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Wegen drohender Mehrarbeit: Lehrer wollen Engagement eindämmen / Streik-Aufruf dementiert

Auch an der KGS regt sich Protest

Salzhemmendorf. Der Plan der Landesregierung, die Arbeitszeit für Gymnasiallehrer zu erhöhen, sorgt jetzt auch an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) für Unruhe. Schulleiterin Christine Sprengel dementiert allerdings Gerüchte, nach denen Lehrer die Schüler für den morgigen Donnerstag zum Streik aufgerufen haben sollen. „Das ist nicht richtig. Es wird nicht gestreikt, das dürfen die Schüler auch gar nicht, und es wurde auch nicht dazu aufgerufen“, stellt die Gesamtschuldirektorin gestern auf Anfrage der Dewezet klar.

veröffentlicht am 13.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Zugleich bestätigt Sprengel, dass auch in Salzhemmendorf an der 1200 Schüler zählenden Einrichtung des Landkreises Hameln-Pyrmont Wut und Enttäuschung über die geplante Mehrarbeit herrschten. „Gerade bei uns gibt es so viele Projekte, Fahrten und Angebote, die ausschließlich in der freien Zeit der Lehrer und mit großem Engagement angeboten werden“, nimmt sie ihr Kollegium in Schutz. Die Ankündigung der niedersächsischen Landesregierung, die wie berichtet die wöchentliche Arbeitszeit der Gymnasiallehrer von 23,5 auf 24,5 Stunden heraufsetzen will, sei demotivierend und bringe das berühmte Fass zum Überlaufen – „da geht es nicht um die eine Stunde“. Nach einer Demonstration in Hannover hatten verschiedene Schulen angekündigt, aus Protest die Klassenfahrten abschaffen zu wollen, darunter das Vikilu in Hameln. Nun überlegen die Kollegen an der KGS, wie sie angemessen reagieren können – indem sie ihr bislang freiwillig erbrachtes Engagement, zum Beispiel beim Schüleraustausch oder bei verschiedenen Projekten, eindämmen. Gestern war in der Schule zunächst eine lange Liste ausgehängt worden, auf der die angebotenen Aktionen verzeichnet sind – Klassenfahrten, Jugend forscht oder die Show „Young Americans“ stehen offensichtlich auf dem Prüfstand. Auch die Angebote als Partnerschule von Hannover 96 sind Nachmittagsveranstaltungen, die bislang wie selbstverständlich von Lehrerseite begleitet wurden, so Sprengel. Inzwischen wurde die Liste aber wieder abgenommen, da sie offensichtlich für Verwirrungen gesorgt hatte. Denn noch ist nichts entschieden, ist unklar, wohin die Reise gehen wird. „Alles, was gebucht ist, wird auch stattfinden, es wird nichts abgesagt“, versichert Christine Sprengel. Ob und was am Ende möglicherweise gestrichen wird, steht noch nicht fest. Der Personalrat will zunächst einen Ausschuss bilden.

Die Schulleiterin betont, dass es keine Beschlüsse zu diesem Thema geben kann, „nur Empfehlungen – jeder Lehrer muss für sich selbst entscheiden, inwieweit er seinen bislang freiwillig erbrachten Einsatz einschränken will“. Sprengel: „Das ist ein demokratischer Prozess, der gerade begonnen hat.“

Die Schülerschaft steht unterdessen laut Schülersprecher Niklas Köhne hinter den Lehrern. „Wir verstehen nicht, warum sie mehr arbeiten sollen“, sagt der Salzhemmendorfer auf Anfrage. Zwar wollten die Schüler natürlich auf keines der Angebote wie auch Klassenfahrten verzichten, „aber die Lehrer sind aus unserer Sicht gezwungen, diesen Protest zu fahren“. Die Schüler seien auch nicht zum Streik aufgerufen worden, bekräftigt Köhne. Weil sie aber gegen die Pläne der Landesregierung sind, wollen sie – in ihrer Freizeit – demonstrieren. Wann genau, steht noch nicht fest – auf jeden Fall aber vor dem 6. Dezember. Dann will die Landesregierung endgültig über die Mehrarbeit entscheiden.



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