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Missbrauchsfall Lügde erreicht neue politische Dimension – CDU spricht vom „Skandal nach dem Skandal“

AfD fordert Bartels‘ Rücktritt

HAMELN-PYRMONT. Im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen von Lügde und dem Behördenversagen im Jugendamt Hameln-Pyrmont fordert die AfD nun offen den Rücktritt von Landrat Tjark Bartels (SPD). Derweil spricht die CDU von einem „Skandal nach dem Skandal“.

veröffentlicht am 09.05.2019 um 12:42 Uhr
aktualisiert am 09.05.2019 um 18:20 Uhr

Die AfD fordert den Rücktritt von Landrat Tjark Bartels (SPD). Das nachrichtliche Interesse am Fall Lügde ist in der Öffentlichkeit, bei Politik und Medien extrem groß. Foto: Dana
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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„Die regelmäßig neuen Meldungen von erschreckenden Versäumnissen im Jugendamt machen uns sprachlos. Landrat Bartels scheint den ganzen Fall einfach aussitzen zu wollen“, sagt Delia Klages als Fraktionsvize der AfD-Kreistagsfraktion.

Die AfD fordere die Einsetzung eines Sonderausschusses und eines Sonderermittlers zur Aufklärung der Vorfälle – was der Landrat jedoch blockiere. „Das Verhalten des Landrates ist ein Schlag ins Gesicht jedes Missbrauchsopfers. Statt sich auf die Seite der Missbrauchsopfer zu stellen und endlich eine schonungslose Aufklärung zu betreiben, stellt er sich vor diejenigen, die in diesem Fall durch ihre gravierenden Versäumnisse Mitverantwortung tragen“, empört sich der AfD-Landtagsabgeordnete Christopher Emden. Und: „Der Landrat trägt die politische Verantwortung für die Vorgänge im Jugendamt und hat als Krisenmanager völlig versagt. Bartels behindert die gebotene Aufklärung der Vorfälle. Das ist eine Schande. So jemand muss zurücktreten.“

Mit Unverständnis blickt Emden auch auf das Verhalten seines Landtagskollegen Ulrich Watermann (SPD), der bisher nichts ausgelassen habe, um Bartels in Schutz zu nehmen. Emden wird in seiner Beurteilung persönlich: „Wer bei dieser Sachlage den Landrat noch in Schutz nimmt und sich mit der Ablehnung eines Sonderermittlers auch gegen eine schonungslose Aufklärung der Vorfälle stellt, muss sich Fragen nach seiner charakterlichen Eignung für die Position eines Landtagsabgeordneten gefallen lassen.“

Derweil sieht sich die CDU durch eine tags zuvor veröffentlichte Erklärung des Kreishauses zum Fall Lügde in ihrer Forderung nach einem Sonderermittler bestätigt. In der Erklärung habe der Landkreis den Vater eines Missbrauchsopfers in einem schlechten Licht dargestellt und dadurch versucht zu erklären, warum das Jugendamt den Vater nicht über den Verbleib seines Kindes informiert hatte. Die CDU sieht darin, „wie dringend erforderlich die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers“ sei. In der Stellungnahme des Landkreises würden „Halbwahrheiten und Unterstellungen gebracht, um die Glaubwürdigkeit des leiblichen Vaters zu erschüttern und den unfassbaren Vorgang zu verschleiern, dass der Kindsvater vom Jugendamt zu keinem Zeitpunkt über die Pflegschaftsvergabe seines vierjährigen Kindes an den arbeitslosen Dauercamper informiert“ wurde, argumentieren Hans-Ulrich Siegmund, Fraktionschef der CDU im Kreistag, und Ursula Körtner. Wegen „der gravierenden Verfehlungen im Jugendamt und dem Versagen des Landrates als Behördenleiter“ wäre ein Wort des Bedauerns gegenüber dem Kindesvater „ja wohl erforderlich“ gewesen. Siegmund und Körtner: „Die Übernahme von Verantwortung und politischer Anstand sehen anders aus. Der Landrat mit seiner SPD-geführten Kreistagsmehrheit verweigert sich einer unabhängigen Aufarbeitung eines der schwersten Missbrauchsfälle in Deutschland. Das ist der Skandal nach dem Skandal.“



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