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Artenschutzstation: Weißbüschelaffe in Quarantäne / Nilflughund und 300 Vogelspinnen finden Quartier

Affe an der Autobahn verkauft

SACHSENHAGEN. Einen Namen hat er nicht in seinem Übergangsquartier. Aber klein und putzig ist er – ein Grund dafür, dass seine Art des Öfteren in privater, aber nicht immer artgerechter Haltung anzutreffen ist. Von dort gelangt ein Affe bisweilen in die Wildtier- und Artenschutzstation. Wie im vorliegenden Fall der Neuzugang Nummer 3351, ein Weißbüschelaffe.

veröffentlicht am 21.12.2018 um 16:36 Uhr

Kleiner Exote: Das Weißbüscheläffchen ist etwa so groß wie ein Eichhörnchen. foto: Pr.

Autor:

Vera Skamira
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Das Tierchen, nicht größer als ein Eichhörnchen, ist seinem Halter abgenommen worden, weil dieser ihm nicht die passende Umgebung geboten hatte. „Unter anderem brauchen die Affen Gesellschaft“, erklärt Florian Brandes, Leiter der Wildtierstation. Zumindest ein weiterer Artgenosse müsse mitgehalten werden. Aus diesem oder einem anderen Grund: Der etwa einjährige Weißbüschelaffe wurde krank und wurde von seinem Besitzer zum Tierarzt gebracht. Diese verständigte in Kenntnis der nicht artgerechten Haltung des Tieres die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover. Diese veranlasste die Übergabe des kleinen Exoten an die Wildtierstation. Hier lebt das an Menschen gewöhnte und zutrauliche Tier noch ein paar Wochen in Quarantäne, bevor es in gute Hände und artgerechte Haltung abgegeben werde, so Brandes.

Zu Hause sind Weißbüschelaffen in Südamerika, sie kommen häufig in Brasilien vor. Nach Deutschland eingeschmuggelt worden sei der Primat allerdings nicht. „Er ist in Deutschland geboren.“ Da ist sich Brandes sicher. Über das Internet hatte ihn der ehemalige Besitzer gekauft. Die Übergabe, so Brandes, sei an einer Autobahn erfolgt, „ohne Papiere, ohne Herkunftsnachweis“.

Ein Herkunftsnachweis bezeugt, dass ein Tier, beziehungsweise dessen Eltern, legal ins Land gekommen sind. In der Sachsenhäger Station ist das Weißbüscheläffchen, das Insekten und Früchte frisst und sehr gern Baumharz – dieses wird ihm in einem Ersatzfuttermittel gereicht –, in diesem Jahr der dritte Besucher seiner Art. Weißbüschelaffen sind längst nicht die einzigen Exoten, die 2018 vorübergehend in Sachsenhagen, Hohe Warte 1, Quartier bezogen haben. Ein Nilflughund wurde im Frühjahr nach dem Tod eines Gnadenhofbesitzers übernommen und später in einen Zoo vermittelt.

Eine vielköpfige und vor allem vielbeinige Schar, die nicht jedem Betrachter niedlich oder putzig erscheint, nahmen Brandes und sein Team im Mai in Empfang. Aus einer Beschlagnahme gelangten 300 Vogelspinnen in die Schutzstation, darunter eine Poecilotheria metallica (siehe Bild). Diese Art ist in den Trockenwäldern Südostindiens beheimatet und bedroht. Alle Vogelspinnen haben die Station Mitte August wieder in private Hände verlassen.



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