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Grüne ziehen Bilanz

„Bei unseren Visionen bleiben“

veröffentlicht am 27.09.2017 um 14:17 Uhr

Auch am Abend nach der Bundestagswahl wurde es voll in der Dewezet-Geschäftsstelle an der Osterstraße. Am Sonntag steht nun bereits die nächste Wahlparty an. Foto: dana
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Ernst August Wolf Reporter
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HAMELN-PYRMONT. Die Manöverkritik der Grünen im Gasthaus „Schliekers Brunnen“ begann schleppend. Erst nach und nach tröpfelte das am Ende gute Dutzend der insgesamt 140 Mitglieder ein, um von der Direktkandidatin zur Bundestagswahl Ute Michel eine Einschätzung ihrer ersten Kandidatur zu hören.

Im Bund haben die Grünen 40 000 Wähler an die AfD und 110 000 an die FDP verloren. „Das zeigt den Zustand der Gesellschaft, zersplittert und gespalten. Da müssen wir Antworten finden“, so Michel.

Die „echten Themen“ seien auch im Wahlkampf vor Ort „nicht wirklich genannt“ worden. Michels Fazit: „Da hätten wir gegenhalten müssen.“ Während der Effekt eines 1800 Exemplare starken „Erstwählerbriefes“ nur schwer einzuschätzen sei, hätten sich die „Wahlprüfsteine“ als rundum gelungen erwiesen. Im Hinblick auf die mühsame Lektüre ihres 238 Seiten starken Programms zeigten sich die Grünen eher ratlos. Was wirkt? Was nicht? Diese Fragen blieb am Ende offen.

Michel: „Die Stellung der sozialen Themen wie etwa Pflege ist bei den Grünen, vorsichtig gesagt, nicht ganz einfach, aber da haben wir noch die Kurve gekriegt.“ „Bei Jamaika sind wir die einzigen, die bei sozialen Themen was Vernünftiges anzubieten haben“, so Michel weiter.

Nach der Wahl ist auch für die Kreisgrünen vor der Wahl. Was aber lehrt der Ausgang der Bundestagswahl für die anstehende Landtagswahl? „Wir müssen an unseren Visionen festhalten“, so Britta Kellermann. Gäbe es 87 Prozent Nicht-AfD-Wähler, so gelte es die an die Urne zu bekommen. so Anja Piel, die Vorsitzende der Landtagsfraktion, die erst spät zur Versammlung dazu gestoßen war. Es gelte grüne Kernthemen wieder stärker zu platzieren, so Britta Kellermann und auch Dr. Helmut Burdorf forderte eine Rückbesinnung auf „Kernkompetenzen“ wie Natur- und Umweltschutz. Statt kurzfristigen eher Langzeitperspektiven von 20 bis 30 Jahren, so der Münderaner. Auch bei den Grünen ist der AfD-Schock spürbar. „Die können wir nicht einbinden“, so Michel und fand Zustimmung bei den Mitgliedern. Gaulands „Wir werden sie jagen“ sei Nazi-Sprache, und im Osten gäbe es einen „latenten Rassismus“, so ein Mitglied.

Es zeige sich eine grundlegende Veränderung der politischen Diskussionskultur, stellte Kellermann fest. Da bilde sich „ein Konglomerat von Unzufriedenen und Verschwörungstheoretikern“, so auch Piel. Man dürfe deshalb nicht über jedes Stöckchen springen, das die AfD hinhalte, waren sich die Mitglieder einig. „Wir stehen vor schwierigen Abwägungen“, so Piel, die sich vom Rückzug der SPD überrascht zeigte. „Da ist uns die Verantwortung vor die Füße gefallen.“

Für die Landtagswahl rät Piel: „Nicht so viel predigen, sondern zuhören. Die Idee der offenen Gesellschaft konsequent weiter verfolgen, Verbündete suchen und unsere Leute an die Wahlurne bringen.“

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