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Trend: Erst Kaltstart im Dezember, dann im Januar und Februar meist mildes Schmuddelwetter

Dem milden Wetter folgt ein Hauch von Winter

Weserbergland. Ende November stellt sich nun dringend die Frage nach der Härte des anstehenden Winters. Werden uns milde Atlantikwinde wieder viel norddeutsches Schmuddelwetter bringen wie zuletzt, oder wird der Winter kernfest und auf die Dauer sein wie 2009/2010? Damals waren nach einem sehr milden November alle drei Wintermonate zum Teil erheblich zu kalt (Januar, Hameln um 3,8 Grad) und so schneereich wie seit 1987 nicht mehr. Um es gleich vorweg zu nehmen: Wie es wirklich wird, weiß niemand genau.

veröffentlicht am 26.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

Reinhard Zakrzewski
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Verschiedene internationale Wetterdienste sehen den mitteleuropäischen Winter eher „Middle of the Road“, wie die Engländer sagen würden. Einen eher durchschnittlichen bis zu milden Winter erwartet auch der Deutsche Wetterdienst in seiner neuesten Jahreszeitenprognose. Allerdings sind Trendaussagen über mehrere Monate hinweg mit Vorsicht zu genießen, die sich in weiteren Modellläufen noch bestätigen müssen.

Auch die einschlägigen Bauernregeln, die die Strenge des Winters aus der Vorwitterung im September und Oktober ableiten, geben diesmal keinen Hinweis. So heißt es: „Ist der September lind, wird der Winter ein Kind“ und „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein, ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.“ Beide Regeln haben sich unter Annahme bestimmter Randbedingungen immer wieder bestätigt: Nur diesmal passen sie überhaupt nicht, denn sowohl der September als auch der Oktober waren nur durchschnittlich warm und ein erheblich zu nasser Oktober macht für sich genommen noch keinen Wintertrend.

So zeichnet sich als wahrscheinlichste Variante insgesamt normales bis etwas zu mildes Winterwetter ab, das uns dann recht viel trübes Schmuddelwetter bringen würde. Allerdings legt der Winter zum Monatswechsel einen Kaltstart hin. Hochdruckgebiete, die sich ab dieser Woche zwischen Grönland und Nordwestrussland tummeln, könnten uns, wie vor zwei Jahren, aus Nord bis Ost anhalten mit jeder Menge Frostluft versorgen. Dies wäre für Schnee- und Eisfans zumindest im Dezember ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Neuste wissenschaftliche Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass der mitteleuropäische Winter trotz der Klimaerwärmung in Zukunft sogar kälter werden könnte. Hintergrund ist der massive Schwund des arktischen Meereises, dessen Ausdehnung derzeit im Bereich des Rekordminimums von 2007 verharrt. Durch die zu hohen Wassertemperaturen frieren große Gebiete der Barents- und Karasee vor Nordskandinavien und Nordwestrussland nicht mehr oder nur noch teilweise zu. Dadurch können sich winterliche Hochdruckgebiete in diesem Raum offenbar leichter festsetzen als früher. An ihrer Nordostflanke wird dann extrem kalte Luft aus der zentralen Arktis angezapft, die über Nordwestsibirien auf direktem Weg nach Mitteleuropa gelangen kann. So geschehen Anfang Dezember 2010 und in diesem Jahr ab Ende Januar, als sich nach ungewöhnlich milden Winterwochen der arktische Eisschrank plötzlich für rund zehn Tage öffnete und der Kreis Hameln-Pyrmont von Frostluft bis minus 17 Grad, am Boden um minus 20 Grad, geflutet wurde.

Eine derartige Wetterlage zeichnet sich zwar noch nicht ab, obwohl wir uns ab Mittwoch auf frühwinterliche Verhältnisse mit Flockenwirbel bis ganz runter und Dauerfrost zum ersten Adventswochenende einstellen müssen.

Schnee Anfang Dezember ist aber noch kein Hinweis auf ein weißes Christfest. Denn unmittelbar vor oder genau zu den Feiertagen droht noch das berüchtigte Weihnachtstauwetter, das trotz vorherigen – auch strengen – Frostwetters eine enorme Durchschlagskraft hat. Wo es in Sachen „Weiße Weihnacht“ hingeht, lässt sich auch deshalb frühestens eine Woche bis zehn Tage vor dem Fest sagen.



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