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Kabarettist Frederic Hormuth haut Zweibeiner in die Pfanne

Charaktersäue pikant zubereitet

Ockensen (sto). Physiologisch betracht haben der Mensch und das Schwein einige Gemeinsamkeiten. Auch den Genuss betreffend liegen sie auf einer Welle. Allen voran sei ihre Leidenschaft für Trüffel erwähnt. In der „Verwendung“ allerdings besteht ein kleiner Unterschied – der Mensch reibt den Trüffel über sein Pastagericht, das Schwein wittert im Geruch des Pilzes den brünstigen Eber. Aber es hat keine Chance, denn nach erfolgreicher Schatzsuche wird das Trüffelschwein lediglich mit einem Maiskolben abgespeist. Mit tierischen und zweideutigen Erkenntnissen wurden die Besucher am Freitagabend im voll besetzten Scheunencafé konfrontiert. Eingeladen hatte der Kulturförderkreis Salzhemmendorf.

veröffentlicht am 12.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

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Am Anfang ist nicht ganz klar, in welche Richtung sich der Spaß „Charaktersau sucht Trüffelschwein“ mit Frederic Hormuth entwickelt. Geht es um das übliche „Mann-Frau-Blabla“ oder steckt mehr dahinter? Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Der Kabarettist aus Heppenheim brilliert mit hintergründigem Witz und haut auf hohem Niveau Zweibeiner aus Politik, Gesellschaft und Privatleben in die Pfanne – scharf gewürzt mit bitterbösen Pointen. Charaktersäue pikant zubereitet – ein delikater Genuss, der wie ein Trüffel auf der Zunge zergeht.

Hormuth nimmt kein Blatt vor den Mund – getreu der Parole „Gutes Kabarett muss weh tun“. Da ist beispielsweise die Erkenntnis, Angela Merkel sei eine „Furchenqualle“ – nicht nur optisch, auch vom Prinzip her. Sie trage immer Kurzschwanzkrebse mit sich rum, die ihr den Dreck vom Kreuz knabbern. Auch Guttenberg sei einer gewesen. Aber nur solange, bis er in ihrer Schleimerei keinen Halt mehr gefunden habe und ihr in der erstbesten Kure vom Buckel gerutscht sei. „Keine Sorge, die findet ruckzuck ein neues Kurzschwanzkrebschen“, beruhigt Hormuth die lachenden Zuhörer. Mit seiner temporeichen Politik- und Gesellschaftsanalyse trifft er den Nerv des Publikums. Am Piano legt er noch einen Zahn zu. Er verwandelt sich in einen „Flummi“, wirbelt hin und her auf dem Klavierhocker und singt selbst geschriebene Lieder wie „Wenn Männer zu gut kochen, putzen Frauen noch nach Wochen“, „Honigbrot“. Das Publikum ist begeistert. Ohne Zugaben lassen sie den Künstler, nicht gehen.

Getreu dem Motto „Gutes Kabarett muss weh tun“, brilliert Frederic Hormuth im Scheunencafé Ockensenmit hintergründigem Witz

Foto: sto



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