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Felsen könnten abstürzen

B83 bei Steinmühle wird jahrelang gesperrt

WESERBERGLAND. Die B83 bei Steinmühle wird voraussichtlich für mehrere Jahre gesperrt. Es könnten Felsbrocken abrutschen. Eine Hangsicherung wird durch das dort bestehende Naturschutzgebiet erschwert.

veröffentlicht am 24.04.2018 um 18:17 Uhr
aktualisiert am 25.04.2018 um 09:50 Uhr

Die Bundesstraße 83 verläuft bei Steinmühle dicht am Steilhang. Foto: wfx

An der Bundesstraße 83 befindet sich im Abschnitt Steinmühle auf Höhe der Ortslage Dölme eine Steilböschung mit rund 1,5 Kilometer Länge. Aus der Böschung lösen sich immer wieder Felsbrocken unterschiedlicher Größe und gefährden den Straßenverkehr.

Die Sperrung ist nach Angaben der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nach Absprache mit dem Landkreis Holzminden vom 13. April innerhalb der nächsten 4 Wochen umzusetzen und wird voraussichtlich ab Pfingsten erfolgen. NDR 1 Niedersachsen berichtet unter Berufung auf Markus Brockmann, den Leiter der Behörde, von einer fünfjährigen Sperrung. Aber auch sieben Jahre sind möglich.

In einem ersten Schritt soll der Streckenabschnitt zwischen der Kreisstraße 11 und dem Abzweig nach Grave für sämtliche Verkehrsteilnehmer gesperrt werden. Da die Sperrung voraussichtlich für mehrere Jahre erfolgen wird, ist in einem zweiten Schritt die dauerhafte Umleitung zum Beispiel mit geänderten Plantafeln (Vorwegweiser) erforderlich. Entsprechende Umleitungen sollen eingerichtet werden.

Die großräumige Umleitung soll zwischen Holzminden und Bodenwerder über die Bundesstraßen 64 und 240 geführt werden. Parallel werde an einer Lösung der Problematik gearbeitet mit dem Ziel, die Straßenverbindung wieder nutzbar zu machen.

Zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit wurde der Hang regelmäßig am Ende der Frostperiode vom Lockergestein befreit und die Schuttkegel geräumt. Vor längerer Zeit wurden bereits Schutzwände im Straßenseitenraum errichtet.

Im Jahr 2011 wurde ein Gutachten zur Analyse der Gefährdungslage erstellt. Ergebnis war, dass zur dauerhaften Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit grundlegende Sicherungsarbeiten an der bis zu 70 Meter hohen Felsböschung bei „Steinmühle“ erforderlich sind. Hierzu gehören Stahlnetze am Hang, Steinschlagschutzzäune in mehreren Ebenen und Felsanker zur Sicherung größerer Blöcke. Die Kosten für diese Maßnahmen werden auf ca. 5 Millionen Euro geschätzt.

Im Herbst 2017 wurde die Steilwand erneut durch einen Gutachter mit dem Ziel untersucht Sofortmaßnahmen vorzuschlagen, die den Hang für einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren absichern. Damit sollte der Planungszeitraum überbrückt werden, welcher für die Abstimmung, Durchsetzung und Herstellung der geplanten Varianten notwendig ist. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass sich die Gefährdungslage vergrößert hat.

Eine Umsetzung der Maßnahmen kann nach Angaben der Straßenbaubehörde nicht erfolgen, weil dadurch eine erhebliche Beeinträchtigung des vorhandenen europäischen Naturschutzgebietes (FFH) eintreten würde. Bedingt durch die Gefährdungslage vor Ort bleibe nur eine geordnete Sperrung der Strecke als Sofortmaßnahme, heißt es von der Behörde.



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