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Strandbar mit betoniertem Fundament – im Überschwemmungsgebiet

Darf der das?

RINTELN. Vergleicht man den Blick auf die „Bodega Beach Bar“ am Weserufer mit dem Blick auf die Bar in den letzten Jahren, wird man feststellen, dass sich dort Einiges tut. Und was ist das – ein festes Fundament? Direkt am Weserufer, mitten im Überschwemmungsgebiet? Schnell stellt sich da die Frage, ob das überhaupt erlaubt sein kann.

veröffentlicht am 12.04.2017 um 18:35 Uhr

Wer auf den „Bodega Beach Club“ sieht, stellt fest, dass sich dort viel tut – zum Beispiel hat die Strandbar ein Betonfundament bekommen. Ist das erlaubt? Foto: jan
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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„In einem Überschwemmungsgebiet sind Bauvorhaben grundsätzlich nicht zulässig“, sagt Bernd Hugo, Leiter des Amts für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft und damit auch der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg.

Aber: In diesem Fall handele es sich nicht um eine „bauliche Anlage“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Ganz im Gegenteil: Ein im Boden verankertes Fundament, wie es jetzt dort angelegt ist, diene sogar dem Schutz der Anlage, da sie so im Falle eines Hochwassers nicht weggeschwemmt werden kann. Das Betonieren sei eine „sinnvolle Maßnahme“, so der Amtsleiter. Voraussetzung für die Genehmigung, so Hugo: Das Fundament behalte seine jetzige Ausführung. Sogar das Häuschen und die Toilettenhäuschen, die derzeit gebaut werden, können dort dauerhaft stehen bleiben, da sie hoch genug gelegen sind, so Hugo. Gegen ein betoniertes Fundament am Weserufer spricht auch aus Sicht des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Minden nichts: „Eine Baumaßnahme ist so lange erlaubt, wie sie den Hochwasser-Abfluss nicht behindert“, erklärt Amtsleiter Henning Buchholz. Und das sei bei dem Bodega-Bauvorhaben nicht der Fall. Und auch die Stadt hat die Baugenehmigung erteilt. „Wir haben alles genau prüfen lassen“, sagt Bodega-Betreiber Arif Sanal, der für den Bau einen Statiker beschäftigt.

Seit drei Jahren schon wird der Beach Club im Frühjahr auf- und im Herbst abgebaut. „Eine Riesenarbeit“, sagt Sanal. Bislang waren alle Teile beweglich, der Boden bestand aus Paletten.

In den drei Jahren ist viel Erfahrung im Betrieb der Strandbar zusammengekommen. „Das hat auch die Behörden überzeugt“, sagt Sanal – und wegen dieses Erfahrungsschatzes und der Prüfungen gaben die Behörden schließlich grünes Licht für den Bau eines festen Fundaments. Dabei handelt es sich um sogenanntes Streifenfundament – also nicht um eine durchgehende Betonplatte, sondern – vereinfacht gesagt – um mehrere Beton-Balken, die im Boden eingelassen sind. Streifenfundamente gelten als sehr stabil und frostsicher – und sind wasserdurchlässig. Sollte Hochwasser kommen, kann es unter den Holzbalken, die auf dem Fundament ruhen, zurück in die Weser fließen. Die Balken bestehen aus dem Tropenholz Bongossi. „Das hält hundert Jahre“, sagt Sanal lachend. „Für die nächsten Jahre haben wir also Ruhe.“ Im Gegensatz zu den vier bis fünf Jahren, die die bisher eingesetzten Paletten hielten. Auf den Balken ruht die Terrasse aus Bankirai.

Neu sind auch feste Toilettenhäuschen, die ein 130 Meter langes Abwassersystem bekommen. Bislang gab es mobile Häuschen. Das Abwasser musste abgepumpt werden, da es am Weserufer keine Infrastruktur gab. Eine „wichtige Investition“, so Sanal. Nur eines ist beim Alten geblieben: „Wir haben dieselbe Fläche wie im letzten Jahr.“ Eröffnet werden soll in rund zwei Wochen.

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