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Ernte-Kampagne läuft / Sonne lässt Zuckergehalt steigen

„Blatt ist Photovoltaikfläche der Rübe“

HESSISCH OLDENDORF / AERZEN / EMMERTHAL / HAMELN / COPPENBRÜGGE / SALZHEMMENDORF / BAD PYRMONT / LAGE. In der kommenden Woche beginnt die Verarbeitung der Zuckerrüben in der Fabrik in Lage. Rübenroder drehen bereits ihre Runden auf den Feldern im Weserbergland, Lastwagen bringen die süßen Früchte zur Fabrik von Pfeifer & Langen ins Lippische oder zu Nordzucker nach Nordstemmen. Apropos Süße: Die Rüben haben in diesem Jahr durch die feuchte Witterung viel Blattwerk gebildet, der Ertrag liegt nach ersten Schätzungen im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Geht es nach den Rübenanbauern könnte der Zuckergehalt noch zunehmen.

veröffentlicht am 19.09.2021 um 11:00 Uhr

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Reporter

Für die Rüben, die jetzt aus der Erde geholt werden, ist es zu spät für eine weitere Zuckerbildung. Auf den Feldern der Landwirte, die in dieser Kampagne erst später liefern, kann sich noch einiges in Sachen Zuckergehalt tun, wenn die Sonne mitspielt. Da die Rüben viel Blatt haben, kann in den nächsten Wochen noch viel Sonnenlicht eingefangen und in Zucker umgewandelt werden. Wie sagen die Landwirte: „Das Blatt ist die Photovoltaikfläche der Rübe.“ Die Kampagne läuft von Mitte September bis weit in den Januar hinein. Die Früchte müssen jedoch früher geerntet werden. Sie lagern dann in großen abgedeckten Mieten am Feldrand, bis die Lademaus die Rüben über das Förderband auf die Lastwagen befördert.

In Nordstemmen läuft die Verarbeitung bereits seit Freitag, in Lage wird in dieser Woche gestartet. Nach den Proberodungen und Ertragsschätzungen gehen die Fachleute beim Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer von einer durchschnittlichen Erntemenge aus. Sie hoffen aber wie die Landwirte „noch auf gute Ertragszuwächse und steigenden Zuckergehalt“. Auf jeden Fall zeichnet sich für die Vermarktung in diesem Jahr eine deutliche Verbesserung ab. Der Zuckerpreis steigt. Dazu muss man wissen, dass vor vier Jahren die EU-Zuckerquote und damit der garantierte Mindestpreis gefallen sind. Der bis dahin streng reglementierte Markt muss sich seitdem der weltweiten Konkurrenz der Zuckererzeuger stellen.

Auf die Entwicklung auf dem Weltmarkt ist Dr. Jürgen Häffner von Pfeifer & Langen in seinem Vortrag bei der Mitgliederversammlung des Verbands der Rübenanbauer im Lippe-Weser-Raum eingegangen. Vor rund einhundert Landwirtinnen und Landwirten ging er in Blomberg-Großenmarpe auf die Herausforderungen bei der Zuckervermarktung ein. „Aufgrund knapper Zuckerbestände in der EU und gestiegener Weltmarktpreise lässt sich zumindest bei den aktuellen Verkäufen ein gutes Preisniveau realisieren.“

Die Rübenkörper sind dick, das Blattwerk dicht. Sonne kann jetzt noch den Zuckergehalt steigern.

Der Verband der Rübenanbauer im Lippe-Weser-Raum, der 1986 nach Schließung der Zuckerfabrik in Emmerthal gegründet worden ist, vertritt rund 1000 Mitglieder und führt für diese die Verhandlungen mit Pfeifer & Langen über die Höhe der Rübenpreise und die Ausgestaltung von Branchenvereinbarungen und Lieferverträgen.



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