weather-image
21°

Was Sturm ist, wie er entsteht – und welche bekannten Windphänomene es gibt

Da braut sich was zusammen …

Woran denken Sie, wenn Sie „Passat“, „Scirocco“, „Bora“ oder „Vento“ lesen? Richtig: an Winde und Autos. Wind war in Deutschland in den letzten Wochen ein häufiges Thema: Nach den Sturmtiefs „Christian“ und „Xaver“ brachten noch einige andere Tiefausläufer windiges und zum Teil stürmisches Wetter mit sich. Auch aktuell haben wir es wieder mit viel Wind zu tun – derzeit ist es das Tief „Dagmar“, das uns auch im Weserbergland eine frische Brise um die Nase weht. Gestern Mittag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) wieder einmal vor Schauerböen der Stärke 9 (bis 85 Stundenkilometer), die im Kreis Hameln-Pyrmont auftreten können.

veröffentlicht am 10.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:41 Uhr

270_008_6842078_rueck104_Dana_1001.jpg

Autor:

Magdalena Bertelmann, Diplom-Meteorologin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aber was ist Wind überhaupt? Man kann ihn zwar spüren, aber nicht sehen. Für die Dewezet erklärt der Deutsche Wetterdienst, welche bekannten Windphänomene es gibt – und wie Wind entsteht.

Wind (aus dem griechischen von anemos) ist eine Ausgleichsbewegung zwischen zwei verschiedenen Luftmassen. Die eine Luftmasse hat einen hohen Luftdruck (ein sogenanntes Hochdruckgebiet), die andere einen niedrigen Luftdruck (Tiefdruckgebiet). Durch den Wind versucht die Atmosphäre, diese Unterschiede auszugleichen, indem der Wind vom hohen zum tiefen Druck weht. Je größer die Druckunterschiede zwischen den beiden Luftmassen sind, desto stärker weht auch der Wind.

Neben der planetarischen Zirkulation, in der der Ausgleich zwischen den Kaltluftmassen der polaren Gebiete und der äquatorialen Warmluft

stattfindet (hierzu gehören auch die Passatwinde), gibt es eine Reihe von kleinräumigeren Windsystemen, die in verschiedenen Gebieten auftreten und die auf unterschiedliche Entstehungsmechanismen zurückzuführen sind: Allgemein bekannt ist beispielsweise der Föhn, der beim Überströmen von Gebirgen (wie zum Beispiel in den Alpen) im Lee auftritt und meist mit warmem und sonnigem Wetter einhergeht.

Nicht ganz unbekannt ist auch der Scirocco, ein trockener Wüstenwind, der von der Sahara in Richtung Mittelmeer weht und Staub und Sand mit sich führt. Der Scirocco entsteht besonders häufig im Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturdifferenz zwischen kühlen Tiefdruckgebieten in Südeuropa und der heißen Luft über der Sahara besonders ausgeprägt ist. Auf seinem Weg über das Mittelmeer nimmt die Luft viel Feuchtigkeit auf, die sich an Gebirgen in Italien, Spanien oder Griechenland mit starken Niederschlägen abregnen kann.

Auch dieser Wind tritt im Mittelmeerraum auf, ist aber deutlich kälter: die Bora. Sie ist ein kalter, trockener und böiger Fallwind an der istrischen und dalmatinischen Küste. Häufig entsteht dieser Wind, wenn sich ein Hoch über dem Balkan und gleichzeitig ein Tiefdruckgebiet südlich der Alpen entwickelt. Dann strömt sehr kalte kontinentale Luft in Richtung Adria und stürzt als böiger Fallwind die Karstgebirge herunter. Dabei erwärmt sich die Luft nur geringfügig, da die Gebirgszüge relativ niedrig sind. Im Winter sind Spitzengeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometer möglich und die Winde können über einen langen Zeitraum von bis zu 14 Tagen auftreten.

Den Segelfreunden am Gardasee wird vielleicht auch Vento ein Begriff sein. Dieser Nordwind (auch Peler genannt) tritt in Sommernächten auf, wenn die kalte Luft der Alpen absinkt, über die warme Wasseroberfläche zieht und am südlichen Rand des Sees wieder aufsteigt. Tagsüber kehren sich die Verhältnisse um: Die Luft an der Südseite der Alpen wird durch Sonneneinstrahlung erwärmt, steigt auf und bodennah fließt Luft über den See nach. Dieser Südwind wird Ora bezeichnet.

Natürlich gibt es neben den genannten Winden noch viele andere, regionale und lokale Windsysteme.

Der eine oder andere mag bemerkt haben, dass die beschriebenen Winde auch Namen von Automodellen eines renommierten deutschen Herstellers schmücken. Ob deren Geschwindigkeiten allerdings mit denen der Winde vergleichbar sind und ob vielleicht in nächster Zeit wieder ein neuer Wind weht, soll an dieser Stelle offen bleiben...



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?