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Rapserzeugergemeinschaft arbeitet seit 25 Jahren / Ernte fällt dieses Jahr weniger gut aus

Bauern bündeln Kräfte bei Vermarktung

Hameln-Pyrmont (pj). Wer als Landwirt erfolgreich sein will, muss den Markt ständig im Auge haben, um seine Produkte zu gutem Preis verkaufen zu können. Das kann jeder für sich tun, doch viele haben schon vor Jahren erkannt, dass es besser ist, wenn man sich zusammentut. Die Erzeugergemeinschaft für Qualitätsraps ist ein solcher Zusammenschluss. Zeitweise über 160 Landwirte gehörten dieser an. Heute, 25 Jahre nach der Gründung, sind es 91, die über ihre Geschäftsstelle die Ölfrucht auf den Markt bringen und damit das erste Geld des Erntejahres in ihre Kassen bekommen.

veröffentlicht am 23.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

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Wenn jetzt die Mähdrescher auf die Rapsfelder fahren, ist ein Teil der Ernte schon verkauft. Das gilt auch für die Ernte 2013, ohne dass die Aussaat in der Erde ist, wenn der Preis stimmt, den der Handel bietet. Den Verkaufszeitpunkt kann jeder Landwirt selbst bestimmen, die Gemeinschaft verhandelt die Rahmenbedingungen. „Für dieses Jahr sind 3133 Tonnen per Kontrakt dem Handelspartner zugesagt“, erklärt der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft, Frank Holweg. Für das nächste Jahr beläuft sich die Menge auf bisher 700 Tonnen, für die sollen 460 Euro pro Tonne fließen. „Ein äußerst interessanter Preis“, wie Bolko Janssen aus Behrensen, der langjährige Geschäftsführer der Rapserzeugergemeinschaft erklärt. Er empfiehlt daher seinen Berufskollegen, jetzt einzusteigen.

Ausgegangen wird in diesem Jahr bei der Erzeugergemeinschaft von einer Erntemenge von rund 4500 Tonnen. Diese werden an Lippe Agrar im Mindener Hafen geliefert. Gehandelt wird der Raps beim Verkauf nach dem jeweiligen Kurs der Pariser Warenterminbörse Matif. Den Zeitpunkt des Verkaufs der nicht mit Vorvertrag veräußerten Menge kann jedes Mitglied selbst bestimmen.

Bei der Erzeugergemeinschaft geht es aber nicht nur um den Verkauf der kleinen dunklen Körner. Auf Versuchsfeldern wird auch überprüft, welches Saatgut sich für die heimischen Böden besonders eignet. „Im Vorjahr haben wir 26 Sorten ausgewertet“, führt Cornelius de Vries, einer der Berater der Gemeinschaft aus. Er geht auch auf die jetzt anlaufende Rapsernte ein. Nach einer guten Bestellung gab es bis zum Februar keine Probleme. Dann schadete der Winter ohne Schnee und mit viel Sonne den Pflanzen. Hinzu kam eine rapsspezifische Krankheit, die Botrytis, die Haupttriebe abfaulen ließ. Das ging so weit, dass in einigen Gebieten Bestände untergepflügt werden mussten. Mit der Wärme im Mai setzte auch noch eine Invasion der Rapsglanzkäfer den Pflanzen zu. Dennoch geht Cornelius de Vries davon aus, dass es eine gute Ernte wird, obwohl „die Ertragserwartung 15 bis 20 Prozent geringer ist als im Vorjahr“. Im Vorjahr haben die Bauern eine sehr gute Ernte einfahren können. Was die Rapsanbauer zufrieden in die Zukunft blicken lässt, der Preis für diese im Weserbergland und in der Region Hannover auf vielen Feldern angebaute gelb blühende Frucht stimmt.

Für Bolko Janssen endet nach 24 Jahren die Arbeit als Geschäftsführer, „die mir immer großen Spaß gemacht hat und von Vertrauen geprägt war“. Es ist gelungen, Henning Bormann aus Springe als Nachfolger zu gewinnen. Er sieht in der Aufgabe „eine große Herausforderung“ und setzt auf die Hilfe seines Vorgängers. Mit der Amtsübernahme durch Henning Bormann wird die Saatgutausgabe der Rapserzeugergemeinschaft nicht mehr in Behrensen sondern in Springe erfolgen.



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