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Samstag starten Roder im Weserbergland

Bauern ernten besonders süße Rüben

HAMELN-PYRMONT. Wenn am Sonnabend die ersten Rübenroder im Weserbergland ihre Bahnen über die Felder ziehen, werden es meist kleine Früchte sein, die sie aus der Erde holen und die dann von Lastwagen in die Fabrik zu Pfeifer und Langen nach Lage geliefert werden.

veröffentlicht am 20.09.2018 um 15:54 Uhr

Ein schlafendes Rübenfeld vor dem Höhenzug des Hohensteins. Die Blätter sind recht schlaff und teilweise verwelkt. Foto: pj

Autor:

PETER JAHN
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Doch was die Landwirte beruhigt: Die Rüben sind in diesem Jahr besonders süß. „Proberodungen haben ergeben, dass der Zuckergehalt bei 20 Prozent liegt“, sagt Alexander Sommermeier. „Ich gehe davon aus, dass es kein Spitzenjahr für die Anbauer wird“, so die vorsichtige Prognose des Beiratsmitglieds für die Region Hessisch Oldendorf beim Verband der Rübenanbauer im Lippe-Weser-Raum.

Sebastian Binder, Einsatzleiter der Zuckerrüben-Rodegemeinschaft, bestätigt den hohen Zuckergehalt. Auch er geht von „einem Durchschnittsjahr“ für die Rübenanbauer aus. Seit einigen Tagen sind die Rübenroder der Gemeinschaft für Landwirte tätig, die an Nordzucker in Nordstemmen liefern. Der Aerzener spricht von einem durchschnittlichen Ertrag. Das wird nicht für alle Rübenanbauer zutreffen, so die Einschränkung, die auch Sommermeier macht. „Es gibt wahnsinnig große Schwankungen, jeder Regenschauer macht sich bemerkbar“, erklärt Binder. Sommermeier aus Fischbeck verweist außerdem auf die unterschiedlichen Böden. „Es ist deutlich zu sehen, wo Rüben über gutem Boden oder über Kies stehen.“

Die Wasserbilanz des Sommers 2018 ist deutlich negativ. Das führt bei extrem trockenen Böden über Kies zu schlafenden Rüben mit teilweise starkem Blattverlust, in den letzten Wochen ein häufiges Bild. In Gebieten, in denen Regenschauer niedergingen, wuchsen die Früchte. Dass der Zuckergehalt so hoch ist, liegt an der wochenlangen intensiven Sonneneinstrahlung. Die Situation kann sich indes noch verändern, denn die Rübenkampagne läuft noch bis Mitte Januar. Sollte in den nächsten Wochen Regen fallen, beginnen die Feldfrüchte wieder zu wachsen.

Der Boden ist trocken und betonhart, die Zuckerrüben aufgrund des Wassermangels klein geblieben. Foto: pj

Dann bildet sich Blattmasse und die Rübenkörper wachsen. Mit der steigenden Masse fällt der Zuckergehalt, denn die Frucht benötigt dazu Energie. Diese zieht sie aus dem Einlagerungsstoff Zucker. Für das Portemonaie der Landwirte entscheidend ist letztlich das Verhältnis von Ertrag zu Zuckergehalt. Dicke Rüben bedeuten nicht unbedingt ein Plus. Und dann ist da auch noch der Weltmarkt. Nach dem Fall der Zuckermarktordnung orientiert sich der Zuckerpreis an Angebot und Nachfrage. Mit fallenden Preisen hatten die Landwirte und Fabriken bereits nach der letzten Ernte zu kämpfen.

Ein anderes, praktisches Problem befürchtet Sommermeier bei der jetzt anlaufenden Ernte. „Der Boden ist betonhart, da kann es passieren, dass die Rüben nicht heil aus der Erde kommen.“ Das kann Binder allerdings aus bisherigen Erfahrungen der ersten Rodungen abmildern: „Bisher haben wir die Rüben gut aus dem Boden bekommen. Wir passen die Fahrgeschwindigkeit an, damit wir die Früchte nicht beschädigen.“ Ob dies so bleibt, wird sich ab Samstag im Wesertal zeigen, wenn das Rübenroden im Bereich Grohnde beginnt. Was alle freuen dürfte: Mit stark verschmutzten Straßen wie im nassen Vorjahr ist derzeit bei der Abfuhr nicht zu rechnen.



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