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Umweltminister Wenzel (Grüne) spricht in Grohnde mit Betreibern des Kernkraftwerkes

Atomaufsicht: „Keinerlei Abstriche“ bei der Sicherheit

veröffentlicht am 09.09.2016 um 19:36 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:52 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Auch in der Spätphase des Kraftwerks darf es daran keinerlei Abstriche geben“, heißt es in einer Erklärung des Ministers. „Der Betreiber ist verpflichtet, bis zum letzten Tag des Betriebs Investitionen zur Verbesserung der Sicherheit zu tätigen.“ Das Kernkraftwerk soll Ende 2021 endgültig stillgelegt werden.

Hintergrund seines Gespräches mit der Geschäftsführung der Preussen Elektra GmbH als Betreiber der Anlage und der Kraftwerksleitung waren die meldepflichtigen Ereignisse in diesem Jahr, besonders aber auch der tödliche Arbeitsunfall vor zwei Wochen. Bei Wartungsarbeiten im nicht-nuklearen Teil des Kraftwerks war dabei ein Mitarbeiter ums Leben gekommen, als an einer Hilfskesselanlage heißer Wasserdampf austrat.

Der Todesfall habe im Kraftwerk „erhebliche Betroffenheit ausgelöst“, sagte der Minister. Dort sei erkannt worden, dass die Atomaufsicht, die „scharf auf die Ereignisse guckt“, und die Gewerbeaufsicht „im wohlverstandenen Interesse“ der Belegschaft arbeiten würden. Die Staatsanwaltschaft werde die Hintergründe des Arbeitsunfalls sehr genau untersuchen, sagte Wenzel. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Guido Knott, erklärte, dass das Unternehmen alles dafür tun werde, um die Ursachen zu klären. Gleichzeitig fügte er mit Blick auf die meldepflichtigen Ereignisse hinzu, dass bei der Anlage „die Sicherheit für Preussen Elektra oberstes Gebot“ sei – bis zum letzten Tag des Betriebes und für die Zeit des Rückbaus. Ein früheres Ausstiegsszenario „steht für uns nicht zur Diskussion“.

Während Demonstranten die Stilllegung des Kernkraftwerkes Grohnde fordern, äußert sich Umweltminister Stefan Wenzel gegenüber den Medien. Den Betreibern habe er deutlich gemacht, dass sein Ministerium als Atomaufsicht die zurückliegenden meldepflichtigen Ereignisse „sehr ernst genommen wissen wolle“. Foto: fn

Anlässlich des Minister-Besuchs hatten rund ein Dutzend AKW-Gegner lautstark eine sofortige Stilllegung des Kernkraftwerkes gefordert. Minister Wenzel weckte zwar wenig Hoffnung, machte aber gleichzeitig deutlich: Ereignisse, die die Sicherheit betreffen würden, könnten schon „früher oder deutlich früher dazu führen, dass der Reaktor vom Netz geht“. Das hänge aber von der Bewertung und Analyse des Einzelfalls ab, fügte Wenzel hinzu.

Nach der im Mai verlängerten Revision und den vom Ministerium veranlassten Prüfungen von meldepflichtigen Ereignissen wurden gestern bei einem Rundgang auch Orte der jüngsten Vorkommnisse besichtigt. Beispielsweise soll der Prüfmodus für bestimmte technische Komponenten verschärft werden, wie der Minister erklärte. Er habe deutlich gemacht, dass „wir diese Ereignisse sehr ernst genommen wissen wollen“, sagte Wenzel.

Weitere Punkte des Gesprächs waren aktuelle atompolitische Themen wie die von Minister Wenzel befürwortete Verlängerung der Brennelementesteuer und die vom Bund geplanten Änderungen bei der Zwischenlagerung von Atommüll. Ein Video zum Gespräch in Grohnde gibt es im Internet unter dewezet.de



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