteckt, ist nur schwer zu verstehen und auch Rolf Becker, Direktor des Zweckverbandes Volkshochschule (VHS) Hameln-Pyrmont, hatte Mühe, den tieferen Sinn der „Orientierungshilfe für lebenslanges Lernen schaffen – Modellprojekte für Bildungsberatung einrichten“ in verständliche Worte zu fassen. Fakt ist: Für die Umsetzung dieses Projektes, das bis zum 31. Dezember 2012 befristet ist, gibt es finanzielle Unterstützung vom Land.
 Die VHS Hameln-Pyrmont ist für die hiesige Region ausgewählt worden, die Bildungsberatung modellhaft zu entwickeln. Und dafür fließt Geld, angesichts leerer öffentlicher Kassen sogar viel Geld, denn das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt mit 185 000 Euro allein für die heimische VHS. Der Landkreis Hameln-Pyrmont sowie die VHS selbst unterstützen das Projekt der Landesregierung „zum Aufbau eines niedersächsischen Netzwerks, regionaler, unabhängiger Bildungsberatungsmodelle“ mit jeweils 40 000 Euro. Drei Stellen sind dafür bereits beim VHS Zweckverband Hameln-Pyrmont geschaffen worden.
 Der Aufbau eines Bildungsnavigationssystems ist der Landesregierung insgesamt 1,6 Millionen Euro wert. „Die in die regionalen Netzwerke eingebundenen Beratungsstellen sollen das vorhandene Bildungsangebot transparenter machen und die regionale wie auch landesweite Bildungsberatung bedarfsgerecht weiterentwickeln.  Aus der zunehmenden Bedeutung der Bildung und dem Ausbau der Bildungsbereiche ergebe sich ein erhöhter Beratungsbedarf.  Rolf Becker ist zunächst einmal stolz, dass sein Zweckverband für die hiesige Region ausgewählt worden ist: „Der Schwerpunkt der Bildungsberatung vor Ort soll dabei auf der Individualberatung liegen“, umschreibt der Verbandsdirektor das Aufgabengebiet. Deshalb solle schon bald die „Beratungsaktivität in die Fläche getragen werden“, betont er zudem und kündigt Anlaufstellen „in jeder Stadt und Gemeinde des Landkreises Hameln-Pyrmont“ an.
   Durch die Anbindung der Bildungsberatung an die VHS sei zunächst noch keine völlig trägerunabhängige Beratung gegeben. „Ziel ist es aber, durch flankierende Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie durch Evaluation dazu beizutragen, dass die Bildungsberatung Weserbergland perspektivisch als eigenständige Einrichtung geführt werden kann“, sagt Becker, der nun vor dem Problem steht, wie er dieses neue und schwer verständliche Angebot „draußen“ vermarkten und an den bildungswilligen Bürger oder die bildungswillige Bürgerin bringen kann. „Wir werden uns was einfallen lassen müssen und es zunächst mit Printanzeigen versuchen“. Ach ja: Das nicht unerhebliche Fördergeld wird für „Personal- und Sachkosten“ benötigt, wie Rolf Becker auf Nachfrage erklärt.
 „Für uns als Bildungsträger ist die Bildungsberatung Weserbergland interessant, weil die einzelnen Möglichkeiten weiten Teilen der Bevölkerung bekannt werden und die Zusammenarbeit über den landkreis hinaus gefördert wird. Wir haben deshalb unser Angebot dort sofort platziert. Es ist für uns eine weitere Plattform“, lobt Wolfgang Meyer das neue Angebot. Allerdings hegt der Impuls-Geschäftsführer auch Zweifel: „Ob diese Bildungsberatung auf Bedarf stößt, bleibt abzuwarten. Ich hoffe das aber.“
 Michael Stolpe, Ptessesprecher des des Jobcenters Hameln-Pyrmont, bezeichnet schon den Programm-Titel als schwierig. „Orientierungshilfe für lebenslanges Lernen schaffen – Modellprojekte für Bildungsberatung einrichten; da hätte man sich etwas Griffigeres einfallen lassen können.“
 Bei lernwilligen Bürgern könne das neue Angebot auf Zuspruch stoßen, doch stellt Stolpe auch unmissverständlich klar: „Für die Kunden des Jobcenters sind wir der Ansprechpartner Nummer eins. Und das wird auch so bleiben.“

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