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Dewezet zeigt Filmklassiker „Im Westen nichts Neues“ im Original von 1930

Antikriegsfilm mit zwei Oscars

Giftgas und Kälte im Schützengraben, Granateneinschläge, umherfliegende Gewehrkugeln, tödliche Stiche mit dem Bajonett: Das ist das unheroische Gesicht des Ersten Weltkrieges, das der Filmklassiker „Im Westen nichts Neues“ zeigt.

veröffentlicht am 10.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

von maike schaper
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Im Sommer 1914 ziehen viele Kriegsfreiwillige begeistert an die Front, auch der junge Protagonist Paul und seine Klasse melden sich geschlossen für die Armee. Ihre Euphorie erfährt jedoch schnell einen Dämpfer. An der Front erleben sie die desillusionierenden Auswirkungen des Krieges. Ständige Angriffe und Gegenangriffe reiben ihre Nerven auf, nie verlässt sie ihre Angst. Von Hunger und Durst gequält, verlieren sie ihre Ideale. Selbst die Überlebenden bleiben letztlich vom Krieg zerstört und können nicht mehr ins normale Leben zurückfinden.

Begleitend zu der Ausstellung „Hameln und der Erste Weltkrieg“ zeigt die Dewezet am kommenden Freitag in den Bad Pyrmonter Kronen Lichtspielen den 135-minütigen Film in einer deutschen Fassung. Der Eintritt ist frei. „All Quiet on the Western Front“, wie der Klassiker im US-amerikanischen Original heißt, gilt bis heute als einer der bekanntesten Antikriegsfilme. Er beruht auf dem gleichnamigen Bestseller von Erich Maria Remarque. Wie schon das Buch zuvor wurde auch der Film bei seiner Veröffentlichung 1930 zu einem weltweiten Erfolg. Die Kritiken in den USA und England fielen exzellent aus. In Deutschland war er allerdings zutiefst umstritten. Aufgrund seiner unehrenhaften Darstellung des Krieges, weil amerikanische Schauspieler deutsche Soldaten spielen und sowohl Regisseur als auch Produzent und einige Mitwirkende Juden waren, kämpften rechte Verbände gegen die Vorführung des Films.

Nachdem die zuständige Berliner Filmprüfstelle einer freiwillig gekürzten deutschsprachigen Version des Filmes die Freigabe erteilt hatte, erschien der Film im Dezember 1930 in den deutschen Kinos. Dagegen inszenierte Joseph Goebbels eine massive Kampagne: Er organisierte Massenaufläufe und handgreifliche Krawalle vor und in den Kinos. Gleichzeitig attackierte die NS-Presse die preußischen Behörden und forderte, den Film zu verbieten, weil er die öffentliche Ordnung gefährde. Diesem Druck gab die Oberste Filmprüfstelle nach und verbot die Vorführung des Films. Erst ein halbes Jahr später wurde der Film „für bestimmte Personenkreise und in geschlossenen Veranstaltungen“ wieder freigegeben. Weitere drei Monate danach erfolgte die allgemeine Wiederzulassung in einer nochmals gekürzten Fassung. Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde „Im Westen nichts Neues“ endgültig verboten. Im deutschen Fernsehen war der Film erstmals am 11. September 1969 zu sehen.

Die Originalfassung von „Im Westen nichts Neues“ ist am Freitag, 12. Dezember, um 16.30 Uhr in den Kronen-Lichtspielen in Bad Pyrmont zu sehen.

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