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Das Muffelwild gibt Jägern derzeit Rätsel auf

Weserbergland (zsg/rnk). Niedersachsens Jägern läuft immer weniger Muffelwild vor die Büchse. Die Abschusszahlen haben sich seit Mitte der 1990er Jahre etappenweise halbiert. Die meisten Tiere wurden im abgelaufenen Jagdjahr mit 79 Tieren im Landkreis Schaumburg erlegt. Neben dem Harz gibt es in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und dem weserabwärts liegenden Nachbarlandkreis die bedeutendsten Muffelwildvorkommen in Niedersachsen.

veröffentlicht am 12.01.2011 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:41 Uhr

Muffelwild
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Hameln-Pyrmonts Kreisjägermeister Jürgen Ziegler führt den Rückgang der sogenannten Jagdstrecken in den Muffelwirdrevieren am Hohenstein und im Süntel in den vergangenen Jahren auf eine Klauenkrankheit zurück, die in die Bestände durch Hausschafe eingeschleppt wurde: Die Moderhinke. Sie führte seiner Meinung nach dazu, dass die einst auf rund 100 Tiere in seinem Kreis auf derzeit vielleicht 30 bis 35 Stück Muffelwild zurückgegangen sind.
Gleichzeitig sind jedoch in den benachbarten Schaumburger Revieren des Auetals und Bückebergs die Muffelwildrudel kurioserweise gewachsen. Über 100 Tiere, erklärt Kreisjägermeister Heinrich Stahlhut-Klipp, seien im Bückeberg beheimatet.

Bei der Ursachenforschung für die Vermehrung ist Stahlhut-Klipp vorsichtig: „Es wurde wohl nicht genug erlegt.“

Vielleicht liegt die Zurückhaltung an der Waffe an den Schäden, die die Tiere verursachen: Es gibt keine Klagen über den Wildverbiss im Bückeberg, sagt Stahlhut-Klipp. Das sieht in anderen Bereichen des Landkreises anders aus. Etwa in Bernsen und Borstel, wo sich die Tiere von mindestens zwei Rudeln zusammengetan haben und gemeinsam auf Futtersuche gehen. Der Unterschied zu den Tieren im Bückeberg ist gravierend: Sie verursachen Schälschäden. Unter Schälen versteht der Jäger das winterliche Abnagen von Rindenstücken oder das sommerliche Abziehen ganzer Rindenstreifen von Bäumen.

Warum die Tiere im Bückeberg nicht schälen und die im Auetal sehr wohl, bei dieser Frage muss auch Stahlhut-Klipp passen: „Es scheint genetisch bedingt zu sein“, vermutet er, aber dieses Schälverhalten sei jedenfalls der Grund, warum die Jägerschaft stets versucht habe, ein Vermischen oder einen Austausch der beiden Gruppen zu verhindern: Man wollte schlicht nicht, dass Muffelwild im Bückeberg auf den Geschmack kommt.



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