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Trauer im Krankenhaus, Wut im Rathaus – und die Suche nach einem Schlichter läuft

Der Tag danach

Springe. Im Krankenhaus fließen Tränen, im Rathaus schimpft der Bürgermeister. Und eine Stadt gewöhnt sich langsam daran, bald kein Krankenhaus mehr zu haben: In Springe war gestern am Tag nach der Entscheidung für die „Medizinstrategie 2020“ großes Wundenlecken angesagt.

veröffentlicht am 18.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 08:21 Uhr

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Autor:

VON CHRISTIAN ZETT UND MARITA SCHEFFLER
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Mehrere Mitarbeiter des Krankenhauses lagen sich am Dienstagnachmittag nach der Entscheidung weinend in den Armen. Auch gestern war die Stimmung auf den Stationen gedrückt: „Das ist gerade alles sehr emotional hier“, sagt Tim Schmelzer, Vorsitzender des Krankenhaus-Fördervereins. Vor allem langjährige Mitarbeiter seien mitgenommen.

Im Rathaus auf dem Burghof saß Bürgermeister Jörg-Roger Hische gestern im Büro und verdaute die Erlebnisse aus der Regionsversammlung. Für seinen Ärger findet er deutliche Worte. Regionspräsident Hauke Jagau habe vor der Entscheidung alle Einwände aus Springe „mit einer Arroganz abgeschmettert, die kaum zu überbieten ist“.

Hische selbst hat nach den Wochen des Kampfs um das Krankenhaus seine Einstellung zur Region Hannover geändert: „Ich bin vom Freund der Institution zum Kritiker geworden. Das alles werde ich nicht vergessen, solange ich auf diesem Stuhl sitze.“ Dass SPD und Grüne die „Medizinstrategie 2020“ nachbesserten, ist dem Bürgermeister kein Trost: „Das ist doch eine reine Beruhigungspille“, schimpft er. Es gehe nur noch um die Bedingungen für „die Beerdigung des Krankenhauses“.

Teil des Antrags von SPD und Grünen sind eine garantierte Notfallversorgung, die Prüfung eines Nachnutzungskonzepts sowie ein Dialog mit den Bürgern – unter Leitung eines von allen Seiten anerkannten Schlichters. Wer das sein könnte, ist noch unklar. Regionsgrünen-Fraktionschef Raoul Schmidt-Lamontain sagte gestern, es seien mehrere Namen in der Diskussion. In erster Linie sei bei der Auswahl jedoch die Regionsverwaltung am Zuge. Dort hieß es gestern, die hohe Akzeptanz eines Kandidaten sei wichtig bei den laufenden Gesprächen.

Weil der Ombudsmann nicht nur in Springe bekannt und anerkannt, sondern auch fachlich versiert sein soll, kursiert bereits der Name des früheren Ärztlichen Direktors des Springer Klinikums, Dr. Egbert Schaefer.

Bei Hische stößt die Überlegung auf Zustimmung. Allerdings hatte sich Schaefer deutlich für den Erhalt des Krankenhauses ausgesprochen und die Medizinstrategie scharf kritisiert. „Weil er Partei ergriffen hat, weiß ich nicht, ob er akzeptiert würde“, sagt der Bürgermeister.

Blick ins Springer Krankenhaus: Dort war die Stimmung gestern gedrückt.

Scheffler



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