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Wie ein kleiner Elektrobetrieb auf dem Lande seine Auszubildenden findet

Azubi gesucht

Wallensen/Thüste. Robin Dehne wird gerade von seinem Elektro-Meister Jens Roloff die Fehlersuche an einem defekten Ventilator erklärt, als noch der Anruf aus einer Biogasanlage am Freitagmittag kommt. Eine Pumpe ist defekt und muss schnell noch repariert werden. „Selbstständig kommt von selbst und ständig“, sagt Roloff. Der Lehrling Niklas Michler ist sofort bereit, auch am Samstagmorgen zu arbeiten. Zusammen mit ihm wird der Meister das Problem angehen. Selbstverständlich ist das wohl heutzutage nicht mehr. Doch Jens Roloff hat bis jetzt mit seinen Lehrlingen stets Glück gehabt. Für die Suche musste er bislang noch nicht mal Anzeigen schalten. Bisher kamen seine Lehrlinge immer aus der Umgebung. Entweder wurden sie ihm empfohlen oder schnupperten vorher über Schülerpraktika in den Beruf hinein und wussten mit ihrem Talent zu überzeugen. In einer Zeit, in der es junge Leute in Großstädte und Ballungsräume zieht und die Probleme für Firmen immer größer werden, je platter das Land wird, ist das die Ausnahme.

veröffentlicht am 12.09.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

von christian göke
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Roloffs erster Azubi Clemens Hennecke aus Ockensen ist mittlerweile selbst auf der Meisterschule und wird, wenn alles nach Plan läuft, Anfang des nächsten Jahres fertig. Hennecke zieht es dann aber eher in die Industrie, da dort die Verdienstmöglichkeiten deutlich besser sind als im Handwerk. Das erlebt Roloff dann doch immer wieder in der Branche: Die Suche nach Gesellen gestaltet sich schwierig. Elektrotechniker sind sehr gefragt und auf dem Arbeitsmarkt kaum zu bekommen. Um seinen eigenen Bedarf zu decken, bleibt Roloff also nur die Möglichkeit, selbst auszubilden.

Roloff selbst folgte mit seiner Berufswahl der Familientradition, auch der Vater ist Elektriker. 1994 fing der Junior seine Lehre als Elektrotechniker bei einer Firma in Wallensen an. Nach der Ausbildung wechselte auch er erst nach Hannover, dann in die Industrie. Mit dem Abschluss zum Elektrotechniker-Meister für Gebäude- und Energietechnik entschied er sich später schließlich dazu, sich 2005 selbstständig zu machen. Er machte seine Erfahrungen, Höhen und Tiefen durch, bekannte sich zum Standort Wallensen. Heute beschäftigt Roloff drei Gesellen, vier Auszubildende und zwei 400-Euro-Kräfte.

Die Azubis sind zufrieden mit ihrem Chef. „Er behandelt uns sehr gut und ist ein pflichtbewusster Chef. Absolute Perfektion fordert er nur bei der Umsetzung der Kundenwünsche. Sonst lässt er uns schon viel machen, was wirklich viel Spaß macht“, sagt Robin Dehne. Bei solch zufriedenen Lehrlingen wird Roloff eventuell auch weiterhin viele Lehrlinge aus der Region finden – entgegen allen Trends, dass junge Leute die großen Städte dem platten Land vorziehen. Die Chefin der Arbeitsagentur in Hameln, Ursula Rose, bestätigt: „Kleine Betriebe abseits der Ballungsräume haben es einfach schwerer, ihren betrieblichen Nachwuchs zu finden, da haben viele Firmen ein echtes ein Problem.“ Roloff weiß, dass sein Betrieb eher die Ausnahme ist – noch hat er genügend Azubis gefunden.

Lesen Sie unser heute beiliegendes Wirtschaftsmagazin „Region mit Zukunft“ zum Schwerpunktthema Ausbildungsmarkt.



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