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Ende August lädt der NABU in vielen Orten zu nächtlichen Ausflügen, Vorträgen und Festen ein

„Batnight“ – Exkursionen zu Fledermäusen

Hameln-Pyrmont. Nur weil sie den Teufel im Leibe haben, können Fledermäuse in tiefdunkler Nacht mit rasender Geschwindigkeit durch die Lüfte kreisen, ohne anzustoßen: Diese Erklärung reichte dem Naturforscher und Bischof von Padua, Lazzaro Spallanzani, Ende des 18. Jahrhunderts nicht mehr und er begann, mit Fledermäusen zu experimentieren. Aus heutiger Sicht mit rüden Methoden: Er stach den Versuchstieren die Augen aus, um so nachzuweisen, dass die blinden Fledermäuse ebenso geschickt Hindernisse umflogen und bei der Jagd erfolgreich waren wie unversehrte Tiere. Fledermäusen, denen er die Ohren verschloss, verloren allerdings ihre erstaunlichen Fähigkeiten. Kurz vor seinem Tode notierte er dann den Satz: „Kann man mit den Ohren sehen?“ Erst 200 Jahre später gelang die endgültige Aufklärung des Phänomens: Harvard-Student Donald Griffin entdecke 1930 zusammen mit dem Physiker G. W. Priece die Ultraschallrufe der Fledermäuse.

veröffentlicht am 25.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:41 Uhr

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Bahnbrechend für die Fledermaus-Forschung waren die ersten mobilen Ultraschall-Ortungsgeräte, die Anfang der 1990er Jahre auf den Markt kamen. Mit dem „Bat-Detektor“ gingen Fledermauskundler in der Natur auf die Pirsch, konnten nun die lautlosen nächtlichen Insektenjäger „hautnah“ erleben.

Alle heimischen Fledermäuse jagen und orientieren sich mithilfe der sogenannten Ultraschall-Echo-Ortung. Die Laute werden in einem Bereich von etwa 20 bis zu 100 Kilohertz (KHz) erzeugt. Jede Fledermausart hat dabei ihre besondere Rufcharakteristik und nutzt bestimmte Frequenzbereiche. Sie sind allesamt für den Menschen nicht wahrnehmbar, denn die menschliche Hörfähigkeit endet bei etwa 16 bis 18 KHz. Der „Bat-Detektor“ überbrückt genau diesen menschlichen Schwachpunkt, indem er die hochfrequenten Rufe der Fledermäuse in hörbare Laute abwandelt. Das Ergebnis ist je nach Fledermausart und Situation ein Stakkato von „singenden“, „knackenden“ oder „klickenden“ Geräuschen. Der Ultraschallruf einer Fledermaus dauert nur wenige Millisekunden. Im normalen Suchflug erfolgt der Ortungsruf vielleicht 10-mal pro Sekunde. Wird Beute „erhört“, steigert sich die Ruffrequenz auf 100 und mehr Einzelrufe pro Sekunde, bis der Fang erfolgt. Das Erkennen von Fledermausarten anhand ihrer Rufe muss allerdings erlernt werden.

Im Rahmen der 15. Europäischen Fledermaus-Nacht Ende August bieten NABU-Fledermauskundler nächtliche Exkursionen mit dem „Bat-Detektor“ an. Unter fachkundiger Leitung können so an vielen Orten Abendsegler, Wasser- und Zwergfledermäuse oder andere Arten entdeckt werden. Es gibt Fledermausfeste, Vorträge und Exkursionen.

In Bad Pyrmont findet die „Batnight“ bereits am Freitag, 26. August, ab 21 Uhr statt: Nach einer thematischen Einführung erleben die Naturfreunde dort die Fledermäuse am Gondelteich. Treffpunkt: in der Mitte des Parkplatzes vor dem Gondelteich. Eine gute Taschenlampe sollte jeder mitbringen. Kinder sind willkommen.

In Stadthagen sind die nächtlichen Jäger ebenfalls bereits am Freitag, 26. August, das Thema. Der NABU veranstaltet dort in Zusammenarbeit mit der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland in seiner Naturschutzwerkstatt eine Fledermausnacht. Nach der Eröffnung um 19 Uhr erfahren die Besucher alles Wissenswerte über diese bedrohte Tierart. Weitere Angebote: Kinderspaß mit „Peter-Klaus, die Fledermaus“, Basteln von Fledermausquartieren, Exkursion in die Bornau-Aue, Nachtfalter-Kino sowie kulinarische Genüsse für Naturfreunde. Treffpunkt: Am Helweg 12.

In Grave lautet das Motto für „Batnight“ am Freitag, 26. August: Das Große Mausohr live erleben. Die Kirche ist dort eines der größten Quartiere in Niedersachsen. Mehr als 900 Tiere dieser Fledermausart hängen hier kopfüber und dicht gedrängt im Glockenturm. Der NABU Holzminden lädt dazu ein, den Ausflug der Tiere aus der Kirche zu beobachten und dabei ihren Sozial- und Ortungslauten zu lauschen. Treffpunkt ist um 20.30 Uhr am Campingplatz in Grave.

In Rinteln findet am Samstag, 27. August, eine Fledermauswanderung statt. Um 22 Uhr lädt der NABU zur Exkursion ein. Treffpunkt ist das Parkhaus Bruno Kleine. Die heimischen Fledermausarten werden im Bereich des Blumenwalls beobachtet. Dabei werden auch „Bat-Detektoren“ eingesetzt. Die Veranstaltung ist witterungsabhängig – bei Regen entfällt die Fledermauswanderung und wird an einem anderen Termin nachgeholt.

In Hessisch Oldendorf findet am Samstag, 27. August, ab 19 Uhr eine Fledermausnacht mit Dia-Vortrag, Film, Kinderaktionen und anschließender Exkursion mit dem „Bat-Detektor“ statt.Treffpunkt: Wilhelm-Busch-Realschule.

In Holzminden findet Samstag, 27. August, ab 19.30 Uhr ein Fledermaus-Kinderfest statt. Spielerisch können die Kids erfahren, wie Fledermaus-Kinder wohnen und aufwachsen, wie schwer die Orientierung in der Dunkelheit ist und was die Lieblingsspeise der Fledermäuse ist. Anschließend werden mit „Bat-Detektoren“ Wasserfledermäuse, Rauhautfledermäuse, Zwergfledermäuse und noch weitere Arten über den Teichen in Holzminden beobachtet. Eintrittskarten für die Veranstaltung sind im NABU-Umweltladen in Holzminden oder zu Beginn der Veranstaltung vor Ort erhältlich. Treffpunkt: Kauffmannsgarten, Holzminden.

In Holzen wird am Sonntag, 28. August, ab 10 Uhr zur Fledermauswanderung im Ith eingeladen. Die Wanderung zu den Höhlen führt durch den abwechslungsreichen Laubmischwald des Ithzuges, in dem die Fledermäuse nachts die Nachtfalter von den Blättern lesen oder die Laufkäfer vom Waldboden aufsammeln. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Parkplatz Hüttenstraße in Holzen. Eine Taschenlampe sollte jeder mitbringen.



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