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„Homing“ – neues Lebensgefühl in den eigenen vier Wänden / Wohnexperten bestätigen Trend

Der Wunsch nach einem gemütlichem Nest

Weserbergland (ag). „Zu Hause ist es doch am schönsten“ – für viele Menschen ist das in den vergangenen Jahren zum ganz persönlichen Motto geworden. Was so profan ausgedrückt, etwas verstaubt anmutet, bekommt mit dem neudeutschen Begriff „Homing“ schon einen ganz anderen Glanz. Der Sinn bleibt der gleiche. Statt auszugehen sind gesellige KochEvents im Freundeskreis oder gemütliche Heimkinoabende zu zweit mit Dolby-Surroundsystem und Plasma-TV oder gleich Leinwand und Beamer voll im Trend.

veröffentlicht am 11.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

Sinn für das Besondere: Möbeldesigner Heinz Diekmann in Heyen in
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„Der Mensch ist gern im eigenen Zuhause, und das gerade in Krisenzeiten“, sagt Dirk-Uwe Klaas vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. „Stress im Beruf, Leistungsdruck, Hektik auf den Straßen, turbulente Umfelder tragen dazu bei, dass ein behagliches Zuhause zunehmend wichtiger und zum Mittelpunkt des Lebens wird.“ Damit steigen auch die Ansprüche des Einzelnen an die Ausstattung der eigenen Wohnung. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Möbelindustrie ein Umsatzwachstum von 2,9 Prozent.

Ganz individuelle Einrichtungen

Diesen Aufwind spürt auch Heinz Diekmann. In dem „Massivholz Schauhaus“ in Heyen, das er und seine Frau Sabine führen, finden anspruchsvolle Kunden nicht nur hochwertige, maßgefertigte Möbel, sondern eben das ganz besonderes Wohngefühl, das viele verstärkt in den eigenen vier Wänden repräsentativ darstellen möchten. Ob die schon legendäre runde Küche, das Sofa, das wie ein Puzzle aus drei Teilen auf Rollen je nach Laune und Funktionsbedarf immer wieder anders zusammengestellt werden kann oder das an Seilen frei schwingende Bett – keine außergewöhnlichen Wünsche bleiben unerfüllt.

„Die Kunden mit einem hohen Wertebewusstsein und dem Sinn für das Besondere werden immer mehr. Kamen früher meist nur Menschen mit einem ausgeprägten Ökosinn, so ist es heute eine breite Schicht, die Wert auf hochwertige natürliche Materialien legt, um ihr Zuhause ganz individuell nach ihren Vorstellungen einrichten zu lassen. Der Wunsch nach Behaglichkeit und Geborgenheit wird dabei neben dem repräsentativen Aspekt wieder stärker“, so Diekmann. Und das lässt man sich auch was kosten, trotz oder gerade in Krisenzeiten wie jetzt. Der Möbeldesigner aus der Tischlerei der besonderen Art vermutet: „Die Leute investieren lieber in wertbeständige Dinge, an denen sie Freude haben und die ihre Lebensqualität erhöhen, statt das Geld im unsicheren Finanzmarkt zu verlieren.“

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Große Tafelrunde mit vielen Gästen

Ähnliche Erfahrungen haben auch Frank und Martina Lages vom Möbelpunkt in Groß Berkel gemacht. „Die Kunden kommen bestens informiert und haben ganz klare Vorstellungen von der Verarbeitung und Qualität der Produkte. Vielleicht auch, weil sie gerade in der Krise daran denken, dass ihre Investition vielleicht doch etwas länger halten muss“, so Frank Lages.

Vom generellen Trend zum geselligeren Zuhause, also dem „Lebensgefühl Homing“, erzählt seine Frau Martina. „Wir merken das vor allem im Essbereich.“ Kleine Tische würden fast überhaupt nicht mehr gekauft. Die große Tafelrunde mit acht oder zehn Gästen sei gefragt. Man sitze mit seinem Besuch am Tisch – auch nach dem Essen oder wenn jemand zwischendurch kommt.

Große Sofawohnlandschaften seien eindeutig nicht mehr so gefragt. Heute würden sich Paare oft nur noch zwei bequeme Fernsehsessel mit Hocker oder wieder ein ganz klassisches Sofa und den gemütlichen Ohrensessel dazu kaufen. Das Prunkstück im heute oft zur Küche hin offenen Wohnbereich sei eindeutig der Essplatz. Vorbei sind damit offenbar auch die Zeiten der rein zweckmäßigen Miniküchen, die oft nur Abstellraumgröße hatten und deren meistgenutztes Gerät die Mikrowelle war. Auch hier geht der Trend zur Großzügigkeit in Platz und Ausstattung – für gemeinsame „Küchenschlachten“ mit Spaß am Kochen.

Wer gerne Gäste empfängt, der möchte sein Zuhause nach seinem Geschmack dekoriert präsentieren, und dafür sind in Hameln und Umgebung Adelheid und Bernfried Weber wichtige Ansprechpartner. Seit 1975 sind sie eine feste Institution in Fragen des Wohndesigns – zu ihnen kommt, wer das Auserlesene liebt und in Sachen Wohnstoffe den Unterschied zwischen dem Üblichen und dem Besonderen zu schätzen weiß. „Unsere Kundschaft ist etabliert und sucht das Besondere“, erläutert Bernfried Weber, der wie schon Heinz Diekmann das besondere Wohngefühl beschreibt.

„Außergewöhnliches und Extravagantes

„Wir fahren nach Paris oder London, um die Stoffe einzukaufen, die der Kunde in dieser Auswahl auch in Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg erwarten kann. Und den Wunsch nach einem gewissen Maß an Wohnluxus, Behaglichkeit, eben dem besonderen Wohngefühl, haben immer mehr Menschen.“ In Zeiten großer Krisen brauche der Mensch ein gemütliches Nest, das aber auch eine gewisse kulturelle Wertigkeit haben solle. „Gerade die Kundschaft ab 50 legt hohen Wert auf Qualität und weiß unsere langjährige Erfahrung in der Raumgestaltung zu schätzen. Man sucht das Außergewöhnliche, manchmal auch gern Extravagantes, das aber in Farbe und Stil einige Jahre gefällt“, berichtet Adelheid Weber.

Stoffe aus Paris und London: Bernfried Weber in Hameln sieht bei seinen Kunden den Wunsch nach einem gewissen Maß an Wohnluxus.



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