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Mit dem „Wendepunkt“ geht es weiter bergauf / Auslastung höher als erwartet

Das Defizit schrumpft und schrumpft

Hameln-Pyrmont. Wirtschaftlich gesehen ist es zweifellos ein gutes Zeichen, wenn der „Wendepunkt“, die Jugendhilfeeinrichtung des Landkreises Hameln-Pyrmont, gut ausgelastet und kaum ein Platz frei ist. Aber es bedeutet eben auch, dass vermehrt junge Menschen aus den verschiedensten Gründen für eine Weile nicht mehr bei ihren Familien leben.

veröffentlicht am 03.12.2014 um 10:21 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 08:41 Uhr

In ihrem adventlich geschmückten Wohnzimmer können die Kinder und Jugendlichen, die im „Wendepunkt“ leben, es sich gemütlich machen. wft
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Hameln-Pyrmont. Wirtschaftlich gesehen ist es zweifellos ein gutes Zeichen, wenn der „Wendepunkt“, die Jugendhilfeeinrichtung des Landkreises Hameln-Pyrmont, gut ausgelastet und kaum ein Platz frei ist. Aber es bedeutet eben auch, dass vermehrt junge Menschen aus den verschiedensten Gründen für eine Weile nicht mehr bei ihren Familien leben. „Heißt das, dass wir in unserem Landkreis viele Jugendliche in Not haben?“, fragte der Kreistagsabgeordnete Heinrich Fockenbrock (FDP) besorgt, als Eckard Witte, der Leiter der Einrichtung, dem Betriebsausschuss des Kreistags die Bilanz der ersten zehn Monate des laufenden Jahres schilderte. Aber die Sozialdezernentin Martina Kurth-Harms konnte ihn ebenso wie die anderen Mitglieder des Ausschusses beruhigen: „Wir haben aus dem Kreis nicht mehr Jugendliche als sonst auch unterbringen müssen. Wir haben sogar sinkende Fallzahlen für eine stationäre Unterbringung. Die erhöhte Nachfrage kommt von benachbarten Jugendämtern, die vom Konzept und der Arbeit im ,Wendepunkt‘ sehr angetan sind.“ Was Ursula Körtner (CDU) veranlasste, Witte und seinen Mitarbeitern ein „großes Kompliment“ auszusprechen. Das Konzept der Einrichtung werde auch außerhalb positiv wahrgenommen, „so, wie wir uns das erhofft hatten“. Der Ruf des alten Kinderheims am Reseberg, wie die Einrichtung früher hieß, sei damit Geschichte.
 Für Witte war der vergangene Freitag ein besonderer Tag. „Nach 20 Monaten ihres Aufenthalts hier im Haus haben wir heute eine junge Frau wieder zurück zu ihrer Familie gehen lassen können. Wir gehen davon aus, dass es nach unserer Arbeit mit ihr und der Familie gut gehen wird. Und wir werden sie in den nächsten Monaten noch weiter begleiten. Damit wir solche Schritte erleben können, machen wir diese Arbeit hier.“
 Teilweise war die Auslastung der Jugendhilfeeinrichtung in diesem Jahr sogar deutlich höher als im Wirtschaftsplan prognostiziert. So war die sogenannte Inobhutnahme von aufgegriffenen Jugendlichen statt zu 85 Prozent zu 95,44 Prozent ausgelastet, eine neu eingerichtete Wohngruppe war zu 81,25 Prozent (Prognose: 80 Prozent), eine Kinder- und Jugendwohngruppe punktgenau zu 91,08 Prozent und eine Jugendwohngruppe zu 89,2 (Prognose 85 Prozent) belegt. „Damit schreiben Sie ja fast eine schwarze Null“, lobte Betriebsausschussvorsitzender Friedrich-Wilhelm Knust die zu erwartenden Abschlusszahlen. „Besser als das Ergebnis, das Eckard Witte heute für das laufende Jahr vorgestellt hat, kann es gar nicht sein. Ein Wendepunkt kann es eben nicht nur dem Namen nach sein,“ meinte auch Kurth-Harms. Dass der Defizitausgleich durch den Kreis in diesem Jahr mit rund 60 000 Euro um gut 130 000 Euro geringer ausfallen kann als geplant, begründete Witte mit einmaligen Auswirkungen in der Personalkostenstruktur durch längerfristige Ausfälle und damit dem Einsatz jüngerer und damit weniger gut bezahlter Kräfte. „Das wird nächstes Jahr allerdings nicht mehr so sein“, warnte Witte vor zu großem Optimismus hinsichtlich des finanziellen Bedarfs. Positiv zum Ergebnis werde in diesem Jahr auch beitragen, dass speziell in der Inobhutnahme Mehreinnahmen generiert worden seien.
 Wirtschaftlich geht es dem „Wendepunkt“ so gut, „dass wir seit August geleistete Überstunden bezahlen können und der Berg an Überstunden damit nicht mehr wächst. Es geht uns so gut, dass wir das wuppen können“, betonte Witte. Dass die wirtschaftliche Tendenz weiter nach oben gerichtet scheint, zeigt auch die Tatsache, dass das Haus mit seinen sechs Wohngruppen und insgesamt 36 Plätzen im November erstmals nachfragende Jugendämter auf eine Warteliste verweisen musste. 

 

Von Wolfhard F. Truchseß



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