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„Das Thema Fusion muss auf den Tisch, sonst ist es zu spät“

Holzminden (bs/fhm/nig). Holzmindens Landrat Walter Waske will, dass in den nächsten drei Jahren über die Zukunft des Landkreises entschieden wird. Das überraschende Signal des SPD-Politikers, der sich vor einem Jahr noch mit einer Kreistags-Resolution den Rücken für einen eigenständigen Landkreis stärken ließ, hat bereits für Resonanz gesorgt.

veröffentlicht am 11.10.2009 um 15:57 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:21 Uhr

Weser
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Holzminden (bs/fhm/nig). Es rauscht gewaltig im Blätterwald – und im Kreis Holzminden sind viele Politiker vom Vorpreschen des Landrates überrascht. „Holzminden gibt Eigenständigkeit auf“ titelte die HAZ, „Signal für Fusion im Weserbergland“ titelt die Dewezet. Und die HNA meldet aus Northeim: „Landkreis-Fusion: Wickmann ist gesprächsbereit“. Holzmindens Landrat Walter Waske hatte am Donnerstag vor der Presse in Hannover betont, dass in den nächsten drei Jahren geklärt werden müsse, wie die Zukunft des Landkreises aussehen soll (wir berichteten). Das überraschende Signal des SPD-Politikers, der sich vor einem Jahr noch mit einer Kreistags-Resolution den Rücken für einen eigenständigen Landkreis stärken ließ, hat bereits für Resonanz gesorgt. Hamelns Landrat Rüdiger Butte zeigte sich aufgeschlossen und auch Northeims Landrat Michael Wickmann (SPD) ist gesprächsbereit. Wie aber sehen die Spielführer im Landkreis Holzminden die Steilvorlage des Landrates in Richtung Fusion?
 Taktisch unklug ist für Eberhard Asche, CDU-Fraktionssprecher im Kreistag, das Vorpreschen Waskes. Für Asche ist die Eigenständigkeit des Landkreises weiterhin wichtig, „auch wenn wir um gewisse Strukturveränderungen nicht herum kommen“.
 Eine ähnliche Meinung vertritt Uwe König, SPD-Fraktionssprecher im Kreistag. „Ich stehe für den Landkreis Holzminden, verkenne aber nicht die Situation, in der sich die Gesellschaft gerade befindet“, erklärt er, betont aber auch: „Es ist ein großer Fehler, sich nicht mit den Themen zu befassen“. Ergebnisoffen müsse ausgelotet werden, was möglich ist, was an Kooperationen verwirklicht werden kann. „Am Ende des Prozesses kann eine Fusion stehen, muss aber nicht“.
 „Es kommt überraschend, dass Landrat Waske dieses Thema diskutiert“, sagt Hermann Grupe, Sprecher der FDP-Kreistagsfraktion. Es gebe eine klare Beschlusslage des Kreistages zum Erhalt des Landkreises Holzminden. Dass man sich mit diesem Thema beschäftigen müsse, sei selbstverständlich. Aber es gehe darum, nach Strukturen zu suchen, die den Menschen dienen. Es könne nicht Sinn und Zweck sein, den Landkreis irgendwo anzugliedern, erklärt Grupe.
 „Völlig falsch“ ist für den grünen Kreistagsabgeordneten Christian Meyer das Vorpreschen Waskes zum jetzigen Zeitpunkt. „Es gibt keine neuen Argumente, was der demografische Wandel auslöst, wissen wir seit zehn Jahren“. Meyer befürchtet, das bei einer Kreisfusion Arbeitsplätze und Bürgernähe verloren gehen und die Politik nicht mehr so bürgernah entscheiden kann. „Klein muss nicht schlecht sein“, erklärt Meyer, „im Vergleich zu Hameln-Pyrmont und Northeim haben wir eine solide Basis, die sollten wir nicht aufgeben. Ich glaube auch, dass die Bevölkerung hinter dem Landkreis steht, das sieht man an den Bürgerbegehren in Bevern und Lauenförde“.



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