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Ex-Innenminister zitiert aus Telefonat mit Edathy – jetzt will er aber lieber nichts mehr sagen

Bartling zurück auf der Bühne

Weserbergland. So viele Weiterungen, wie die Edathy-Affäre inzwischen genommen hat, die politischen Weggefährten aus dem Wahlkreis spielten in diesem Stück noch keine Rolle. Bis Montag. An diesem Tag schaltete sich Niedersachsens Ex-Innenminister Heiner Bartling in die Debatte ein und berichtete dem NDR über ein Telefonat mit Edathy, bei dem dieser von einem Hinweisgeber gesprochen habe, der ihn vor möglichen Ermittlungen gewarnt habe. Und plötzlich steht Bartling selbst im Rampenlicht, TV-Sender interessieren sich für die Hintergründe seines Statements und erkundigen sich bei heimischen Genossen nach den möglichen Motiven.

veröffentlicht am 19.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Frank Werner
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Was hat Bartling zu der Äußerung bewogen? Im „Spiegel“ hatte Edathy just bestritten, über bevorstehende Ermittlungen informiert worden zu sein – Bartling behauptet öffentlich das Gegenteil. Zudem liest sich seine Einlassung, als wollte der Ex-Landesminister ein Druckventil für die SPD-Führung öffnen. Denn so unspezifisch die Formulierung Edathys über den Informanten auch gewesen sei, immerhin hat Bartling daraus den Eindruck gewinnen können, der Tipp sei nicht aus den Reihen der Politik gekommen. Eine Zusatzinformation, die der angezählte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann – Bartlings ehemaliger Fraktions- und Kabinettskollege im Landtag – durchaus goutiert haben dürfte.

Gegenüber der Dewezet sagt Bartling, seine Äußerung sei nicht bewusst darauf angelegt gewesen, der SPD-Führung auf Kosten Edathys den Rücken zu stärken. Edathy habe von einem „Mittelsmann“ gesprochen, der ihn über „Gerüchte“ zu möglichen Ermittlungen gegen ihn informiert habe. Das und der Umstand, dass sich Edathy „eher negativ“ über Oppermann geäußert habe, deute für ihn darauf hin, dass der Tippgeber nicht aus der Politik komme, sagt Bartling.

Bartling selbst interpretiert sein Statement gegenüber dem NDR als „relativ arglos“, auch mit Blick auf Edathy selbst. Den Ex-Abgeordneten aus Nienburg weiter in die Enge zu treiben, sei nicht sein Ziel gewesen.

Bartling betont, wie „verwerflich“ er Edathys Handeln, den Erwerb von Fotos nackter Kinder, finde. Doch der Steinberger gehört zu den wenigen Genossen, die weiterhin in Kontakt mit dem Ex-Abgeordneten stehen. „Ich bin nicht dafür, so wie andere auf Tauchstation zu gehen und so zu tun, als kenne man sich nicht.“ Auch den Kontakt zwischen Ex-„Spiegel“-Chefredakteur Georg Mascolo und Edathy, der am Sonntag in der Talkshow von Günther Jauch bekannt wurde, hat Bartling vermittelt.

Auf Tauchstation ging der Steinberger allerdings gestern, nachdem sein Zitat auf allen Kanälen gesendet worden war und sich die Interviewanfragen auf seinem Handy stauten. Bartling: „Ich habe beschlossen, nichts mehr zu sagen.“



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