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Start zum Jahresbeginn 2018 fällt aus

Bahnen blockieren Billigtarif nach Hannover

HANNOVER/WESERBERGLAND. Zum billigeren und gerechteren Fahrpreis mit der Eisenbahn nach Hannover – dieser jahrzehntealte Wunsch aus dem Weserbergland schien endlich Wirklichkeit zu werden. Doch kurz vor dem Ziel steht das Signal unerwartet auf Rot: Der Termin zur Erweiterung des Großraumverkehrs Hannover (GVH), der Jahresbeginn 2018, sei nicht mehr zu halten, teilten die Region Hannover sowie die Landkreise Hameln-Pyrmont, Schaumburg, Nienburg, Celle und Heidekreis mit.

veröffentlicht am 02.06.2017 um 18:35 Uhr

Die Fahrt mit der S-Bahn nach Hannover sollte billiger werden. Das Projekt droht wieder einmal am Geld zu scheitern. Foto: Dana
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Verantwortung dafür geben sie den beteiligten Bahnen: „Einige“ hätten eine überzogene Millionenforderung an die Landkreise gerichtet. Mit dem Geld sollen die anfangs zu erwartenden Einnahmeausfälle ausgeglichen werden.

Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels (SPD) spricht als Vorsitzender des Erweiterten Wirtschaftsraumes Hannover von einem „Störfeuer, um eigene Interessen auf unserem Rücken durchzusetzen. Offensichtlich haben die Unternehmen darauf gehofft, die Region und die Kreise in Zugzwang zu bringen. Wir sind uns einig, auf diese Art, unzulässig Druck auzuüben, nicht einzugehen.“ Schaumburgs Landrat Jörg Farr betont: „Wir wollten Verbesserungen für unsere Bürger bei der Bahnnutzung erzielen.“ Nun zeige sich, „dass einige Verkehrsunternehmen nicht mitziehen und daran kein Interesse haben“.

Wie Hannovers Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz erklärt, geht es um Forderungen in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro im Jahr. Damit stände der finanzielle Aufwand der Kommunen in keinem vertretbaren Verhältnis mehr zum Nutzen für die Fahrgäste. Eine juristische Expertise bestätige die erhobenen Ansprüche nicht, dennoch werde die Unterschrift der Bahnen benötigt. Franz bedauert: „Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen sind Verbunderweiterungen mit vertretbarem finanziellem Aufwand leider nicht umsetzbar.“ Die Kommunen sind bereit, 2,2 Millionen pro Jahr aufzubringen; Hameln-Pyrmont hat 500 000 Euro eingeplant, Schaumburg 340 000. Weil mit steigenden Fahrgastzahlen gerechnet wird, soll der Zuschuss nach wenigen Jahren entfallen. Auch das Land will sich beteiligen, obwohl es mit dem Niedersachsentarif ein konkurrierendes Modell verfolgt. In den nächsten Tagen werden die Kreise mit der Region und dem Wirtschaftsminister beraten, wie weiter vorzugehen ist. Die Deutsche Bahn und das Unternehmen Metronom äußerten sich gestern nicht zu dem Streit

Das Ziel, weitere Bahnhöfe – darunter der in Rinteln – in die GVH-Zeitkarten-Regelung für Pendler aufzunehmen, ist angeblich nicht gefährdet. Die Kosten dafür werden zurzeit kalkuliert.



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