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NABU verrät drei "goldene Regeln"

Das sollte bei der Winter-Fütterung von Vögeln beachtet werden

WESERBERGLAND. Im November bereitet sich die Natur langsam auf eine Ruhepause vor, Novemberfröste vertreiben die letzten Blätter von den Bäumen. Für Vögel wird es nun immer schwieriger Nahrung zu finden. Der Naturschutzbund (NABU) gibt hilfreiche Tipps, was bei der Winterfütterung beachtet werden sollte.

veröffentlicht am 15.11.2017 um 10:36 Uhr
aktualisiert am 15.11.2017 um 11:15 Uhr

Amsel_Kathy_Büscher
„Wer den gefiederten Freunden Nahrung anbieten möchte, sollte beim Füttern von Wildvögeln im Winter einige Ratschläge beherzigen, um den Tieren nicht zu schaden", sagt Britta Raabe, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland. Drei goldene Regeln seien zu beachten:

Erste goldene Regel
Keine Speisereste von menschlichen Speisen verfüttern – am gefährlichsten sind gesalzene Speisen! Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.

Zweite goldene Regel
Artgerechtes Futter für die Vögel verwenden: Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet.
Dazu zählen u.a. Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), andere Saaten, Erdnüsse (ungesalzen!), Haselnüsse, andere Nüsse, auch Haferflocken als Streu- und Futtersäulenmischungen. Es sollten keine ausschließlichen Fütterungen mit nur einer Futtersorte erfolgen. Das Futter sollte frei sein von Samen der gefährlichen Ambrosiapflanze.

Dritte goldene Regel

Keine Massenfutterplätze einrichten – sie begünstigen die Verbreitung von Krankheiten!
Besser als große Futterhäuser sind Futtersäulen und Futtertrichter und auch Kleinfutterhäuser, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist. Mehrere Futtersäulen und -trichter in Abstand zueinander anbringen, damit viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das herunterfallende Futter. Diese Plätze täglich säubern. Für Fasane, Rebhühner etc. können so genannte „Bodenschütten“ aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht, und die auch an Feldhecken und Waldrändern aufgestellt werden können.

Das fressen die Vögel am liebsten:
Kohlmeise: gehackte Nüsse, Sonnenblumenkerne
Stieglitz: gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer, Rosinen in Kokosfett oder Talg
Buchfink: gehackte (Erd-)Nüsse, ölhaltigen Samen (Hanf), Bucheckern
Grünfink (Allesfresser): getrocknete Beeren, samen, Fettfutter, Rosinen, gehackte Nüsse
Eichelhäer: ganze Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln
Elster: ganze Erdnüsse, Maiskörner
Blaumeise: Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse
Kleiber: Getreideflocken, Hanf, Nüsse / Haselnüsse, Sonnenblumenkerne  
Rotkehlchen: Getreideflocken, Mehlwürmer, Rosinen in Kokosfett/Talg, gehackte Nüsse
Haussperling (Allesfresser): gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren
Grünspecht: Äpfel, fett, gefettete Erdnüsse, Fettblock mit Erdnüssen oder Mehlwürmern
Amsel: Äpfel, Rosinen, Haferflocken, gehackte Nüsse, Mehlwürmer, geschälte Sonnenblumenkerne, getrocknete Beeren
Buchfink: Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse, ölhaltige Samen z.B. Hanf, Bucheckern
Feldsperling (Allesfresser): gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren

Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne.  
Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.
Die häufigsten Körnerfresser an Ihrer Futterstelle sind Meisen, Finken und Sperlinge. Bei uns überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie anbieten in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen.
Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. Achtung: Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.

Die Frage, ob Vögel im Winter überhaupt gefüttert werden dürfen, beantwortet die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Weserbergland mit einem klaren „ja“, denn: „wer Vögel füttert, kann sie optimal beobachten und wird mit spannenden Naturerlebnissen belohnt“. Gleichzeitig sollte klar sein, dass die Vogelfütterung die Probleme der Vogelwelt nicht löst. Einen naturnahen Garten, eine giftfreie Landwirtschaft und ein reiches Angebot an Nistmöglichkeiten kann man nicht durch ein paar Futterhäuschen ersetzen.

Termin:
Vom 5. bis 7. Januar 2018 findet zum achten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund Deutschland NABU ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Anmeldung zur Vogelbeobachtung

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