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Viel organischer Abfall im Restmüll / Neues Gesetz zwingt Kreisabfallwirtschaft zum Handeln

Biotonne schon bald Pflicht für alle?

Hameln-Pyrmont (fh). Vieles von dem, was wir wegwerfen, könnte noch zu Geld gemacht werden. Diese Erkenntnis ist keineswegs neu. Wie jetzt eine Müllanalyse ergab, trifft dies jedoch ganz besonders auf einen Bereich zu: den organischen Abfall. Beim Thema grüne Tonne dürften nun Veränderungen auf die Hameln-Pymronter zukommen. Vor allem deshalb, weil ein neues Gesetz die Kreisabfallwirtschaft (KAW) zum Handeln zwingt.

veröffentlicht am 22.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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Laut der jetzt vorgestellten Abfallanalyse wäre mehr als die Hälfte (56,6 Prozent) des Mülls aus den untersuchten Restmülltonnen verwertbar gewesen. Bei mehr als 40 Prozent dessen, was als Restabfall entsorgt werden sollte, wäre eine Verwertung sogar über die schon vorhandenen Wege möglich – also über Biotonne oder Komposthaufen, gelben Sack, Papiersammlung und Glascontainer.

Fast ein Viertel des Restmülls bestand aus Garten- und Küchenabfällen, die eigentlich in der grünen Tonne oder auf dem heimischen Kompost hätten landen können. Weitere gut 15 Prozent des Restmülls machten Speisereste und verpackte Lebensmittel aus, die – obwohl größtenteils kompostierbar – nicht in die KAW-Biotonne dürfen. „Viel Potenzial“ sieht beim Bioabfall dann auch Dr. Michael Kern vom Witzenhausen-Institut, der die Müll-Untersuchung leitete.

Besonders schlecht schnitten in Sachen Bioabfall die Haushalte ab, die eine Biotonne nach eigenem Bekunden gar nicht nötig haben. Bei diesen Eigenkompostierern landete im Durchschnitt auffallend viel organischer Abfall in der Restmülltonne: genau 6,1 Prozent mehr als bei den Nutzern der Biotonne. Werte, die sich gegenüber der letzten Untersuchung 2007/2008 noch verschlechtert haben. „Bei den Eigenkompostierern sind viele dabei, die nur Geld sparen wollen“, vermutete Helmut Burdorf von den Grünen, als die Analyse-Ergebnisse im Betriebsausschuss Abfallwirtschaft präsentiert wurden.

Doch der Umgang mit dem Biomüll, „den energetisch wertvollsten Produkten, die wir haben“, wie Ulrich Kaufmann von der KAW sagte, wird sich nicht nur aus rein wirtschaftlichen und ökologischen Erwägungen ändern. Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet vom Jahr 2015 an, Bioabfälle getrennt zu sammeln – und dabei wird auch festgelegt, was zum Biomüll gehört. Da hier „Nahrungs- und Küchenabfälle“ aus Haushalten und Gaststätten genannt sind, dürften in nicht allzu ferner Zukunft also auch Speisereste den Weg in die grüne Tonne gehen. Da zudem von einer Pflicht zur Trennung die Rede ist, dürften wohl auch – vermeintliche oder echte – Eigenkompostierer künftig nicht mehr um eine weitere Mülltonne herumkommen. Bisher steht erst bei einem knappen Drittel der Hameln-Pyrmonter Haushalte die Tonne mit dem grünen Deckel.

Bedenken gegen Essenreste im Biomüll wurden bereits in der Ausschusssitzung laut: „Sehr problematisch“, urteilte Jobst-Werner Brüggemann (CDU). Abschreckende Beispiele kenne man aus Südeuropa. Zu lange Abholzyklen seien problematisch. Die Änderungen seien „keine Frage des Wollens“, entgegnete den Einwänden jedoch KAW-Chefin Sabine Thimm: Das Gesetz mache Vorgaben, „Das haben wir alle zusammen zu berücksichtigen.“

So setzte sich der untersuchte Restmüll zusammen. Als „stoffgleiche Nichtverpackungen“ werden Gegenstände aus Kunststoff, Metall oder Ähnlichem bezeichnet. Als „sonstige Organik“ Speisereste und verpackte Lebensmittel.

Grafik: Dana



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