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Der Sternenhimmel im Dezember

Am 6. Dezember bilden Jupiter, Saturn, Venus und Mond eine Linie

Am 21. Dezember erreicht die Sonne wieder den tiefsten Punkt ihrer Bahn, und die Wintersonnenwende ist erreicht. Gleichzeitig ist Winteranfang. Die markanten Sommersternbilder gehen im Westen abends unter, und im Osten steigen die prachtvollen Sternbilder des Winters auf.

veröffentlicht am 28.11.2021 um 10:00 Uhr

28. November 2021 10:00 Uhr

Am 21. Dezember erreicht die Sonne wieder den tiefsten Punkt ihrer Bahn, und die Wintersonnenwende ist erreicht. Gleichzeitig ist Winteranfang. Die markanten Sommersternbilder gehen im Westen abends unter, und im Osten steigen die prachtvollen Sternbilder des Winters auf.

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Fast im Zenit steht die gelb strahlende Kapella im Fuhrmann, und darunter findet man die Zwillinge mit den auffälligen Sternen Kastor und Pollux. Aus Sicht der Astronomen gehören die beiden mit 52 beziehungsweise 34 Lichtjahren Entfernung noch zu unserer Nachbarschaft in der Milchstraße. Einzelheiten sind immer interessant. So bildet Kastor eine Gemeinschaft aus sechs „Sonnen“, und Pollux zählt zu den Riesensternen.

Noch tiefer stehend erkennt man den Sternhaufen der Hyaden mit dem prächtigen Roten Riesen Aldebaran im Stier. Südöstlich davon zeigt sich unübersehbar das schönste und klar für jedermann erkennbare Sternbild Orion, der „Himmelsjäger“ mit dem Schulterstern Beteigeuze, den drei Gürtelsternen, unter denen in seinem Schwert der berühmte Nebel zu finden ist und südwestlich Rigel, der westliche Fuß.

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Er ist Orions hellster Stern. Beteigeuze kann ihn zwar selten etwas übertreffen, da sie in ihrer Strahlkraft über Jahre deutlich schwankt, aber in seiner Konstanz ist Rigel eben im Ganzen doch der Alphastern. Nebenbei mit dem knapp 80fachen Durchmesser unserer Sonne ein beeindruckender Riesenstern.

Grafik: J. Reschke/Dpa

Merkur bleibt aufgrund seiner Konjunktion diesen Monat noch unsichtbar. Er erreicht zwar fast sein Aphel, seine größte Entfernung von der Sonne, aber das hilft uns trotzdem noch nicht bei der Aufsuche.

Venus nähert sich auf ihrer Bahn der Erde und erreicht am 4. Dezember ihren maximalen Glanz mit einer Magnitude von -4,9. Außer dem Mond erreicht nachts kein Objekt diese Helligkeit. Man hat aber nicht lange Zeit, dieses Himmelsschauspiel zu beobachten, denn der Planet steht sehr tief im Südwesten und geht am Monatsende bereits um 17.48 Uhr unter. Im Teleskop zeigt sich dann eine sehr schmale Venussichel, aber der Durchmesser beträgt sogar eine Bogenminute. Die Entfernung verringert sich auf 41 Millionen Kilometer. Kein anderer Planet kommt uns jemals so nah.

Mars entfernt sich nun allmählich wieder scheinbar von der Sonne. Er ist ab Monatsmitte morgens bei guten Sichtbedingungen im Südosten aufzufinden. Ich würde mir aber vorläufig noch die Mühe ersparen. Höchstens am 26. Dezember lohnt es sich, weil er nördlich von Antares vorbeizieht. Dieser Rote Riese im Sternbild Skorpion leuchtet dann etwas heller als der Planet, aber beide bieten mit ihrer roten Farbe einen lohnenden Anblick.

Jupiter wandert aus dem Sternbild Steinbock wieder zurück in den Wassermann. Er verliert auch weiter an Helligkeit, ist aber immer noch nach der Venus der zweithellste Planet. Auch die Untergänge verfrühen sich weiter, aber er ist immer noch vier Stunden sichtbar. Seine Entfernung zu uns auf der Erde ist am Jahresende seit seinem geringstem Abstand im August, seiner Opposition, von 600 Millionen Kilometer auf 833 Millionen Kilometer angewachsen.

Saturn bleibt im Steinbock und kann abends im Westen noch kurze Zeit beobachtet werden, geht zum Monatsende aber schon bald nach 19 Uhr unter. Wenn das Wetter mitspielt, versäumen Sie nicht den besonderen Anblick am 6. Dezember, wenn abends Jupiter, Saturn, Venus und Mond eine Linie bilden.

Uranus hält sich im Sternbild Widder auf und ist nach seiner Opposition im Vormonat noch gut zu finden. Am besten gelingt das, wenn er den Meridian, die höchste Stellung am Himmel, passiert. Diese Passagen verfrühen sich im Monatsverlauf von 22.14 auf 20.13 Uhr.

Neptun ist im Wassermann zu finden. Wer gut ausgerüstet ist, kann ihn mit seinem Fernrohr am Monatsende am besten um 17.45 Uhr finden.

Die Sonne verspätet ihren Aufgang von 7.57 auf 8.19 Uhr MEZ.


Die Mondphasen: 4. Dezember Neumond, 11. Dezember erstes Viertel, 19. Dezember Vollmond, 27. Dezember letztes Viertel.



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