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Märkte, Aufträge und Umsätze brechen weg

Aerzener Maschinenfabrik verlängert Kurzarbeit

Aerzen. Die weltweit agierende Aerzener Maschinenfabrik hat schwer zu kämpfen und verlängert die seit Oktober 2015 geltende Kurzarbeit um weitere sechs Monate. Bis Ende September heißt es für die Hälfte der rund 1050 Beschäftigten am Standort Aerzen: Weniger arbeiten, weniger verdienen, kürzertreten.

veröffentlicht am 03.03.2016 um 17:19 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Als Grund für die Verlängerung der Kurzarbeit auf dann ein ganzes Jahr gibt Marketingleiter Stefan Brand „die schwierige konjunkturelle Lage“ im Maschinenbau an.

Der Umsatz der Aerzener sei im Jahr 2015 um fast zehn Prozent auf 343 Millionen Euro in der Gruppe (davon 202 Millionen im Stammhaus Aerzen) eingebrochen, der Auftragseingang sei ebenfalls zehn Prozent unter Plan – die Lage ist alles andere als rosig. Wirtschaftliche, finanzielle und politische Krisen in den für die Aerzener wichtigen Märkten wie Russland, China und dem Mittleren Osten reißen tiefe Löcher in die Bücher. Brand: „Das Russlandgeschäft ist uns aufgrund des Embargos und der Abwertung des Rubels komplett weggebrochen. Ganz Asien, aber vor allem China, macht uns großen Kummer, die chinesische Konjunktur ist ebenfalls eingebrochen, auch wenn die Regierung in Peking das anders darstellt. Und im Mittleren Osten liegt aufgrund der politischen Krisen ohnehin alles brach.“

Die Situation ist in der Branche kein Einzelfall: Die deutschen Maschinenbauer bekommen die Verunsicherung der Kunden angesichts zahlreicher Krisen überall massiv zu spüren. Ein deutlicher Rückgang der Bestellungen um real zwölf Prozent verhagelte der mittelständisch geprägten Schlüsselindustrie den Jahresauftakt. Vor allem aus dem Ausland kamen im Januar im Vergleich zum Vorjahr 14 Prozent weniger Aufträge, dabei brachen die Bestellungen aus den Euro-Ländern um fast ein Drittel ein. Die Nachfrage aus dem Inland verringerte sich um acht Prozent, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilt.

Die Kurzarbeit der Aerzener Maschinenfabrik war zunächst für sechs Monate bis Ende März genehmigt. Auch bei der Verlängerung bis Ende September gelten die aktuellen Bedingungen weiter: Die Mitarbeiter müssen eine Reduzierung der Arbeitszeit von durchschnittlich 28 Stunden im Monat, also vier Arbeitstagen, verschmerzen. Betroffen sein werden jeweils „ausgewählte Bereiche mit einer Unterauslastung“, wie Brand es formuliert. Aktuell sei dies der Bereich der Sondermaschinen, der einen wahren Einbruch bei den Aufträgen habe hinnehmen müssen. Klar sei aber auch: Betriebsbedingte Kündigungen während der Kurzarbeit seien ausgeschlossen, so das Unternehmen.

Eine Prognose, wie es für das Jahr 2016 laufen und wie die Situation im Herbst sein werde, fällt schwer. Brand sagt dazu: „Wir müssen kämpfen, richtig kämpfen.“



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