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Nürnberg plant neue Grenzen der Bezirke / Standort Hameln nicht von Fusion bedroht

Arbeitsagentur soll bleiben – aber ohne Springe

Weserbergland. Nicht überall führt der Rückgang der Arbeitslosigkeit zu mehr Beschäftigung. Den Arbeitsagenturen jedenfalls steht ein spürbarer Personalabbau ins Haus – und mit ihm die Fusion von Standorten und eine Neuvermessung der Bezirke, die sich künftig streng an den Grenzen der Landkreise und kreisfreien Städte orientieren sollen. Für die Agentur in Hameln bedeutet das nach derzeitiger Planung: Der Standort bleibt bestehen, gibt aber die Geschäftsstelle Springe an die Agentur Hannover ab und erhält im Gegenzug die überschaubar große Gemeinde Delligsen im Kreis Holzminden, die bisher der Agentur Hildesheim zugeordnet war.

veröffentlicht am 13.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:21 Uhr

Nach den Plänen zur Neuordnung der Arbeitsagenturen gibt Hameln die Geschäftsstelle Springe an die Agentur Hannover ab und erhäl

Autor:

Frank Werner
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Das Konzept zur „Weiterentwicklung der Organisations- und Führungsstrukturen“ der Bundesagentur für Arbeit, das derzeit durch die Verwaltungsausschüsse der regionalen Agenturen geht und voraussichtlich am 23. September vom Verwaltungsrat in Nürnberg abschließend beraten werden soll, sieht Fusionen von Agenturen vor, wenn die Mindestgröße von 90 Vollzeitstellen im Kundenbereich unterschritten wird.

Gemäß dieser Messlatte soll sich die Zahl der Agenturen bundesweit von 176 auf 156 verringern. In Niedersachsen stehen fünf Fusionen an, geplant ist zum Beispiel die Zusammenlegung von Braunschweig und Goslar und von Nienburg und Verden. Im Vergleich dazu sind die für Hameln vorgesehenen Änderungen eher marginal.

Allerdings würde die heimische Agentur mit der Geschäftsstelle Springe einen Einzugsbereich mit knapp 30 000 Einwohnern (und aktuell 1151 Arbeitslosen) abgeben und bekäme mit Delligsen eine Gemeinde mit nur 3715 Einwohnern hinzu.

Die eigene Personalstärke würde sich um acht Mitarbeiter aus Springe reduzieren, während für die Betreuung der vergleichsweise wenigen Arbeitslosen in Delligsen niemand nach Holzminden wechselt. Rechnerisch käme die Agentur Hameln damit auf etwa 110 Vollzeitstellen im Kundenbereich – immer noch genug, um nicht zu den Fusionskandidaten zu zählen.

In der neuen Struktur würde der Agenturbezirk exakt die Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden umfassen. Anders als bisher wäre Holzminden komplett eingegliedert und die Region Hannover außen vor. Für die Agenturen wie für die kommunalen Akteure verringert sich damit die Zahl der Kooperationspartner, es wird übersichtlicher am Verhandlungstisch. Was von der Agentur begrüßt wird: Genau aus diesem Grund sei der neue Zuschnitt sinnvoll, sagt Gunda Thöle, Bereichsleiterin der Hamelner Agentur.

Auch der Verwaltungsausschuss begrüßt in einer internen Stellungnahme die Anpassung an die Kreisgrenzen und erhebt auch gegen die Abgabe der Geschäftsstelle Springe „keine Bedenken“. Angesichts der Pendlerströme und der Ausrichtung Springes nach Hannover sei dieser Schritt „sachgerecht“, begründet der Vorsitzende des Ausschusses, AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus. Nicht Besitzstandswahrung, sondern „die Effizienzfrage“ habe im Vordergrund gestanden.

Der Ausschuss knüpft sein Plazet aber an die Bedingung, dass die verbleibenden Geschäftsstellen „im Sinne der Kundennähe erhalten und an jedem Werktag für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber geöffnet und erreichbar bleiben“. Nicht zu eigen gemacht hat man sich die Bedenken des Landkreises Holzminden, der die Entstehung längerer Wege bemängelt: Die Entfernung von Delligsen bis Holzminden ist größer als bis zur Geschäftsstelle Alfeld, von der die Arbeitslosen bislang betreut werden. Für den Ausschuss hingegen wog die Vereinheitlichung der Strukturen schwerer.

Im Kern will die Bundesagentur für Arbeit an ihrer Flächenpräsenz nicht rütteln, allerdings sehen die internen Planungen vor, bei einer Unterschreitung von 30 rechnerischen Vollzeitstellen „Geschäftsstellenverbünde“ zu bilden und die Leitungsebenen zusammenzuführen. Davon wird jede Geschäftsstelle im Hamelner Bezirk betroffen sein, denn von der Sollzahl sind die relativ kleinen Dependancen in Holzminden, Bad Pyrmont, Rinteln und Stadthagen weit entfernt.

Offen ist in den Planungen noch, welchen Stellenwert die Agentur in Hameln künftig einnehmen wird. Unter den bundesweit verbleibenden 156 Standorten sollen rund 40 sogenannte „Verbundagenturen“ eingerichtet werden, die Spezial-Kompetenzen bündeln und Experten-Teams für übergeordnete Aufgaben anführen sollen. „Das würde den Standort auf lange Sicht stärken“, sagt Agentur-Bereichsleiterin Gunda Thöle.

In der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses wird deshalb ausdrücklich die Erwartung formuliert, die Agentur in Hameln „aufgrund der regionalen Besonderheiten im Weserbergland“ und wegen ihrer erfolgreichen Arbeit künftig als Verbundagentur zu führen. Fraglich ist allerdings, welches Gewicht diesem Wunsch beigemessen wird, wenn die Wettbewerber Hannover, Hildesheim und Göttingen heißen.



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