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Volksbanken Hameln-Stadthagen und Bad Münder verschmelzen – Veränderungen für 12 000 Kunden

Die dritte Fusion in 18 Jahren

Hameln-Pyrmont. Klaus Meyer ist ein erfahrener Banker. Er hat bereits zwei Fusionen begleitet und gestaltet. Der Hamelner Volksbank-Vorstand ist ruhig, verlässlich, gilt als besonnen und gradlinig, wirkt geradezu ein bisschen cool für einen Banker. Meyer ist der ruhende Pol bei der nun geplanten Fusion zwischen den Volksbanken Hameln-Stadthagen und Bad Münder. Nach den Fusionen 1998 mit der Volksbank Bad Pyrmont-Emmerthal und 2004 mit der Volksbank Stadthagen wird dies nun seine dritte und zugleich letzte Fusion sein – schließlich wird er danach in den Ruhestand gehen. Wann das sein wird, das sagt noch niemand. Denn klar ist: Meyer wird gebraucht, seine Erfahrung geschätzt, sein Wissen ist gefragt. Fusionen von Banken werden nun mal immer auch von zahlreichen Fragen, teils auch Sorgen von Mitarbeitern und Kunden begleitet. Die neue Volksbank hat 291 Mitarbeiter, von denen im Zuge der Fusion niemand seinen Job verlieren soll. Die Volksbank Bad Münder hat 12 000 Kunden, die alle eine neue Kontonummer und EC-Karte bekommen. Für die 66 000 Kunden der Volksbank Hameln-Stadthagen soll sich nichts ändern. Fragen, Unsicherheiten und Sorgen bleiben aber dennoch.

veröffentlicht am 27.04.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Auch deshalb sind die seit Februar stattfindenden Fusionsgespräche auf Anraten von Meyer im Verborgenen geführt worden, hinter verschlossenen Türen und auf neutralem Gebiet. Eine gefühlte Niederlage wie jene vor wenigen Jahren nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit der Volksbank Schaumburg wollte und durfte sich die Hamelner Genossenschaftsbank kein zweites Mal leisten. Die nun verkündete Fusion der Volksbanken von der Weser und vom Deister ist deshalb auch in aller Stille vorbereitet worden. Und sie hat eine andere Dimension als jener Fusionsversuch mit den Schaumburgern, als zwei große Institute aufeinandertrafen und die Runde der Alphatiere aufgrund von Indiskretionen auseinanderflog. Der Impuls zur jetzigen Fusion kam aus Bad Münder, und von Anfang an war klar, wer der Juniorpartner sein würde. Die beiden Vorstände der Volksbank Bad Münder, Stefan Markwirth und Detlef Hanisch, bestanden nicht darauf, selbst in den Vorstand der neuen, gemeinsamen Bank einzuziehen. Markwirth betont, dass er viel lieber an der Basis und in Bad Münder bleiben wolle, „weil mir der direkte Kontakt zu den Kunden das Wichtigste ist“. Hanisch wird im Zuge der Fusion nach Hameln wechseln.

Noch im Dezember hatte Markwirth Fusionsgedanken weit von sich gewiesen. Doch um den Jahreswechsel, als klar war, dass der Kostendruck gerade für kleinere Banken immer härter, die Ertragsquelle Zinsüberschuss immer weiter eingeschränkt und der Bilanzgewinn nur noch 227 000 Euro betragen wird, entschieden sich die Bad Münderaner, einen Fusionspartner zu suchen, solange man noch eine gesicherte und damit gute Verhandlungsposition haben würde. Das entscheidende Argument für eine Fusion ist aus Markwirths Sicht „die Tatsache, dass die gesetzlichen Regeln in den Banken viel Zeit, Kapazitäten und damit Geld binden. Für viele vor allem kleinere Institute ist dieses immer schwieriger zu stemmen.“ Kräfte bündeln lautet also das Zauberwort – Markwirth: „Wir glauben, dass der Zusammenschluss unseren beiden Banken, unseren Kunden, aber auch unseren Mitarbeitern einen Vorteil bietet. Wir sind gemeinsam stärker – und alle unsere Mitarbeiter werden in der neuen Bank ihren Platz finden.“ Technisch soll die Fusion im 4. Quartal abgewickelt werden, gelten soll sie rückwirkend zum 1. Januar 2016. Das laufende Jahr soll dann bereits gemeinsam bilanziert werden.

Unter dem Strich soll durch die Fusion pro Jahr mindestens eine halbe Million Euro eingespart werden – durch entfallende Doppelarbeiten. Die Folge wird sein: Mittelfristig wird dann doch Personal durch natürliche Fluktuation und Altersteilzeitregelungen abgebaut.



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