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Für Pollenallergiker beginnt die Hochsaison

Birke, Buche und Esche blühen wieder

WESERBERGLAND. Der Frühling nimmt Fahrt auf: Die Bäume werden grüner, alles blüht. Für die meisten Menschen ist dies eine Augenweide, für Allergiker beginnt dagegen eine Leidenszeit.

veröffentlicht am 27.04.2019 um 09:56 Uhr
aktualisiert am 07.05.2019 um 11:32 Uhr

Sie sorgt in dieser Zeit für juckende Augen, Niesen und laufende Nasen: Die Pollen der Birkenblüten wehen wieder. Foto: mw
Maximilian Wehner

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So auch bei der 22-jährigen Emmerthalerin Celina Eikenberg: „Besonders im April und Mai habe ich große Probleme mit den Pollen.“ Sie erzählt, dass sie unter brennenden und juckenden Augen leide. Außerdem laufe die Nase und sie wirke dann häufig schlapp und niedergeschlagen. Dadurch sei „die Lebensqualität eingeschränkt“. Vor allen Dingen der Blütenstaub der Birke, Buche und Esche fliegt derzeit und kann solche Symptome verursachen. Aber auch Weiden und Pappeln sorgen für eine hohe Pollenbelastung. Im Mai kommen dann noch die Gräserpollen hinzu. Allergiker haben aber bis zum Spätsommer keine Ruhe vor den lästigen Pollen, denn die Birke kann beispielsweise noch bis Ende August blühen.

Besonders bei milden Wintern ist die Belastung durch den Blütenstaub besonders hoch. Auch der vergangene Winter war ein Pollenförderer. Dadurch, dass jedes Jahr die Bäume leicht versetzt anfangen zu blühen, entwickelt sich die Pollensaison auch immer anders. Dies könne zu verschiedenen Allergie-Symptomen führen, meint Hendrik Diepenbrock, Vorsitzender des Bezirks Hameln-Pyrmont-Holzminden im Landesapothekerverband Niedersachsen.

Die Symptome bei einer Pollenallergie können vielseitig sein, ähneln oftmals aber auch einer Erkältung: Verstopfte Nase, Niesreiz, Nasenjucken, gerötete Augen und Tränen sowie trockener Husten kommen am häufigsten vor. Eine Erkältung allerdings dauert in der Regel nicht länger als zehn Tage. Weiterhin kann das Sekret bei einer Erkältung anders als beim Heuschnupfen auch schon mal milchig-grün werden. Bei einer Allergie ist das Sekret lediglich durchsichtig und wässrig. Außerdem komme es bei einer Erkältung nicht zu einem Jucken der Augen. Wichtig sei, dass die Allergie-Symptome rechtzeitig erkannt werden und dass die Allergie nicht auf die leichte Schulter genommen wird, sagt Diepenbrock von der Kur-Apotheke in Bodenwerder. Und: „Es besteht immer die Gefahr, dass aus einem leichten Heuschnupfen über Jahre ein Asthma werden kann.“

Bei Symptomen helfen sogenannte Antihistaminika, führt er weiter aus. Dabei gebe es mit Cetirizin und Loratadin zwei Arzneimittel, die unterschiedlich wirken. Diese Antihistaminika wurden speziell als Antiallergika entwickelt. Während das Loratadin rein vorbeugend wirke, könne Cetirizin auch noch nach den ersten Symptomen eingenommen werden. Eine weitere Alternative wäre ein Kortisonnasenspray, um den Heuschnupfen zu lindern. „Es helfen auch klassische Nasensprays“, sagt Diepenbrock. Diese sollen aber nicht länger als zehn Tage angewandt werden.

In der Hauptpollenzeit rät der Apotheker von Aktivitäten im Freien ab. Es helfe auch ein gesunder Schlaf. Zusätzlich solle man abends duschen, um alle Pollen, die am Körper haften, abzuwaschen. Außerdem empfiehlt er, die Kleidung nicht im Schlafzimmer aufzubewahren und möglichst schnell zu waschen. Auch das Fenster solle während des Schlafens geschlossen bleiben und nur bei Regen oder Windstille gelüftet werden. Helfen könne auch ein Aufenthalt an der See oder im Hochgebirge.

Pollenallergikerin Celina Eikenberg hat auch so ihre Methoden, um sich vor den Pollen zu schützen: „Ich gehe abends duschen und versuche, wenn ich draußen bin, immer eine Sonnenbrille auf zu haben, damit die Pollen nicht so in die Augen kommen.“

Meist werden Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis zwanzig Jahren zum ersten Mal mit der Pollenallergie konfrontiert. Der 48-jährige Apotheker erklärt: „Von einem auf den anderen Tag kann eine Allergie auftreten.“ Oftmals leiden Betroffene ein ganzes Leben lang an einer Allergie. In manchen Fällen verwachse sich die Allergie. „Schätzungsweise entwickelt jeder fünfte Deutsche Heuschnupfen-Symptome im Laufe seines Lebens“, fügt er weiter an.

Derzeit beraten die Mitarbeiter aller Apotheken mehrmals täglich Kunden, wie man einer Pollenallergie entgegenwirken kann. Weitergehend kann ein Arzt auch einen Allergietest durchführen, um sich gegen Stoffe, auf die der Betroffene allergisch reagiert, sensibilisieren zu lassen. Auch die 22-jährige Emmerthalerin zieht eine sogenannte Hyposensibilisierung – eine Therapieform, um sich langfristig an die Pollen zu gewöhnen – in Betracht, denn: „Vor fünf Jahren war die Allergie noch nicht so schlimm, wie ich sie jetzt habe.“

Information

Was sind eigentlich Pollen?

Pollen – auch Blütenstaub genannt – bestehen aus Pollenkörnern, die das männliche Erbgut enthalten. Im Gegensatz zu insektenbestäubten Pflanzen, müssen windbestäubte Pflanzen wie Birke, Erle und Hasel deutlich mehr Blütenstaub produzieren, um eine Bestäubung zu sichern. Bei günstiger Windlage können Pollen sogar einige hundert Kilometer weit fliegen. Regen lässt die Pollen zu Boden sinken, Gewitter hingegen kann die Pollenbelastung in der Luft sogar noch verstärken.



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