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Umstrukturierungen der Gemeinden im Dekanat Hameln-Holzminden so gut wie abgeschlossen

Bischof: Katholische Kirche bleibt erhalten

Hameln-Pyrmont / Holzminden (joa). Nicht nur bei Städten, Gemeinden und Landkreisen macht sich der demografische Wandel bemerkbar. Auch die Kirchen müssen sich auf den Umstand sinkender Mitgliederzahlen einstellen. Im Dekanat Hameln-Holzminden der katholischen Kirche hat man sich bereits seit Anfang dieses Jahrtausends auf diese neuen Umstände durch Neustrukturierungen in den Zuschnitten der Gemeinden, der Ausdünnung von Pfarrstellen, ja sogar mit der Aufgabe von Gotteshäusern eingestellt. Rund 24 000 Gläubige zählt das Dekanat heute – vor zehn Jahren waren es noch 3500 Gemeindemitglieder mehr, erklärt Dechant Joachim Wingert, betont aber, dass dieser Mitgliederschwund kaum aus Kirchenaustritten als vielmehr aus Todesfällen und Wegzügen resultiert.

veröffentlicht am 06.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:21 Uhr

Gestern besuchte der Hildesheimer Weihbischof Hans-Georg Koitz a
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Aus ehemals 12 Kirchengemeinden wurden nunmehr sieben: Zwei in Hameln und jeweils eine in Holzminden, Hessisch Oldendorf, Bodenwerder, Bad Münder und Boffzen. Neuerungen, die in den Gemeinden auf massive Ablehnung und Unverständnis stießen.

Um sich ein Bild vom inneren Zustand des Dekanats Hameln-Holzmindens zu machen, ist der Hildesheimer Weihbischof Hans-Georg Koitz seit Mitte Oktober in den Gemeinden zwischen Boffzen und Hessisch Oldendorf unterwegs, visitiert Kindertagesstätten, Kirchen, die katholische Schule und das Altenpflegeheim in Hameln. In Gesprächen mit Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten, mit Personal und Gemeindemitgliedern hat Koitz fünf Jahre nach seiner letzten Visitation im Dekanat jetzt auch ein Stimmungsbild nach den Umstrukturierungen erhalten.

„Die noch vor einigen Jahren in den Gemeinden herrschende Unruhe ist weithin bewältigt,“ versichert der Bischof mit Blick auf die Gemeinde-Umstrukturierungen. Man habe sich mit den Realitäten abgefunden, möchte nun den Wandel positiv gestalten, so Koitz. Er habe bei seiner Visitation zwar nicht in allen, aber doch in einigen Gemeinden sogar Zeichen dafür gefunden, dass die neuen Strukturen sogar positive kreative Impulse freigesetzt hätten.

Wie Dechant Wingert versichert, ist der Umstrukturierungsprozess im Dekanat nach dem Prozess der vergangenen fünf Jahre „mittelfristig so gut wie abgeschlossen“. Weitere Stellenreduzierungen im Verwaltungsbereich seien nicht zu erwarten, ein Stand von sechs Pfarrstellen und drei Gemeindereferenten solle beibehalten werden. Kirchenschließungen stehen noch in Großenwieden, Neuhaus und Bevern an, nachdem die Kirche in Afferde bereits von Mennoniten als Bethaus und die Kirche in Fischbeck als Kindergarten genutzt wird.

Einen Gemeindezusammenschluss soll es im kommenden Jahr noch mit Rinteln und Hessisch Oldendorf geben. Welchem Dekanat die neue Gemeinde dann angehören wird, ist noch offen, so Wingert.

Eine klare Aussage machte Weihbischof Hans-Georg Koitz zur 150 Jahre alten katholischen Grundschule in Hameln, die seit Oktober vorigen Jahres Niels-Stensen-Schule heißt: „Vonseiten der katholischen Kirche möchten wir eine Standortsicherung garantieren und die Schule nicht aufgeben, solange es die Zahl der Kinder nur zulässt,“ so der Bischof. Und die lässt derzeit – auch das eine Folge des demografischen Wandels – zu wünschen übrig. Besuchten einstmals bis zu 500 Schüler die konfessionelle staatliche Schule, in der derzeit auch bis zu 20 Prozent nichtkatholische Kinder aufgenommen werden, so sind es derzeit nur noch 130 Schüler in sechs Klassen.

Wie Koitz versichert, passe die katholische Niels-Stensen-Schule ins Schulkonzept der Stadt Hameln. Der Nachfrage folgend, könne der derzeitige 20-Prozent-Anteil nichtkatholischer Schüler sogar noch heraufgesetzt werden; man möchte jedoch nicht in Konkurrenz um Schüler mit den anderen Hamelner Schulen treten, so der Bischof.

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