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Herbst hält Einzug in Hohenrode

Die Auenlandschaft – Naturparadies aus zweiter Hand

HOHENRODE. Natur pur an der Weser. Der Herbst hat die Auenlandschaft in Hohenrode beflügelt.

veröffentlicht am 21.10.2018 um 18:09 Uhr

Bei den Brutvögeln genieße Hohenrode landesweite und teilweise nationale Bedeutung. Foto: pr
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Am Schluss des Rundgangs stellt Nick Büscher die besten Mitarbeiter des Naturschutzbundes in der Auenlandschaft vor: Eine Herde Galloway-Rinder, „unsere Rasenmäher“, sagt der Nabu-Vorsitzende: Sie halten nicht nur das Gras kurz, sondern fressen auch die jungen Weiden so lange ab, bis die Nachwuchsbäume absterben. So kann auf natürlich Art eine sogenannte Offenlandschaft erhalten bleiben, in der sich nicht nur die Feldlerche heimisch fühlt.

Büscher spricht von einem Weidemanagement: Im Frühjahr werden die Wiesen abgesucht, und erst, wenn hier nicht mehr gebrütet wird, dürfen die Rinder drauf, das kann Ende Mai sein, aber auch erst Juli wie in diesem Jahr. Zum Einsatz kommen auch Esel, Ziegen und Schafe, und was sie mitbringen, das sind unterschiedliche Fressgewohnheiten, die sich perfekt ergänzen.

Die Oktober-Wanderung, an einem Tag wie gemalt, beginnt an der recht neuen Beobachtungshütte, in der die Menschen von den Vögeln nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Entsprechend voll ist es auf der vorgelagerten Sandbank. Hunderte tummeln und sonnen sich hier: Graugänsen, Graureiher, Kormorane, Nilgänse. Büscher spricht von einer „Natur aus zweiter Hand“, weil die Auenlandschaft erst durch den vorherigen Kiesabbau möglich wurde, aber es ist eine Natur, die wächst: Bei den Brutvögeln genieße Hohenrode landesweite und teilweise nationale Bedeutung, sagt er, sowohl was die Arten, aber auch, was die reine Häufigkeit betreffe. So musste das Land Niedersachsen die Rote Liste wegen der Auenlandschaft ändern, Büscher erzählt die Anekdote mit hörbarem Vergnügen: Über 100 Jahre nach ihrem Verschwinden lebt seit vier Jahren hier die Flussseeschwalbe wieder. Man habe „die Zeit zurückgedreht“, sagt Büscher; auf der Roten Liste werde das Tier daher nicht mehr als ausgestorben geführt, sondern als vom Aussterben bedroht.

Bei der Ursachenforschung für die Beliebtheit der Auenlandschaft wird Büscher sofort fündig: Es sind die Ruhe und Ungestörtheit, die die Tiere lieben, aber auch die Maßnahmen, die der Nabu beisteuert. Büscher deutet auf den Horst für den Fischadler. Der Vogel zieht hier durch, weil die Weser Leitlinie für ihn ist, aber noch hat er hier nicht Quartier bezogen. Das kommt noch; der Vogel hat sich den Horst auch schon einmal genauer angesehen, aber wichtig sei die grundsätzliche Einstellung: Manche Arten müsse man mit guten Argumenten überzeugen, hier zu bleiben. Für den Fischadler sei der Horst mit seiner guten Lage ein Argument, von dort oben habe das Tier alles im Blick.

Man habe hier einen Mehrwert für die Natur und den Menschen geschaffen, erzählt der Nabu-Chef. Man könne Menschen nur für das begeistern, was sie kennen würden, daher würde die hochwachsende Vegetation an den öffentlichen Wegen demnächst gestutzt, weil die fehlende Sicht ansonsten dazu führen würde, dass die Besucher zum Wasser gehen würden, was zu unerwünschten Störungen führen würde. Einer Störung der anderen Art hat der Nabu jetzt einen Riegel vorgeschoben: Eine Bojenkette verhindert, dass Wasserskifahrer von der Weser in die Auenlandschaft abbiegen können, um dort eine Runde zu drehen.



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