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Gläubige Seniorin darf nicht mehr in die Kirche: Hausverbot mit Polizei durchgesetzt

„Alles für unseren lieben Pfarrer“

Obernkirchen. Zu Irritationen unter den Kirchgängern der St.-Josef-Pfarrgemeinde hat ein von dessen Kirchenvorstand gegen eine gläubige Seniorin ausgesprochenes Hausverbot geführt, das bereits bei mehreren Gottesdiensten unter Polizeieinsatz durchgesetzt worden ist. Zwar habe es in der Vergangenheit gewisse Vorkommnisse gegeben, diese wögen jedoch nicht so schwer, dass ein Hausverbot gerechtfertigt wäre. Genannt werden das Entzünden aller in dem Kirchengebäude ausliegenden Opferkerzen (eine Kerze koste 30 Cent) sowie der Versuch, über die Öffnungszeiten hinaus in der Kirche zu beten. Außerdem mutmaßlich mehrere Krankenhausbesuche bei dem seinerzeit erkrankten Pfarrer Dr. Bogdan Dabrowski.

veröffentlicht am 16.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:41 Uhr

Autor:

Michael Werk
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Plausible Gründe für das Hausverbot sieht auch die davon betroffene Obernkirchene- rin nicht: „Die Kirche ist mein erstes Zuhause“, erklärt die nach eigenen Angaben 68-Jährige. Die Aktion mit den Opferkerzen kommentiert sie mit den Worten: „Alles für unseren lieben Pfarrer.“ Dies verbunden mit dem Hinweis, dass sie für die benutzten Opferkerzen eigentlich noch 60 Euro bezahlen müsse, dies aber nicht machen werde, da „die Kirche ja auch mal etwas Gutes tun kann“.

Unter anderem berichtet die Katholikin, dass sie Dabrowski im Frühsommer dieses Jahres zunächst im Kreiskrankenhaus Stadthagen besucht habe. Anschließend habe sie ihm dreimal in einem Krankenhaus in Bad Rothenfelde einen Besuch abstatten wollen, sei damals aber nicht zu ihm vorgelassen worden.

Zu dem dann am 24. Juni 2013 erhaltenen Hausverbot konkretisiert die Obernkirchenerin, dass dies vom Kirchenvorstand wie folgt begründet worden sei: „Unangemessenes Entzünden aller Opferkerzen am 17. Mai und 21. Juni 2013“, „unangemessenes Verhalten durch Weigerung, die Kirche in Obernkirchen zu verlassen“, „unangemessenes Verhalten durch lautstarken Protest und Nicht-Beachtung von Anweisungen verantwortlicher Personen“ sowie „Bedrängen von Pfarrer Dabrowski“.

Einige Monate lang habe sie sich an dieses Hausverbot gehalten, bevor sie am 1. November wieder den Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche besucht habe, woraufhin sie von Udo Anke, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, aufgefordert worden sei, die Kirche zu verlassen. Die kurz darauf eintreffende Polizei habe sie dann herausgeführt. Das nächste Mal sei sie am 3. November von der Polizei aus der Kirche geleitet worden und bei einem weiteren Gottesdienst bereits vor dem Kirchengebäude abgefangen worden.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Udo Anke, dass aus Sicht des Kirchenvorstandes und der von diesem konsultierten Rechtsabteilung des Bistums Hildesheim durch das Verhalten der Seniorin der „Tatbestand des Stalking“ erfüllt sei. Dabei habe diese nicht nur den Pfarrer Dr. Bogdan Dabrowski „verfolgt“, als dieser schwer erkrankt gewesen sei, sondern sogar dessen zeitweise Urlaubsvertretung, den indischen „Pater Thomas“. Letztgenanntem sei sie sogar nach Rom und nach Indien nachgereist.



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