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Auswärtiger Herausforderer für Butte – erst Ostern will ihn die Partei präsentieren / Demuth sagt ab

CDU-Landratskandidat bleibt in Deckung

Hameln-Pyrmont. Er ist das wohl am besten gehütete Geheimnis im Landkreis. Wird CDU-Kreisvorsitzender Otto Deppmeyer auf den Landratskandidaten seiner Partei angesprochen, wiederholt er beharrlich zwei Sätze: „Wir haben ihn. Und wir präsentieren ihn Ostern.“ Die CDU lässt sich Zeit, Amtsinhaber Rüdiger Butte herauszufordern.

veröffentlicht am 26.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Frank Werner
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Der Kreis der Verantwortlichen in der Partei, die in die Kandidatensuche einbezogen wurden, ist laut Deppmeyer nicht übermäßig groß: „Nur ich kenne den Bewerber“, sagt der Vorsitzende. Nicht mal sein Stellvertreter Thorsten Kellner sei eingeweiht.

Deppmeyer bestätigt, dass es sich um einen „auswärtigen Bewerber“ handelt, der nicht in Hameln-Pyrmont wohnt. Und der „in der Region noch unbekannt“ sei. Woran sich nach dem Willen der CDU auch in den nächsten Wochen und Monaten nichts ändern soll. Der vom Kreisvorstand beschlossene Fahrplan sieht vor, die öffentliche Bekanntmachung des Kandidaten erst im April, die Nominierung auf der Mitgliederversammlung sogar erst im Mai über die Bühne gehen zu lassen.

Zwischen Ostern und Wahltermin (11. September) liegen nicht mal fünf Monate, abgesehen von den Sommerferien, die den Wahlkampf weiter verkürzen. Wenig Zeit für einen unbekannten Kandidaten, sich zu profilieren. Warum also wird der Bewerber erst so spät aufs Podest gehoben? „Wir haben es so beschlossen, und zu unserer Strategie gehört, sie nicht öffentlich zu kommunizieren“, wiegelt der Vorsitzende ab.

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Parteiintern stößt die Spät-Nominierung auf eher verhaltene Zustimmung. „Ich kann mit der Entscheidung für die Variante ,Kurzwahlkampf‘ leben“, sagt Hamelns CDU-Stadtverbandsvorsitzender Michael Vietz – vehemente Befürwortung jedoch klingt anders. „Es ist eine Entscheidung des Kreisvorstandes“, äußert sich Hamelns CDU-Fraktionschef Claudio Griese und fügt hinzu: „Ostern wäre für mich der letztmögliche Zeitpunkt, den Kandidaten bekannt zu machen.“

JU-Kreisvorsitzender Matthias Koch plädiert gegen „Schnellschüsse“ bei der Auswahl des Kandidaten, sagt aber auch: „Wenn es einen Kandidaten gibt, dann wäre es von Vorteil, ihn möglichst früh bekannt zu machen.“

Vor sieben Jahren wurde der Landratswahlkampf in Hameln-Pyrmont parteipolitisch unter umgekehrten Vorzeichen geführt. Damals war es die SPD, die einen auswärtigen Bewerber ins Rennen schickte, der um Popularität kämpfen musste. Möglichst früh ließ man ihn deshalb an den Start: Rüdiger Butte wurde bereits im Januar 2004 nominiert, obwohl der erste hauptamtliche Landrat sein Amt erst eineinhalb Jahre später, am 1. August 2005, antreten sollte. „Gerade einem unbekannten Bewerber muss man Gelegenheit geben, sich in Szene zu setzen und den Bürgern bekannt zu machen“, begründet SPD-Unterbezirksvorsitzende Gabriele Lösekrug-Möller die zurückliegende Entscheidung. „Da ist jeder Tag kostbar.“

Offenbar hat die CDU das damals noch genauso gesehen. Der Wahltermin jedenfalls wurde mit dem 19. September 2004 erstaunlich früh angesetzt, fast ein Jahr vor dem Amtsantritt. So konnte die Warmlaufzeit Buttes gegen den etablierten Kontrahenten Klaus Arnold verkürzt werden. Das Kalkül von damals überzeugt heute offensichtlich nicht mehr. Noch weniger Zeit als Butte im ersten Anlauf soll nun der eigene Kandidat erhalten.

Möglicherweise wäre die CDU auch längst aus der Deckung gekommen, hätte sie ihren Wunschkandidaten präsentieren können. Doch der, obwohl er hinter den Kulissen weiter gehandelt wird, winkt im Gespräch mit der Dewezet ab: Klaus-Henning Demuth sagt „ganz klar Nein“ zu einer Landratskandidatur. „Es ehrt mich, dass ich im Gespräch bin, und früher hätte ich das auch gerne gemacht“, erklärt der ehemalige Bad Pyrmonter Bürgermeister, aber mit seinen nunmehr 60 Jahren, der beruflichen Stellung (Demuth leitet das Ministerbüro von Innenminister Schünemann) und nach Rücksprache mit seiner Ehefrau komme eine Kandidatur „definitiv nicht“ mehr infrage. Demuth bestätigt allerdings, ein entsprechendes Angebot erhalten zu haben: „Ich bin gefragt worden.“

Die SPD dagegen ist ihrer Strategie der frühen Bekanntmachung treu geblieben. Bereits im Mai vorigen Jahres – zu einem Zeitpunkt, als nicht mal der genaue Wahltermin feststand – verkündete man die erneute Kandidatur des Amtsinhabers.

Wer kandidiert gegen Rüdiger Butte, den die SPD als Landratsbewerber mit Amtsbonus ins Rennen geschickt hat? Foto/Montage: Wal



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