weather-image
13°

Mit Kinderfeuerwehren soll dem Nachwuchsmangel begegnet werden / Migration ist kein Thema

Demografischer Wandel trifft auch die Wehren

Die Feuerwehr im Einsatz – neben dem Brandschutz übernimmt sie vor allem auf den Dörfern aber auch gesellschaftliche Aufgaben. In Kinderfeuerwehren wächst der Nachwuchs heran.

veröffentlicht am 18.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:21 Uhr

270_008_4063849_wb101_1902.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hameln-Pyrmont (CK). Bedingt durch den demografischen Wandel, wird auch in den Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Hameln-Pyrmont die Altersstruktur steigen, werden die Mitgliederzahlen langfristig sinken. „Mit je einem Feuerwehrmann auf etwa 43 Einwohner ist das Verhältnis zwar noch moderat, aber wir dürfen diese Entwicklung nicht außer Acht lassen“, sagt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke.

Sollte sich die Situation so zuspitzen, dass es in kleineren Orten mal keine Feuerwehr mehr gibt, seien erstmal die Kommunen gefordert, so der Kreisbrandmeister, der verschiedene Möglichkeiten aufzeigt. „Denn das ist nur solange unbedenklich, wie in unmittelbarer Nähe eine funktionierende Wehr vorhanden ist. Sonst müsste die jeweilige Gemeinde nach dem Brandschutzgesetz entweder eine Pflichtfeuerwehr aus den Einwohnern gründen oder hauptamtliche Kräfte einstellen.“

Da das aber „keiner wirklich will“, setzen die Wehren verstärkt auf Nachwuchswerbung. Der Landesjugendfeuerwehrverband hat gerade einen Flyer herausgegeben, der in mehren Sprachen für die Mitgliedschaft in einer Feuerwehr wirbt. „Und wir wollen verstärkt Kinderfeuerwehren für die Sechs- bis Zwölfjährigen gründen“, bestätigt der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Müller. Vier davon gibt es bereits im Landkreis Hameln-Pyrmont, und zwar in Eimbeckhausen, Höfingen, Osterwald und Hagen. Wöbbecke und Müller wissen zwar, dass nicht alle Kinder später in einer Jugendfeuerwehr landen, wie auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus unterschiedlichen Gründen nicht automatisch den Weg zum aktiven Dienst bei den Erwachsenen finden – immerhin sei das aber gerade auf den kleinen Dörfern ein gangbarer Weg. Denn dort sei die Feuerwehr oft auch Träger des kulturellen Lebens, helfe bei Laternenumzügen, zeichne für das Osterfeuer verantwortlich. Immerhin: Die Frauenquote bei den heimischen Wehren liegt nach Auskunft des Kreisbrandmeisters bei elf Prozent und damit rund drei Prozent über dem Landesdurchschnitt.

2 Bilder

„Kein Thema“ ist bei den vielen Feuerwehren im Landkreis der Migrationshintergrund, wie Wöbbecke versichert. „Wir nehmen jeden, der freiwillig zu uns kommt“, sagt der Kreisbrandmeister. Und dabei werde nicht darauf geachtet, ob jemand zum Beispiel türkischer, polnischer oder deutscher Abstammung sei. Wichtig werde diese Frage allenfalls in Führungspositionen, weil es sich da um Ehrenbeamte handele.

Plädoyer für den

Erhalt der Steuer

„Noch nicht zu Ende“ ist nach den Worten von Wöbbecke und Müller das Thema Feuerschutzsteuer. Zwar habe sich die Innenminister-Konferenz einhellig dafür ausgesprochen, diese Steuer zu erhalten – sollte sie dennoch entfallen, fordern die heimischen Brandschützer dann eine Alternative, die zweckgebunden sein müsse, sonst könne es „dramatisch“ werden (Müller). „Bisher haben wir mit dieser Steuer gut gearbeitet. Sie hat uns flexibel gemacht und Planungssicherheit gegeben“, bestätigt auch Wöbbecke. Falle hingegen die Zweckbindung weg, müsse über Förderanträge, etwa für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs, jeweils neu politisch entschieden werden.

Was eine künftige Feuerwehrorganisationsverordnung (FwOrgVO) angeht, die den Gemeinden einen breiteren Handlungsspielraum einräumen soll, so verweisen Wöbbecke und Müller darauf, dass die Kommunen den Brandschutz bereits jetzt relativ flexibel handhaben können, ausgerichtet an den tatsächlichen Bedürfnissen. Beispiel Hameln: Dort ist in Hameln seit der Kreisreform eine Schwerpunktfeuerwehr, in Halvestorf eine Stützpunktfeuerwehr, die restlichen Ortsfeuerwehren haben eine Grundausstattung. Aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten könnte etwa in Afferde bei der derzeitigen Größe der Ortschaft ein Mehr an Ausrüstung als vorgeschrieben sinnvoll sein. „Gewisse Eckpunkte müssen aber immer erfüllt sein“, sagen Wöbbecke und Müller. Und im Übrigen werde dieses Thema „vorsichtig angegangen“.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt