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Liebe und Leidenschaft – Baumarkt-Chef Martin Creutzig legt seinen ersten Roman vor

Der schreibende Manager

SPRINGE. Er hat es getan, er wird es wieder tun – und er macht kein Geheimnis daraus: Martin Creutzig, Manager, Geschäftsmann, promovierter Betriebswirt in Springe, ein Mann der Verlässlichkeit und Zahlen, hat Spaß am Schreiben. Jetzt hat der 58-Jährige seinen ersten Roman vorgelegt. Er heißt Liebeslos – und ist ein Liebesroman auf der Suche nach der Liebe. Creutzig hat ihn unter dem Pseudonym „Max Ford“ veröffentlicht.

veröffentlicht am 21.11.2017 um 16:37 Uhr

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Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite
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37 Mitarbeiter, Tausende Kunden im Springer Hagebaumarkt, ein Geschäftsführer und Inhaber: Martin Creutzig. Das kennt man von ihm noch nicht: 331 Seiten im Taschenbuchformat, eine Männer-Silhouette mit einem Schmetterling vor der Nase auf dem Cover und ein Autor steht darauf; Max Ford – auch das ist Martin Creutizg.

„Ich habe einfach Spaß am Schreiben“, bekennt Creutzig, blauer Anzug, weiß-blau-gestreiftes Hemd, breites Lächeln, freimutig. Er könne, wenn er sich an den Schreibtisch setze und wenn absolute Ruhe herrsche, beim Schreiben am besten entspannen. Warum dann also nicht gleich einen Roman schreiben? Diese Frage stellte Verleger Dietrich zu Klampen ihm womöglich ebenfalls – so ähnlich. Jedenfalls brachte er seinen Jugendfreund dazu, „Liebeslos“ zu veröffentlichen, wenngleich unter dem Pseudonym Max Ford. Creutzig: „Es ist einfach ein Unterschied, ob man etwas als Martin Creutzig oder als Max Ford schreibt.“ Mit einem Autorennamen habe man einfach mehr Freiheiten.

Liebeslos ist eine Geschichte über das Suchen und Finden der Liebe, über koksender Drogendealer venezolanische Familienbanden, über den bisexuellen Protagonisten John, der in Venezuela ein neues Leben beginnen möchte. Eine Geschichte über Irrtümer und den Glauben an Identitäten, Politik in Südamerika und Heimkehren nach Deutschland.

„Es hat mich fasziniert, die Figuren und Charaktere zu entwickeln.

Martin Creutzig alias Max Ford, Buchautor

Im Einzelhandelsgeschäft kennt Creutzig sich seit 1989 aus, er kommt aus einer Unternehmerfamilie mit langer Tradition in Springe, übernahm den elterlichen Baustoffhandel und baute ihn zu einem modernen Baumarkt aus. Bereits als junger Mann arbeitete er darauf hin und bereitete sich während des Studiums mit gezielten Praktika bei Wirtschaftsprüfern, Anwälten und Unternehmen darauf vor. Würde man nach einem Wort für diese Jugend suchen, man käme an Begriffen wie zielstrebig und geradlinig nicht vorbei. Sein bisher einziges Buch als Martin Creutizg trägt den etwas sperrigen Titel „Neue Großhandelsbetriebslehre“ und ist eher für ein Fachpublikum von Interesse.

Ford, der Creutzig ist, der auch Ford ist, sitzt an einem großen Konferenztisch, den Arm über die Stuhllehne gelegt, in der rechten Hand einen Kaffeebecher, lächelt. „Man will die Ideen dann einfach einfangen“, sagt er. Die Ideen kommen ihm aber nicht dann, wenn er Zeit hat zum Schreiben, sondern etwa beim Rasenmähen oder ganz allgemein, wenn er sich auf völlig andere Dinge konzentriere. Abends bringt er sie dann zu Papier. „Diese kreative Betätigung hat für mich etwas Entspannendes“, sagt der Baumarktgeschäftsführer. In Venezuela aber, wo weite Teile des Buches spielen, sei er nie gewesen, bekräftigt der Baumarkt-Chef. Allerdings habe er mal eine junge Anhalterin mitgenommen, die ihm viel über das Leben in dem Land erzählt habe – und das habe er im Buch verarbeitet. „Liebeslos“ begreift er als Beziehungsroman. „Es hat mich fasziniert und mir Freude gemacht, die Figuren und Charaktere zu entwickeln.“ Creutzig hofft, dass Leser anhand der Lektüre ihr Beziehungswissen erweitern und somit etwas dazulernen können.

Verleger Dietrich zu Klampen, der den Roman in seinem Unibuch-Verlag herausgebracht hat, lobt an Creutzig die Disziplin, die er beim Schreiben aufbringt: Binnen vier Monate habe der den Roman zu Papier gebracht. Creutzig versichert, dass er stets nur dann geschrieben habe, wenn er spannende Ideen gehabt habe. Am nächsten Roman arbeitet er bereits. Immer abends, immer, wenn Sohn und Ehefrau bereits im Bett sind.


Der Roman „Liebeslos“ ist im Verlag Unibuch von Dietrich zu Klampen erschienen und kostet 20 Euro.

Information

Firmenchefs als Romanciers

Viele Topmanager, wie Ferdinand Piëch, versuchen sich an ihren Memoiren. Andere trauen sich sogar an Romane, etwa Alfonso Pecorelli . Der war Topmanager einer amerikanischen IT-Firma. Dann verlor er seinen Bruder durch Krebs, reiste in die Slums von Afrika und begann, Bücher zu schreiben. Oder der Ex-Finanzchef der Swissair, Rolf Dobelli, der Romane über sinnsuchende Manager-Figuren schreibt.mi



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