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Die Fußball-Verrückte

Petra Nawrath überlegt kurz, setzt ein leichtes Grinsen auf und sagt dann: „Es sind eigentlich immer die gleichen Bekloppten.“ Wen sie meint? Die Fans der deutschen Nationalmannschaft natürlich, die sie teilweise seit Jahren kennt und die sie auch bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wiedertreffen wird.

veröffentlicht am 07.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 08:21 Uhr

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Die Hamelnerin Nawrath hebt mit dem Flugzeug ab. Erster Zwischenstopp ist in München, wo sie sich mit Freunden trifft. Von dort geht es weiter, Ziel: das ukrainische Lwiw, wo Deutschland gegen Portugal spielt. Für die Begegnung am Samstag hat Nawrath Karten, ebenso für das Spiel Griechenland gegen Russland („mal was anderes“), zwei Viertelfinals in Warschau und Danzig („hoffentlich mit deutscher Beteiligung“) und das Finale am 1. Juli in Kiew.

Zusammengerechnet mehrere 100 Euro hat Nawarth für die Karten ausgegeben. Viel Geld, von dem es schön wäre, „wenn es auch bei den Menschen in Polen und der Ukraine ankommt“. Von einem Boykott der Europameisterschaft in der Ukraine, wie es Politiker aufgrund der Menschenrechtsverletzungen des Regimes fordern, hält sie nichts. Das viele Geld für die Karten spart die Hamelnerin übrigens bei der Übernachtung ein. Denn Hotels haben sie und ihre Freunde nicht gebucht, jedenfalls nicht mehr.

Als die Hoteliers die bereits gebuchten Zimmer nämlich wegen angeblicher Sanierungsarbeiten stornierten, um sie zwei Tage später für den doppelten Preis wieder anzubieten, lehnte Nawrath dankend ab. „Da braucht man kein Hotel“, ist sie sich sicher. „Das wird schon heftig. Aber in Kiew zum Beispiel kommen wir nachmittags an, am Abend ist das Spiel, und der nächste Flug geht schon morgens um 7.“ Zum Viertelfinale in Danzig fährt sie dann im Mietwagen, folglich braucht sie auch für diese Nacht kein Hotel, sagt sie. Und weil sie ohne Hotelzimmer auch keinen Hotelschrank haben wird, fällt das Gepäck entsprechend klein aus. Klingt alles verrückt? Ist es wohl auch.

Nawrath, Angestellte beim Landkreis, ist erst seit wenigen Jahren so vernarrt in Fußball, genauer gesagt seit der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Die habe sie zwar noch überwiegend vor dem Fernseher verfolgt, sagt sie. Doch das Sommermärchen hat es ihr dennoch angetan. Danach dachte sie sich: Fußball? „Das guck ich mir mal an.“ Gesagt, getan.

Ein Bekannter nahm sie mit zu Schalke nach Gelsenkirchen. Seither ist es um Nawrath geschehen. Fußball verfolgt sie bis hinunter in die dritte Liga. Ihr Lieblingsspieler bei der Nationalmannschaft ist der Schalker Benedikt Höwedes. Die Spannung, das Adrenalin, der Zusammenhalt in der Kurve, all das gefalle ihr so an dem Spiel. „Im Stadion sind alle Menschen gleich.“

Und wie lautet ihr Tipp, wer die Europameisterschaft gewinnt? „Deutschland gegen Spanien im Finale“, sagt sie, „und diesmal gewinnen wir.“ rom



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