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Landkreis Hameln-Pyrmont ruft Förderprogramm „Jung kauft Alt“ ins Leben

Damit alte Häuser nicht leer stehen

Hameln-Pyrmont. Mit einem speziellen Förderprogramm will der Landkreis Hameln-Pyrmont ab sofort dafür sorgen, dass künftig weniger leerstehende Altbauten die Dörfer verschandeln. „Jung kauft Alt“ heißt das Förderprogramm, für das im Kreishaushalt, befristet für dieses Jahr, insgesamt 100 000 Euro bereitgestellt sind – Mittel, die der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung gegen die Stimmen der CDU mehrheitlich freigegeben hat.

veröffentlicht am 13.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:15 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grüne und Piraten hatte dieses Förderprogramm bereits bei den Haushaltsberatungen im vorigen Jahr angeschoben. Hintergrund ist der demografische Wandel, der dazu führt, dass es beim zu erwartenden Bevölkerungsrückgang im Kreis vor allem im ländlichen Raum zu immer mehr Haus-Leerständen kommt. Verfallende Häuser in Dörfern setzen jedoch eine Eigendynamik in Gang: Das Wohnumfeld wird durch sie unattraktiver, sie produzieren so weitere Leerstände, die Dörfer werden entvölkert. Das nun startende Förderprogramm soll diesem Trend entgegenwirken. In dieses Förderprogramm, das sich vornehmlich an jüngere Leute wendet, ist ein Bonus für im Haushalt lebende Kinder eingearbeitet worden. So soll einer Überalterung in den Dörfern entgegengewirkt werden.

Die Richtlinien zur Förderung des Erwerbs von Altbauten, die mindestens 50 Jahre alt sind, gelten für den gesamten ländlichen Bereich des Landkreises. Dabei ist lediglich eine Förderung im zentralen Ort der Stadt Hameln ausgeschlossen. Wer Fördergeld bekommen möchte, muss mindestens ein Kind im Haushalt haben, seinen Hauptwohnsitz im Landkreis Hameln-Pyrmont nehmen wollen oder maximal fünf Jahre vor Abschluss des Kaufs im Landkreis genommen haben.

Die Anträge, die ab sofort gestellt werden können, werden nach dem Eingang beim Landkreis und solange gewährt, bis die Mittel aufgebraucht sind. Antragsformulare sind auf der Homepage des Landkreises zu finden. Ansprechpartner beim Kreis ist Nico Schöbel im Referat für Wirtschaftsförderung und regionale Entwicklung (Telefon 05151/9039308, Fax 05151/9039302, E-Mail an nico.schoebel@hameln-pyrmont.de).

Je nach Standort des ins Auge gefassten Hauses auf dem Lande und der Anzahl der Kinder bis 18 Jahre, die im gemeinsamen Haushalt leben, werden vom Landkreis aus dem Förderprogramm Summen von 6000 bis 10 000 Euro für den Hauskauf beigesteuert, so Andreas Manz vom Amt für regionale Entwicklung. Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf der Kaufvertrag noch nicht abgeschlossen sein, das Haus muss vom Antragsteller selbst zu Wohnzwecken genutzt werden. Förderungswürdig ist auch der Kauf eines Altbaus, der abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird,

In der Kreistagssitzung wurde von der CDU an dem Förderprogramm vor allem zwei Punkte kritisiert: So von Claudio Griese, dass hier im Haushalt Geld für Privatkäufe bereitgestellt wurde, während die Kofinanzierungen für geförderte Projekte der Gemeinden zurückgefahren werden sollen. Rolf Keller und Ursula Körtner monierten übereinstimmend, dass hier ein Förderbetrag von insgesamt 100 000 Euro im „Windhundverfahren“ verteilt werden soll, sodass bei Ausschöpfung des Höchst-Förderbetrages von 10 000 Euro bestenfalls zehn Interessenten bedient werden können. „Ungerecht“, meinten beide Christdemokraten. Und Ursula Körtner kündigte in Richtung Mehrheitsgruppe an, „genau hinsehen zu wollen, an wen die Gelder gezahlt werden“.

Für die FDP sah indes Heinrich Fockenbrock die ganze Sache gelassener: Bei der Gesamt-Fördersumme sah er kein finanzielles Risiko für den Kreis. „Wir sollten das Experiment wagen, und mal sehen, wie es sich entwickelt“, meint der Freidemokrat.



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