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Freedom-Day wollen viele (noch) nicht

Corona-Tests für Ungeimpfte: Mehrheit begrüßt Kostenpflicht

Montags ist Umfrage-Tag bei der Dewezet, in der darauffolgenden Woche gibt es die Ergebnisse. In der letzten Woche haben wir die Newsletter-Abonnenten zu ihrer Meinung zu kostenpflichtigen Corona-Tests befragt – die Antworten lesen Sie hier. Dieses Thema hat die Menschen offenbar besonders bewegt – so viele Teilnehmende hatten wir vorher noch nie.

veröffentlicht am 18.10.2021 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 18.10.2021 um 21:10 Uhr

Birte Hansen

Autor

Reporterin zur Autorenseite

266 Antworten sind eingegangen zu unserer nicht repräsentativen Montagsfrage rund ums Thema „Kostenpflichtige Corona-Tests“ – davon sind 158 Männer und 108 Frauen. Eine deutliche Mehrheit der Befragten (74 Prozent) findet es richtig, dass die Corona-Schnelltests für Ungeimpfte, die sich impfen lassen könnten, jetzt kostenpflichtig sind. Ein knappes Viertel meint dagegen, dass der Schritt weg von kostenfreien Bürgertests nicht richtig ist, sechs geben „Ich weiß nicht“ an.

Bei der Bitte, das Ja oder Nein zu begründen, konnten mehrere Antworten angekreuzt werden: Hauptgrund für das Zustimmen zur Abschaffung der kostenlosen Tests ist demnach der Umstand, dass sich inzwischen eben jeder, von einigen Bevölkerungsgruppen abgesehen. impfen lassen könnte (166-mal angeklickt). Am zweithäufigsten – 137-mal – wird die Gegenfrage als Grund angenommen: Warum sollte die Solidargemeinschaft für die Tests aufgekommen? Diese wird allerdings gleichsam als Argument herangezogen für jemanden, der den Vorstoß der Bundesregierung eben nicht gutheißt: „… wir haben eine Solidargemeinschaft, diese gilt für sämtliche selbst verursachte Krankheiten und muss auch bei Covid-19 greifen. Sonst sind wir bald so weit, dass jeder seine gesundheitlichen Risiken selber tragen muss.“ Außerdem, so ein anderer, beteiligten sich ja auch die Ungeimpften an den Kosten für die Impfungen. „Zudem zahlt der Steuerzahler – also auch die Ungeimpften – auch den Schaden, der durch den Maskenskandal entstanden ist.“

Ein weiteres Argument eines Kritikers lautet: „Wenn die Tests kosten, wird gar nicht mehr getestet und wir wissen bald nicht mehr, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt. Da der Staat keine Impfpflicht einführen will, muss er auch die Kosten tragen. Ich selbst bin für das Impfen.“ Auch der Geschäftemacherei durch Testanbieter müsse Einhalt geboten werden, fordert ein Teilnehmer.

Von jenen, die kostenpflichtige Tests nicht für den richtigen Weg halten, begründen 62 ihre Antwort damit, dass Tests für alle kostenlos sein und auch Geimpfte sich weiterhin testen lassen sollten, weil sie ebenfalls – wenn auch eher mit geringerer Virenlast – das Virus noch übertragen können. Im „Impfzwang durch die Hintertür“ sehen 47 ein weiteres Argument gegen die eingeführte Kostenpflicht. Eine Mehrheit der Antwortenden spricht sich schließlich auch gegen eine Impfpflicht durch den Staat aus: 59 Prozent wollen sie nicht, 41 Prozent andererseits hätten sie lieber.

Interessant zu sehen ist, dass längst nicht alle von den kostenlosen Testangeboten überhaupt Gebrauch gemacht haben: 32 Prozent haben sie gar nicht genutzt, 28 Prozent haben sich bis zu dreimal testen lassen, und 11 Prozent haben nach eigener Angabe mindestens zehnmal einen kostenlosen Bürgertest vornehmen lassen.

Während in einigen Kreisen der Bevölkerung die Rufe nach einem „Freedom-Day“ lauter werden, einem Tag also, an dem alle Beschränkungen fallen und das normale Leben endlich wieder beginnen kann, stimmt bei der Dewezet-Umfrage die Mehrheit (65 Prozent) dagegen.

Zum Abschluss ein Blick auf die Altersstruktur der Umfrage-Teilnehmerinnen und -teilnehmer: Fast die Hälfte der 265 Antwortenden (49 Prozent) sind zwischen 60 und 79 Jahre alt, die zweitgrößte Gruppe (40 Prozent) bilden die 40- bis 59-Jährigen. 22 Teilnehmende sind zwischen 20 und 39 Jahre, sieben über 80 Jahre und einer jünger als 20 Jahre.

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