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„Paula“ nach Odyssee in Sicherheit

Ausreißer-Hündin tappt in Futter-Falle

SCHAUMBURG.“Paula“ ist eingefangen. Nachdem sie am 23. Juli in Kohlenstädt im Landkreis Schaumburg ausgebüxt war, wanderte die rumänische Hundedame zwischen Steinbergen, Kohlenstädt und letztlich Ahe hin und her. Immerhin 114 Tage lang waren ihr unterschiedliche Menschen auf den Fersen.

veröffentlicht am 20.11.2018 um 18:42 Uhr
aktualisiert am 20.11.2018 um 20:14 Uhr

Tiuz und Hündin Paula wirken ziemlich glücklich – endlich wieder im Warmen. Foto: MOMO

Autor:

Maurice Mühlenmeier
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Paula ist wortwörtlich „bekannt wie ein bunter Hund“. Sie ist definitiv ein Hund, mit ihrem pinkfarbenen Geschirr geht sie auch als bunt durch, noch dazu ist sie nun zum wiederholten Mal in der Zeitung. Andere Vierbeiner schaffen das nicht. Aber andere Vierbeiner sind auch nicht Paula.

Wenn man sich die vergangenen Monate anschaut, könnte man glauben, Paula sei ein universelles Superhirn, das sich durch gekonnte Verdunkelungstaktiken über Monate dem Zugriff einiger Menschen entziehen konnte – und der Mensch wird allgemein als Krone der Schöpfung gehandelt. Am Mittwoch vergangener Woche wurde Paula endlich „gesichert“, wie es im Fachjargon heißt.

Paula gehört dem Verein Saving Angels Deutschland, nachdem die vorherige Organisation überraschend ihre Zuständigkeit für das Tier für aufgehoben erklärt hatte. Bianca Raabe ist Vorsitzende des Vereins: „Ich bin froh. Eine große Last ist von uns allen abgefallen.“ Sie ist den Helfern, die zum Teil ihre Freizeit opferten, um den fidelen Vierbeiner wieder einer Behausung zuzuführen, sehr dankbar. Dennoch: „So, wie es bei Paula lief, sollte es niemals laufen.“ Damit seien die Organisation, die Struktur und das Hickhack der Tierschützer untereinander gemeint. Denn Paula ist keineswegs ein Mastermind. Vielmehr war das Zusammenspiel der Tierschützer, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, Paula zu fangen, über lange Strecken bestenfalls ein Trauerspiel. Die Feindseligkeiten kulminierten in emotionalen Wortgefechten in den sozialen Medien, einen guten Eindruck auf Außenstehende machte das nicht. Die Causa Paula geriet zunehmend in Kritik. Raabe konstatiert: „Bis zum fünften Versuch habe ich mich in die Sicherung nicht eingemischt, da die professionellen Hundesicherer versicherten, alles im Griff zu haben.“

Wie auf Rosen gebettet – Paula ist in Sicherheit. Foto: Momo
  • Wie auf Rosen gebettet – Paula ist in Sicherheit. Foto: Momo

Professionelle Hundesicherer hat es letztlich nicht gebraucht. Astrid Lane und ihr Sohn Tiuz haben in enger Zusammenarbeit mit dem Verein dem Treiben endlich ein Ende gesetzt. „Ich habe eine Futterstelle eingerichtet, die sie regelmäßig besuchte.“ Das sei schwer genug gewesen, immer wieder sei der Hund mit „wilden Futterstellen“ fortgelockt worden. Doch dann habe Paula mit der Zeit Vertrauen gefasst.

„An dem Abend hat sich Tiuz am Hoftor positioniert.“ Als Paula sich wie gewohnt den Bauch vollschlagen wollte, schloss Tiuz das Tor. Überraschend einfach konnte Lane die Ausreißerin anleinen und ins Auto bugsieren. Vielleicht hat es ihr auch einfach gereicht. „Ich habe sie dann direkt zu ihrer neuen Pflegestelle gebracht“, berichtet Lane. Sie habe nicht den Eindruck, dass Paula krank ist. „Sie ist wohlgenährt und hat auch guten Appetit gehabt.“ Wohl aber sei ihr Fell verfilzt und dreckig. „Mein Auto stinkt noch immer.“ Wo Paula jetzt ist, bleibt Geheimsache. Auch die neue Halterin will sich nicht nennen lassen.

Die Zeit sei aber auch belastend gewesen, sagt Lane. „Ich hatte kaum noch Freizeit.“ Gelitten habe darunter auch „Raupe“, ihr Lebensgefährte. „Er hatte sehr viel Geduld mit mir.“ Auch Uli Kuczewski gebühre besonderer Dank – sein Hof war Paulas steter Anlaufpunkt und letztlich auch der Ort ihrer Sicherung. Für die Hundedame Paula sind die zurückliegenden Monate ein Abenteuer gewesen. Für sie bleibt zu hoffen, dass ihre Abenteuerlust befriedigt ist.



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