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Bäuerin nun in der Landesregierung

Barbara Otte-Kinast aus Beber: Plötzlich Ministerin

BAD MÜNDER/HANNOVER. „Erfolg wird weiblich“, heißt ein Programm, das Barbara Otte-Kinast als Vorsitzende der Landfrauen in Niedersachsen ins Leben gerufen hat. Ein Titel, wie gemacht für diesen Mittwoch: Die Milchbäuerin aus Beber wurde im Niedersächsischen Landtag als Landwirtschaftsministerin vereidigt.

veröffentlicht am 22.11.2017 um 18:35 Uhr

Die Tasche mit Kuhmotiv ist immer dabei – Barbara Otte-Kinast hat gestern ihre Arbeit als Landwirtschaftsministerin in Niedersachsen aufgenommen. Foto: Rathmann
Jens

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Für ihren ersten Tag als Ministerin hatte sich die 53-Jährige familiäre Unterstützung mitgenommen – sie wollte den besonderen Tag mit ihrem Mann Jürgen teilen, auch Tochter Johanna und Schwiegersohn Florian Bäsmann waren dabei. Vormittags stand im Landtag die Wahl des Ministerpräsidenten auf der Tagesordnung, nach der Mittagspause dann für Otte-Kinast der erste Termin, der sie in der Nacht zuvor längst nicht so gut wie sonst hatte schlafen lassen: Sie wurde im Landwirtschaftsministerium vorgestellt. Der erste Kontakt mit „ihrem“ Haus, zumindest als Ministerin in spe. Ihr Vorgänger Christian Meyer (Grüne) holte sie persönlich am Eingang ab. Dass das Verhältnis der beiden in letzter Zeit nicht ganz spannungsfrei war – in diesem Moment schien es vergessen.

Als Vorsitzende der Niedersächsischen Landfrauen hatte Otte-Kinast häufiger Kontakt zu Meyer, wenn sie auch mit den Entscheidungen des grünen Agrarministers häufig haderte. Im Wahlkampf traten die unterschiedlichen Positionen dann offen zutage: Meyer habe der Landwirtschaft nicht gut getan. Er habe seine Öko-Klientel bedient und einen Keil in die Landwirtschaft getrieben – ein Agrarminister müsse aber für jede Art der Landwirtschaft da sein, kritisierte Otte-Kinast. Harsche Kritik, weshalb sie gestern Morgen vor ihrem Antritt im Ministerium auch einräumte: „Ich bin unglaublich gespannt auf meine Mitarbeiter. Auch darauf, wie sie auf mich reagieren.“

Breitbandausbau – ein
Thema der neuen Ministerin

Nach der Vereidigung wird Platz genommen – Ministerin Barbara Otte-Kinast auf der Regierungsbank.
  • Nach der Vereidigung wird Platz genommen – Ministerin Barbara Otte-Kinast auf der Regierungsbank.

Der erste Kontakt jedenfalls verlief aus Sicht der neuen Ministerin überaus positiv. Alle waren nicht da – was bei einer Mitarbeiterzahl von rund 470 und zusätzlichen rund 500 Mitarbeitern in den zugeordneten Behörden aber auch nicht weiter verwunderte. Ihren Vorgänger Meyer überreichte ihr vor ihrer Antrittsrede im Ministerium Blumen, sie verabschiedete ihn mit einem kleinen Präsent aus dem Haus – Wildschweinmettwurst aus dem Deister-Süntel-Tal.

Viel Zeit für ein erstes Kennenlernen mit den Mitarbeitern blieb nicht – ein schnelles Foto mit der Familie, mit dem Vorstand der Niedersächsischen Landfrauen vor dem Ministerium, dann wartete im Landtag in Sichtweite des neuen Arbeitsplatzes der 53-Jährigen der nächste Termin: die Vereidigung der Mitglieder der Landesregierung. Ein feierlicher Akt, dessen Ablauf Landtagspräsidentin Gabriele Andretta detailliert vorstellte: Die Mitglieder des Kabinetts vom Ministerpräsidenten bis zur Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatten einzeln vorzutreten und die Formel des Amtseides nachzusprechen. Erst dann durften sie auf der Regierungsbank Platz nehmen, während Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Regierungserklärung abgab.

Zeit zum Durchatmen blieb auch im Anschluss nicht – im Ministerium werden zentrale Entscheidungen erwartet, Fragen nach dem neuen Kurs wollen beantwortet werden. Die zentrale Linie hatte sie in ihrer Antrittsrede bereits zusammengefasst: „Ich will die Interessen und Probleme des ländlichen Raumes aktiv in dieser Regierung vertreten.“ Ein großes Anliegen sei es ihr daher, den Breitbandausbau flächendeckend voranzubringen. „Wir brauchen überall schnelle Datenautobahnen. Weiße Flecken auf der Internetkarte können wir uns nicht länger leisten.“ Als Ministerin wolle sie „für alle da sein“.

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