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Züge nach Hameln-Pyrmont betroffen

Brückenabriss in Hannover beeinträchtigt Bahnverkehr

HAMELN-PYRMONT/HANNOVER. Von Bahnbenutzern in Deutschland wird seit einiger Zeit viel Geduld gefordert. Überall im Netz wird repariert und saniert – und teilweise kommt es ganz dicke: wenn bei vollem Bewusstsein des Patienten ein radikaler Eingriff an einer Hauptschlagader vorgenommen werden muss. So wie in Hannover.

veröffentlicht am 27.08.2018 um 17:54 Uhr
aktualisiert am 27.08.2018 um 18:30 Uhr

Herzstück am hannoverschen Hauptbahnhof: Die Eisenbahnüberführung Königstraße muss ersetzt werden. Vom Abriss und Neubau ist der Zugverkehr stark betroffen – besonders auch die S-Bahn ins Weserbergland. Foto: pr/DB Netz AG/Matthias Michaelis
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Operation am Hauptbahnhof wird erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr der S-Bahn-Linien 5 und 51 ins Weserbergland haben. Die zahlreichen Pendler und Fernreisenden werden zu Umwegen, früherem Aufstehen oder genauer Überprüfung der gewünschten Verbindung gezwungen sein. „Damit Sie auf Ihrer Reise nicht von den Bauarbeiten überrascht werden, informieren Sie sich bitte vorab“, bittet die DB. Sie entschuldigt sich vorab „für die Reisezeitverlängerungen und Unannehmlichkeiten.“

Am hannoverschen Hauptbahnhof ist die bereits 1880 in Betrieb genommene Eisenbahnbrücke über der Königstraße den immensen Belastungen nicht mehr gewachsen. „Vor allem eindringende Feuchtigkeit hat die Festigkeit der Baumaterialien erheblich geschwächt“, haben Experten festgestellt. Die Reparaturversuche der vergangenen Jahre seien fehlgeschlagen. Deshalb wird die Überführung in der ersten Oktoberhälfte abgerissen. Rund 15 Tage lang sind dann fast alle Gleise in diesem Bereich unterbrochen – und das sind viele, denn es handelt sich um das Vorfeld eines der meistfrequentierten Bahnhöfe Deutschlands. Natürlich wird der Neubau deutlich länger als zwei Wochen dauern, doch die Bahn will dort für diese Phase 16 Hilfsbrücken montieren. Seit April laufen die Vorarbeiten für das Mammutprojekt.

Über die Königstraße hinweg laufen die Fernbahnstrecken gen Osten (Berlin) und Süden (München/Basel) sowie die Gleise der Regional- und S-Bahn zum Beispiel nach Hildesheim und Hameln. Weil die Überführung unter Denkmalschutz steht, soll zumindest das markante Portal zum Thielenplatz – in der Sichtachse zum Operngebäude – gerettet werden. Es wird nach Fertigstellung der neuen Brücke im Originalzustand wieder aufgebaut, verspricht die DB, mehr noch: Die Fassade werde danach mit indirektem LED-Licht in Szene gesetzt.

Die neue Brücke besteht aus Stahlbetonbögen, die sich auf die alten Widerlager aufsetzen lassen. Die Bahn hat errechnet, dass der aufwendige Neubau – er kostet rund 18 Millionen Euro – auf die nächsten 80 Jahre gesehen billiger kommt als die Sanierung und Instandhaltung des historischen Bauwerks. Ende April und Ende Juli kommenden Jahres muss der Zugverkehr an diesem Punkt nochmals für acht und sechs Tage unterbrochen werden; Mitte Oktober 2019 soll die Überführung fertig sein.

Information

Neue Oberleitung: Die Expresslinie S 51 Hameln–Springe–Hannover fällt von Montag, 3. September, bis Freitag 7. Dezember, in beiden Richtungen wegen Arbeiten an der Oberleitung ersatzlos aus. Die Züge pendeln dann nur zwischen Seelze und Hannover-Bismarckstraße.

Neue Brücke: Wegen Brückenbauarbeiten am Hauptbahnhof Hannover (Hbf.) wird es von Montag, 1. Oktober, bis Montagfrüh, 15. Oktober, zahlreiche Umleitungen und Ausfälle geben. Die S 5 von/nach Paderborn über Bad Pyrmont, Hameln, Bad Münder, Springe fährt umgeleitet nach/von Hannover Hbf.; der Halt in Hannover-Bismarckstraße und Linden/Fischerhof entfällt. Für die S 5-Züge, die in Hameln oder Bad Pyrmont beginnen oder enden, ist Linden/Fischerhof die End- oder Startstation; von dort kann der Hauptbahnhof per Stadtbahn erreicht werden. Fluggäste aus dem Weserbergland, die mit der S-Bahn zum Airport Hannover wollen, sollten sich genau informieren. Die S3 von/nach Hildesheim fährt abweichend über Lehrte, die S4 zwischen Hannover Hbf. und Hildesheim fällt aus. Die S6 fällt zwischen Hannover Hbf. und Celle aus. Die S7 von/nach Celle fährt nur zwischen Hannover Hbf. und Lehrte. Die S 21 und S 51 von/ nach Barsinghausen beziehungsweise Hameln/Seelze (siehe oben) fallen aus.

Informationen zu den im Oktober baustellenbedingt umfangreichen Änderungen im Fernverkehr über Hannover – unter anderem nach Göttingen, Berlin, Köln oder Hamburg – gibt es im Internet unter www.bahn.de/reiseauskunft sowie www. deutsche bahn.com/bauinfos, via Telefon unter 0180/6996633 (Festnetz 20 Cent, Mobilfunk bis 60 Cent je Anruf).mafi

Mein Standpunkt
Marc Fisser
Von Marc Fisser

Lange hat Deutschland seine Infrastruktur vernachlässigt – nun häufen sich auf Straße und Schiene die Baustellen. Das war mehr als fahrlässig seitens der Politik. Und es ist lästig für die Bürger. Aber es handelt sich um Investitionen in die Zukunft. Und zum Glück ist die Staatskasse gut gefüllt.



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