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Kreisjägermeister: Landkreis ist vorbereitet

Afrikanische Schweinepest bedrohlich nah

HAMELN-PYRMONT. Die Afrikanische Schweinepest ist bedrohlich nahe an Deutschland herangerückt. In Belgien ist das Virus bei mehreren Wildschweinen nachgewiesen. Viele weitere Kadaver müssen noch untersucht werden. Die Wälder, in denen tote Schwarzkittel gefunden wurden, sind gesperrt.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 17:57 Uhr

Nur 60 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze sind in Belgien Fälle von Afrikanischer Schweinepest festgestellt worden. Foto: dpa

Autor:

Barbara Jahn
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Auch in Deutschland schrillen die Alarmglocken, die Bundesländer bereiten sich vor. „Vor drei Wochen wurden Übungen auch in den niedersächsischen Landkreisen durchgeführt“, erklärt Jürgen Ziegler. Hameln-Pyrmonts Kreisjägermeister führt weiter aus: „Der Landkreis ist vorbereitet.“ Das für Menschen ungefährliche, aber von Schweinezüchtern gefürchtete Virus ist Ende vergangener Woche rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze nachgewiesen worden. Das betroffene Gebiet von rund 63 000 Hektar in der belgischen Region Limburg ist gesperrt. Es darf dort nicht mehr gejagt und auch die Waldwege dürfen nicht mehr betreten werden. Dies sehen auch die Maßnahmen vor, sollte das Virus bei uns auftreten. „Es werden dann drei Bereiche gebildet“, sagt Ziegler. „Zunächst gibt es eine Kernzone, in der das befallene Wild gefunden wird. Darum wird es einen gefährdeten Bezirk mit einem Radius von 30 Kilometern geben, um die eine Pufferzone folgt“, beschreibt er die Schritte, die eingeleitet werden, wenn das Virus bei der Untersuchung durch die Veterinäre nachgewiesen wird.

In Hameln-Pyrmont ist die Veterinärbehörde des Landkreises für die Untersuchung von Wildschweinen zuständig. Von jedem erlegten Schwarzkittel erhält das Kreisveterinäramt ohnehin eine Probe. Die Jäger wissen, dass dies jetzt auch von verendeten Borstentieren zu erfolgen hat, um einen sicheren Nachweis zu führen und schnell handeln zu können. Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat einen Krisenstab in ihrem Ministerium eingerichtet. „Wir haben es mit einer handfesten Bedrohung vor der Haustür zu tun. Den Ausbruch der Schweinepest so dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst. Prävention hat die höchste Priorität. Wir haben alle Gesetze auf den Weg gebracht, um die Gefährdung durch ASP zu bekämpfen“, so Otte-Kinast.

Kreisjägermeister Ziegler beschreibt das Vorgehen bei einem Fund so: „Zunächst wird der Fundort gesichert. Dort muss absolute Ruhe herrschen, damit die Schweine nicht beunruhigt werden und in andere Gebiete ziehen. Nur so kann die Verbreitung der Seuche verhindert werden, das beutet Betretungs- und Nutzungsverbot.“

Die Bundesländer, hier ein Schild aus Hessen, bereiten sich auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor. Foto: dpa

Damit es nicht so weit kommt und um die Gefahr des Ausbruchs der ASP zu verringern, werden ab Oktober vor allem freitags und samstags verstärkt Drückjagden durchgeführt, um die Bestände der Wildschweine zu dezimieren. Ziegler hat dazu bereits einen genauen Plan ausgearbeitet und mit den Revierinhabern abgesprochen. „Ich setze auf die bewährten Jagdstrukturen“, betont er.

Der Sprung der Afrikanischen Schweinepest von Osteuropa nach Belgien zeigt, dass dies nicht mit der Wanderung von Wildschweinen zusammenhängen kann. Dass die toten Wildschweine nahe einer Autobahn lagen, macht die Übertragung des Virus durch ein weggeworfenes Wurstbrot wahrscheinlicher. Die Rastplätze in Niedersachsen werden seit geraumer Zeit engmaschig kontrolliert und entsorgter Müll sofort aufgenommen und entfernt. Abfallbehälter sind verschließbar und kippsicher aufgestellt.



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