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Hamelner fügen 16-Jährigem aus Bad Münder Kopfverletzungen zu / Junge drohte zu erfrieren

Brutale Räuber finden ihr Opfer in der S-Bahn

Hameln/Hannover. Die drei Räuber gingen äußerst brutal vor – sie schlugen ihrem Opfer das Gesicht blutig, brachen ihm das Nasenbein und hörten erst auf, es zu verprügeln, als das rechte Auge des 16 Jahre alten Jungen aus Bad Münder stark zugeschwollen war. Mit Kopfverletzungen blieb der Schwerverletzte auf dem Parkplatz des Amtsgerichts an der Leonhardtstraße in Hannover liegen.

veröffentlicht am 29.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 16:21 Uhr

Am Bahnhof Hameln stieg der Münderaner in eine S-Bahn. Im Zug tr

Autor:

Ulrich Behmann
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Der Ausgeraubte hat sein Leben einem Fußgänger zu verdanken, denn: Wäre der Jugendliche nicht so schnell gefunden worden, hätte er erfrieren können. In der Tatnacht war es bitterkalt. Minus zehn Grad zeigte das Thermometer. Ein Gerichtsmediziner kam zu dem Schluss, dass sich der Verletzte „in einer lebensbedrohlichen Lage“ befunden hat.

Der Überfall ereignete sich bereits am Freitagabend, 18. Dezember, zwischen 23 Uhr und 23.15 Uhr. Zehn Tage nach dem blutigen Verbrechen hat das für Kinder- und Jugendkriminalität zuständige 6. Fachkommissariat in Hameln die Tat aufgeklärt. Unterstützt von Ermittlern der Polizeiinspektion Hannover-Mitte und mit richterlichen Durchsuchungsbeschlüssen in der Tasche, klopften Fahnder am Montag an die Türen von zwei Tatverdächtigen. Sie stellten Beweismittel sicher. „Wir haben das Handy und die Papiere des Opfers gefunden“, so Kriminalhauptkommissarin Christa Strehler auf Anfrage der Dewezet. Die ins Visier der Polizisten geratenen Hamelner sind 16 und 18 Jahre alt und haben einen Migrationshintergrund. Beide sind bereits wegen Eigentumsdelikten in Erscheinung getreten. Gegen den Volljährigen wurde auch schon wegen Körperverletzung ermittelt. Die Verdächtigen legten Geständnisse ab und gaben den Namen des dritten Mittäters preis. Es handelt sich um einen 17-Jährigen aus Hameln, der aus kriminalistischer Sicht ein noch unbeschriebenes Blatt ist.

Am Tattag hatte der 16-jährige Münderaner in Hameln Weihnachtsgeschenke kaufen wollen. Am Abend ging er zum Hamelner Bahnhof, setzte sich in die S-Bahn der Linie 5, um nach Hause zu fahren. In dem Zug lernte er die drei Hamelner kennen. Sie müssen ihm von einer tollen Party erzählt haben. Denn gemeinsam fuhren die vier Jugendlichen nach Hannover, um dort die Feier zu besuchen. Doch es kam anders: An der Leonhardtstraße schlugen die Hamelner ihren „neuen Bekannten“ zusammen und raubten ihn aus. Mit Geld, Papieren und einem Handy ergriffen die Täter die Flucht. Das Opfer ließen sie einfach in der Kälte liegen.

Durch Zufall wurde der erheblich Verletzte rasch gefunden. Er musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden, konnte die Räuber zum Glück gut beschreiben. Ihr auffälliges Äußeres führte schließlich auf die Spur der gesuchten Gewalttäter. „Wir kennen einen Großteil unserer Delinquenten und deren Beziehungen untereinander gut“, sagt die Leiterin des Fachkommissariats 6 (FK 6), Kriminalhauptkommissarin Strehler – und fügt hinzu: „Das ist ein entscheidender Vorteil und eine wichtige Voraussetzung für schnelle Ermittlungserfolge.“

Bereits Mitte des Monats hatte das FK 6 innerhalb weniger Tage eine räuberische Erpressung, die sich am 12. Dezember um 20.30 Uhr auf dem Spielplatz an der Platzstraße in Hameln ereignet hatte, aufgeklärt. Drei Hamelner (15, 16 und 19 Jahre alt) stehen im Verdacht, vier Jugendliche (14, 14, 15 und 15 Jahre alt) überfallen zu haben. Auch in diesem Fall drohten die Täter: „Los, Handys her, oder es gibt Schläge!“



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