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Ab September neues Öffi-Abo für Ältere

Buspreise steigen, aber Senioren fahren günstiger

Hameln-Pyrmont. Auf die Fahrgäste der Öffis im Landkreis kommen größtenteils steigende Preise zu – um durchschnittlich fast vier Prozent. Als Grund nennen die Verantwortlichen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) die zurückgehenden Schülerzahlen, die für eine Finanzierungslücke sorgen. Bereits ein Jahr zuvor waren die Fahrpreise angehoben worden – um durchschnittlich 4,87 Prozent, die mehr für die Tagestickets, Monatskarten, Abos und restlichen Angebote der Verkehrsgesellschaft gezahlt werden. Nun entdecken die Öffis die wachsende Zahl älterer Einwohner als potenzielle Nutzer der Busse. Erstmalig wird das Fahrkartensortiment für Menschen ab 65 Jahren auch ein günstiges Senioren-Jahres-Abonnement enthalten.

veröffentlicht am 04.08.2015 um 12:25 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:03 Uhr

Busfahren wird ab Oktober teurer, die Öffis erhöhen die Preise. Die Senioren erhalten ab September aber ein günstiges Jahres-Abo.
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Hameln-Pyrmont. Auf die Fahrgäste der Öffis im Landkreis kommen größtenteils steigende Preise zu – um durchschnittlich fast vier Prozent. Als Grund nennen die Verantwortlichen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) die zurückgehenden Schülerzahlen, die für eine Finanzierungslücke sorgen. Bereits ein Jahr zuvor waren die Fahrpreise angehoben worden – um durchschnittlich 4,87 Prozent, die mehr für die Tagestickets, Monatskarten, Abos und restlichen Angebote der Verkehrsgesellschaft gezahlt werden. Nun entdecken die Öffis die wachsende Zahl älterer Einwohner als potenzielle Nutzer der Busse. Erstmalig wird das Fahrkartensortiment für Menschen ab 65 Jahren auch ein günstiges Senioren-Jahres-Abonnement enthalten.
 „Das Senioren-Jahres-Abo in der Preisstufe 1 ist um 15 Prozent günstiger als das vergleichbare Jahres-Abonnement“, erklärt Thorsten Rühle, Geschäftsführer bei den Öffis. „Durch den demografischen Wandel wird der Anteil der ehemals berufstätigen Menschen immer größer, häufig aber ist gerade für die Bezieher schmalerer Renten eine Preissteigerung nur schwer zu verkraften. Deshalb freuen wir uns, dass die Aufsichtsräte gerade für diese uns wichtige Zielgruppe ein preiswertes Angebot beschlossen haben.“
 Während der Anteil der Senioren zunimmt, wird die Zahl der Schüler auch in den kommenden Jahren weiterhin abnehmen, wie es in der Mitteilung heißt. Die Folge: „Da die Schüler das Rückgrat des ÖPNV im Landkreis Hameln Pyrmont sind, geht mit dem Schülerschwund auch ein Verlust von Fahrgeldeinnahmen einher, über die im Stadtverkehr knapp 83 Preise der Kosten abgedeckt werden, die auch im kommenden Jahr weiter steigen.“ Die Statistik für alle Fahrgäste spricht eine deutliche Sprache: Laut Öffis ging die Zahl der beförderten Personen insgesamt um 355 419 auf 7 720 972 Fahrgäste im vergangenen Jahr zurück.
 Um die Finanzierungslücke zu schließen, sei eine Anhebung der Fahrpreise unumgänglich. Daher haben die Aufsichtsräte der Kraftverkehrsgesellschaft Hameln (KVG) sowie der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont (VHP) und der Stadtwerke Bad Pyrmont Energie und Verkehrs GmbH eine Anhebung des Beförderungstarifs um durchschnittlich 3,93 Prozent zum 1. September beschlossen. Mit der Preiserhöhung allein kann die Finanzierungslücke nicht geschlossen werden. Sowohl die Stadt Hameln als auch der Landkreis Hameln-Pyrmont werden daher im Jahr 2015 die Ausgleichszahlungen an die Öffis deutlich erhöhen, wie es heißt.
 Auch das im vergangenen Jahr in Kraft getretene Niedersächsische Tariftreue- und Vergabegesetzte wirke sich negativ auf die Finanzierung des ÖPNV aus. Die gesetzlichen Vorgaben hätten zu einem erheblichen Anstieg der Kosten für die bezogenen Leistungen geführt. Aber auch die Lohnkosten der eigenen Gesellschaften seien aufgrund des Tarifabschlusses 2014 um drei Prozent gestiegen und würden in 2015 um weitere drei Prozent steigen.
 „Die Finanzierung des ÖPNV im Landkreis Hameln-Pyrmont ist durchaus mit der Finanzierung der Rentenkassen vergleichbar“, erklärt Rühle. „Immer weniger Fahrgäste finanzieren den ÖPNV, und weil das nicht reicht, steigen auch die Ausgleichzahlungen der öffentlichen Hand.“
 Der Geschäftsführer kündigt an, die Ressourcen weiterhin optimieren zu wollen. „Aber durch die deutlichen Einsparungen in den vergangenen Jahren ist die Kompensierung der allgemeinen Kostensteigerung auf diesem Wege doch sehr begrenzt“, meint Rühle. „Daher versuchen wir, mit der Einführung der Senioren-Abocard, aber auch durch die Unterstützung von Bürgerbusvereinen oder das Pilotprojekt Pedelec in Hessisch Oldendorf neue Fahrgäste zu gewinnen, um den demografisch bedingten Schwund an Fahrgästen wenn schon nicht zu stoppen, doch wenigsten bremsen zu können, damit der ÖPNV auch künftig finanzierbar bleibt“, sagt Rühle. „Leider kommen wir dabei nicht umhin, einen Teil der Kostenerhöhung an die Fahrgäste weiter zu geben. “
 Die einzelnen Fahrscheinarten erfahren eine unterschiedliche Preiserhöhung. Die Preise der Tageskarten, die entweder für ein oder aber bis zu fünf Personen angeboten werden, erhöhen sich erst zum 1. Oktober. 4-Fahrten-Karten, die vor dem 1. September 2015 erworben wurden, behalten über den Tarifwechsel hinaus ihre Gültigkeit und müssen nicht umgetauscht werden. Das Senioren-Jahres-Abonnement wird in den Preisstufen 1 und 3 angeboten und ermöglicht 365 Tage im Jahr die uneingeschränkte Nutzung der Linienbusse innerhalb der ausgewählten Preisstufe. 



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