weather-image
Einzelhandel berichtet von positiver Frequenz und zufriedenstellenden Umsätzen

Das Geschäft zieht an

Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel zieht an. Uhren und Spielzeug waren nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) vor dem dritten Advent die Verkaufsrenner. Schleppend verlaufe dagegen der Absatz von Wintermode. Der HDE macht hierfür die aktuell milden Temperaturen verantwortlich. Außerdem leide der Bekleidungs-Fachhandel als klassische Innenstadtbranche vielfach unter Kundenschwund in den Citys.

veröffentlicht am 20.12.2015 um 10:22 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

270_008_7810388_wirt101_Timmi_Wal_1912.jpg

Autor:

von Georg-Stefan Russew und THOMAS THIMM
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aufgrund der Lage der Feiertage – der Heilige Abend fällt auf einen Donnerstag – rechnet der HDE mit einem langen Endspurt beim Geschenke-Einkauf. Der Verband geht für November und Dezember von einem Umsatz von 86,7 Milliarden Euro aus. Das ist ein nominelles Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Onlinehandel rechnet mit einem Umsatz von elf Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von zwölf Prozent. Den Endspurt im Weihnachtsgeschäft sieht auch Hamelns Einzelhandelssprecher Holger Wellner: „Wir erwarten ab diesem Wochenende bis Heiligabend noch den großen Run und damit umsatzstarke Tage.“ Was bislang schon gut laufe, seien Technik, Unterhaltungselektronik und Accessoires für zu Hause. Der Verkauf warmer Kleidung hinke hinter den Erwartungen her – dafür sei es „einfach zu warm“.

Die deutsche Spielwarenbranche steuert auf ein Rekordgeschäft zu. Ein Plus von vier Prozent dürfte den Umsatz auf rund 2,93 Milliarden Euro steigern, teilten der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) und der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) in Nürnberg mit. „Wachstumsmotor in diesem Jahr sind das Internet, Lego und Lizenzprodukte“, erläuterte BVS-Geschäftsführer Willy Fischel.

Wenn das Weihnachtsgeschäft, mit dem die Branche mehr als 40 Prozent des Jahresumsatzes erzielt, gut verlaufe, könne die Drei-Milliarden-Schwelle in diesem Jahr auch geknackt werden. Bislang sei das Geschäft mit den Geschenken gut angelaufen – die Preise sollen stabil bleiben. Berthold Nabrotzky von „Timmis Spielwaren“ in Hameln gibt sich mit den bisherigen Umsätzen zufrieden, auch wenn das Weihnachtsgeschäft verspätet angefangen habe. Nabrotzky: „Erst war die Nachfrage verhalten, zum zweiten Adventssamstag hat es deutlich angezogen und nun überschlagen sich die Kunden – und wir mit ihnen.“

270_008_7808618_hm307_Stadtgalerie_Wal_1412.jpg

Das bestätigt auch Susanne Schubert, Managerin der „Stadt-Galerie“ Hameln: „Die Frequenz ist sehr positiv, die Umsätze sind zufriedenstellend. Der zweite Adventssamstag war ungewohnt stark. Wir hoffen nun auf die letzten Tage des Weihnachtsgeschäftes.“

Auf einen der größeren Umsatzbringer wartet die Branche noch gespannt. Am Donnerstag ist der neue „Star-Wars“-Film in die Kinos gekommen – der Hype um diesen Film soll das Vorweihnachtsgeschäft kräftig ankurbeln. „Star Wars hat das Zeug zum Blockbuster im Spielwarengeschäft“, sagte Fischel. Allein im Oktober habe der Spielwaren-Lizenzbereich bereits um die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Fast jedes fünfte Lizenzspielzeug kommt inzwischen aus dem „Star-Wars“-Universum, wobei Spielzeugriese Lego mit seinen Bausätzen dominiert.

Besonders optimistisch blickten die Großunternehmen auf das Weihnachtsgeschäft. Eher zurückhaltend seien dagegen die Erwartungen von kleinen Firmen und Spielzeugherstellern mit den Produktgruppen Modellbau und -eisenbahn. Herausforderungen für die Spielzeugbranche seien steigende Ausgaben. Kostentreiber seien neben der Einführung des Mindestlohnes auch der Wertverlust des Euro und die damit verbundenen schlechteren Wechselkurse. Die laut Statistischem Bundesamt wieder recht kontinuierlich steigende Geburtenrate spiele der Industrie dagegen in die Karten. „Das ist eine gute Rücklage für die Branche und die Basis für eine gute Zukunft des Spielwarenmarktes in Deutschland“, sagte Joachim Stempfle vom Marktforschungsunternehmen npdgroup Eurotoys.

Aus dem Kinderzimmer piept, blinkt und lärmt es, Sirenen heulen auf – und dennoch sind Klassiker wie Lego und Playmobil ohne großen technischen Schnickschnack beliebt wie eh und je. Nach einer Krisenzeit um das Jahr 2009, als technische Konkurrenten wie Laptops, Spielekonsolen und Smartphones das Traditionsspielzeug zu verdrängen schienen, geht es wieder stetig aufwärts. „Auch in diesem Jahr haben die Klassiker ein Plus von mehr als acht Prozent verzeichnet – und das Weihnachtsgeschäft steht noch bevor“, sagt Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwaren-Industrie (DVSI). „Mit dem schönen Rückenwind aus dem sehr guten Jahr steht einem guten Weihnachtsgeschäft nichts im Weg.“

Erst Ende Oktober gab der Spielzeugriese Lego bekannt, dass er mit der Produktion seiner bunten Bauklötzchen wegen der großen Nachfrage nicht mehr hinterherkomme. Manche Kinderwünsche nach Bausets könnten unerfüllt bleiben, warnte ein Unternehmenssprecher. Die Nachfrage sei „phänomenal“. Gute Verkaufszahlen bescherten den Dänen zuletzt vor allem die Dauerbrenner Lego City oder Technic. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Firma zweistelliges Wachstum, und für 2015 steuert der Spielzeugbauer mit mehr als 15 000 Angestellten auf einen Rekordgewinn zu.

Auch beim fränkischen Hersteller Playmobil brummt das Geschäft mit den freundlich dreinblickenden Männchen aus Plastik. Im 41. Jahr der Firmengeschichte verzeichneten die Zirndorfer bis Oktober ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Inzwischen gibt es nach Firmenangaben mehr als 4600 Varianten des Produkts, gut 2,8 Milliarden Playmobil-Figuren bewohnen Kinderzimmer in aller Welt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt