weather-image
22°

Zu wenig Betten für Notfälle – aber das Springer Krankenhaus soll schließen

„Das ist ein Schlag ins Gesicht“

Springe. Für viele Springer ist es der blanke Hohn: Weil alle Krankenhaus-Betten in der Region Hannover belegt waren, mussten zuletzt Notfall-Patienten aus der Landeshauptstadt nach Alfeld und Rinteln verlegt werden. Trotzdem soll die Springer Klinik noch in diesem Jahr geschlossen werden.

veröffentlicht am 10.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:21 Uhr

Autor:

VON MARITA SCHEFFLER
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Das ist ein Schlag ins Gesicht“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Tim Schmelzer. Regionspräsident Hauke Jagau habe während der Diskussionsrunden im Herbst „gebetsmühlenartig wiederholt, dass alle Patienten behandelt werden können und es keine Engpässe gibt“. Die Notaufnahme im Springer Krankenhaus sei derzeit voll ausgelastet. Das liege an der Jahreszeit – mit den Temperaturen nehmen Sportverletzungen und Gartenunfälle zu – aber auch an einem generellen Trend. Schmelzer: „Immer mehr Patienten gehen statt zum Hausarzt gleich ins Krankenhaus.“

Für den Vorsitzenden des heimischen Krankenhaus-Fördervereins steht außer Frage, dass die Springer Klinik weiterhin eine Daseinsberechtigung hat: „Ich bleibe bei meiner Forderung, dass der Standort erhalten bleiben muss. Springe ist nur ein Bauernopfer zur Finanzierung der anderen Häuser des Regionsklinikums.“ Die gravierenden Engpässe in der Versorgung von Notfall-Patienten in Hannover, die gerade bekannt geworden sind, bringen auch Bürgermeister Jörg-Roger Hische zum Nachdenken: „Für die Patienten und ihre Angehörigen sind die weiten Wege nach Alfeld oder Rinteln eine Zumutung.“ Es wäre ihm „lieb, wenn man vor dem neuen Hintergrund noch einmal über die geplante Schließung reden würde“.

Hische gehört zu dem auserwählten Personenkreis, der am „Runden Tisch Krankenhaus“ sitzt und über Nachfolgelösungen für den Standort diskutiert. Bei der nächsten Sitzung in eineinhalb Wochen werde er das Thema ansprechen, kündigt er an. „Ich bezweifle aber, dass es eine realistische Chance auf eine Kehrtwende gibt.“ Die Versorgungs-Engpässe sind für den Geschäftsführer der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG), Marten Bielefeld, zwar Einzelfälle, aber: „Wenn wir zunehmend feststellen, dass es Belegungsspitzen gibt, dann sollten wir doch überlegen, ob der jetzt eingeschlagene Weg der richtige ist.“

Mit dem „eingeschlagenen Weg“ meint Bielefeld den weiteren Abbau von Krankenhaus-Betten und den Trend zu immer größeren Kliniken. Krankenhäuser, die für die wohnortnahe Versorgung wichtig sind und hochwertige Arbeit leisten, dürften nicht „über das Geld ausgebremst“ werden. Explizit zum Fall Springe möchte sich Bielefeld allerdings nicht äußern.

Die Region geht unterdessen „nicht davon aus, dass sich die Situation durch die Veränderungen am Standort Springe im Gesamtbild verschlechtert“. Sprecherin Christina Kreutz stellt klar, dass der Großteil der Springer Betten nach Gehrden und Laatzen verlagert wird – die Plätze fielen nicht weg.

Das Sozialministerium habe erst vor wenigen Wochen in einem Gespräch bestätigt, dass die Krankenhaus-Versorgung in der Region Hannover besser sei als in allen anderen Gebieten Niedersachsens.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?