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Die größten Niederschläge in Hameln-Pyrmont gab es 1965 und 1966

Das trockenste Jahr war 2016

HAMELN-PYRMONT. „Was für ein Sauwetter!“, werden viele Leser und insbesondere die Landwirte am Freitag und Samstag nicht nur gedacht, sondern ganz offen geflucht haben – denn es regnete mal wieder stundenlang und fast ununterbrochen. Ein nasser Sommer? Ein Blick in die Statistiken der vergangenen Jahrzehnte..

veröffentlicht am 13.08.2017 um 15:19 Uhr
aktualisiert am 13.08.2017 um 17:43 Uhr

Symbolbild: Pixabay
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Hameln, das wissen Menschen, die sich für Wetter und Klima interessieren, gilt neben der Stadt Detmold als eine der Städte in Deutschland, die im Durchschnitt angeblich mit den höchsten Niederschlagsmengen bedacht ist. Aber entspricht das auch der Wirklichkeit?

Insbesondere in den letzten zehn Jahren war das mit Sicherheit nicht so, auch wenn der Juli in diesem Jahr nach extremen Regenfällen mit 192 Liter Niederschlag pro Quadratmeter der regenreichste Monat seit Aufzeichnung der Niederschlagsmengen im Landkreis Hameln-Pyrmont war. Die Monate davor waren dagegen so trocken, dass bei einer kontinuierlichen Fortsetzung des Wetters das Jahr 2017 noch weniger Niederschlag gebracht hätte als das Jahr zuvor – und das war schon das trockenste Jahr, seit für Hameln-Pyrmont Wetterdaten aufgezeichnet werden. Ohnehin waren die Niederschlagsmengen seit dem Jahr 2003 in unserem Landkreis mit Ausnahme des Jahres 2007 eher unterdurchschnittlich, denn über den Zeitraum von 1964 bis 2016 gemessen, lag der durchschnittliche Niederschlag pro Jahr bei 706 Liter pro qm. Nur in etwas weniger als der Hälfte der Jahre seit 1964 lag die Regenmenge über diesem Durchschnitt.

Wobei die Jahre 1965 und 1966 mit ihren starken Regenfällen herausragende Werte darstellen: So starke Niederschläge wurden seither nicht mehr gemessen. Vielleicht rührt daher die Legende von Hameln als einer der regenreichsten Städte Deutschlands.

Das Weserbergland gilt zu Recht als eine wunderschöne Urlaubsregion und hat an der Weser einige gut frequentierte Campingplätze. Ob aber die Gäste hier gut beraten sind, tatsächlich ihre Zelte aufzuschlagen, mag angesichts des immer wieder wenig sommerlichen Wetters bezweifelt werden. Natürlich gab und gibt es auch in unserer heimischen Region heiße sommerliche Monate, in denen sich sowohl die Camper besten Sommerwetters erfreuen als auch die Landwirte ihre Ernten trocken unter Dach und Fach bringen können. Aber ein Blick auf die monatlichen Wetterdaten zeigt, dass in fast der Hälfte der Jahre seit 1964 mindestens einer der Sommermonate ziemlich verregnet war und Niederschlagsmengen knapp unter oder auch deutlich über 100 Liter Regenwasser pro Quadratmeter aufwies. Den Rekord verzeichnet dabei Hamelns regenreichstes Jahr mit Niederschlägen von 136 und 131 Litern pro Quadratmeter in den Monaten Juni und Juli.

Kaum weniger schüttete es im Juni und Juli 1980 und in den Sommermonaten von 1987, 2007 und 2008. Mehr oder weniger Dauerregen gab es im Jahr 1972 von Juni bis August – Urlauber auf dem Weserradweg werden in diesen Monaten und Jahren wenig Freude auf ihren Rädern gehabt haben.

Der November gilt wegen seiner wenigen Sonnenstunden bei vielen Menschen als Monat des Trübsinns und der vielen Niederschläge. Statistisch wird er diesem Ruf zwar wegen der zunehmenden Dunkelheit gerecht, nicht aber hinsichtlich der Niederschläge. Es waren nur neun von den erfassten 53 Novembermonaten, in denen der Niederschlag deutlich über 100 Litern pro Quadratmeter lag. Spitzenreiter war dabei der November 1993 mit 178 Litern, gefolgt vom November 1986 mit 167 Litern. Auf immerhin 144, 145 und 146 Liter brachten es die Novembermonate der Jahre 1967, 1965 und 1974.

Die meisten trockenen Monate lagen in den Jahren von 1964 bis 2016 übrigens in der ersten Jahreshälfte. Jeweils im Februar 1972, 1982 und 1985 fielen weniger als zehn Liter Regen pro qm. Auch drei Januarmonate fielen in den Jahren 1972, 1996 und 1997 in diese Kategorie. Sehnlichst auf Regen wartete die Landwirtschaft in den Jahren 1993 und 2011 im März auf Regen. Mit 9 und 5 Litern Niederschlag pro qm waren diese beiden Monate jeweils viel zu trocken. Den absoluten Spitzenwert an Trockenheit schaffte übrigens der November 2011. Ganze 0,7 Liter pro qm kamen aus den Wolken.

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